Libellenführung Bad Bodendorf
NABU Libellenexkursion und Expertenführung in Bad Bodendorf
aus Remagen
Bad Bodendorf. Bei strahlendem Wetter und hohen Temperaturen trafen sich 11 Teilnehmer in Bad Bodendorf vor der Ahrbrücke zur diesjährigen Libellenexkursion des NABU-Ahrweiler.
Ulrich Haese ein Dipl.-Biologe und anerkannter Libellenexperte, führte tiefer in die Lebensweisen der Libellenarten ein.
Über den Beständen des blühenden Wasserhahnenfußes und entlang der Ufervegetation sichtete man prachtvoll blau schimmernde Geschöpfe, die Männchen der „Gebänderte Prachtlibelle“ (Calopteryx splendens).
Auch die Weibchen dieser Art schimmern metallisch grün, haben allerdings durchgängig leicht abgetönte Flügel und sind daher etwas unauffälliger.
Am Beispiel des Paarungsrads der „Blauen Federlibelle“ (Platycnemis pennipes) wurden auf das Paarungsverhalten der Libellen eingegangen. Auch die Eiablage wurde beobachtet, so dass der gesamten Entwicklungszyklus der Libellen anschaulich erklärt werden konnte. Erstaunlich waren die Färbungen in den unterschiedlichen Reifegraden der Federlibellen.
Geschlechtsreife Männchen bestachen durch ein klares Blau mit schwarzer Abdomenzeichnung, während die reifen Weibchen eher lindgrüne oder cremefarben daherkamen und ebenfalls eine schwarze Abdominalzeichnung trugen.
Jungformen können weiß, rosa, orangebraun oder beige erscheinen. Eine Besonderheit dieser Kleinlibelle sind die stark beborsteten Beine. Diese dichte Beborstung wird als Kescher zum Fang kleinerer Insekten genutzt.
Im Gegensatz zu den kleinen Federlibellen wurde am Beispiel einer weiblichen „Plattbauchlibelle“ (Libellula depressa) die Ansitzjagd dieser Großlibellenart erklärt. Diese kehrte immer wieder nach kurzen Jagdausflügen zu einem Ansitz auf einem erhöhten Ast zurück.
Am Beispiel der „Kleinen Zangenlibelle“ (Onychogomphus forcipatus) wurde die Revierverteidigung der Männchen besprochen. Das Männchen besetzt einen aus dem Wasser ragenden höheren Stein um auf ein Weibchen zu warten. Von dieser erhöhten Warte im Wasser wird jedes andere Männchen aggressiv vertrieben. Die Ufer nahe dieser Warte sind meist kiesig und werden als Eiablageplatz nach der Paarung genutzt.
Gegen 13.30Uhr wurden die Temperaturen nicht nur für die Teilnehmer unerträglich, sondern laut dem Experten auch für die Libellen, die sich in die dichtere Vegetation zurückzogen, daher beendete man die Exkursion etwas früher als geplant. Die tieferen Einblicke in das Libellenleben werden mit Sicherheit aber im nächsten Jahr fortgeführt.
Federlibelle. Foto: Stefan Blank