Verkehrssicherheit Sinzig verbessern
Ortsbeirat Sinzig analysiert Verkehrssituation in der Kernstadt und fordert Verbesserungen
aus Sinzig
Sinzig. Aufgrund zahlreicher Anregungen und Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern zur Verkehrsbelastung, überhöhten Geschwindigkeiten in Tempo-30-Bereichen sowie verkehrswidrigem Parken in der Sinziger Kernstadt hatte Ortsvorsteher Reiner Friedsam den Ortsbeirat zu einer Ortsbegehung eingeladen.
Bereits an der ersten Station an der Kreuzung Rheinstraße/Koblenzer Straße, vielen älteren Sinzigern noch als „Otts Eck“ bekannt, wurde die Problematik deutlich sichtbar und hörbar. Der starke Verkehr, insbesondere der hohe Lkw-Anteil, verursacht dort eine erhebliche Lärmbelastung, sodass eine normale Unterhaltung zeitweise kaum möglich war. Sebastian Goerke, künftiges Mitglied des Ortsbeirates, verwies in diesem Zusammenhang auf den bestehenden Lärmaktionsplan des Landes Rheinland-Pfalz und regte an, beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) eine entsprechende Lärmmessung zu beantragen. Eine spürbare Verbesserung könne nach Auffassung der Teilnehmer insbesondere durch die Einführung von Tempo 30 auf dieser als Landesstraße klassifizierten Strecke erreicht werden.
Auf dem Weg zur Renngasse richteten die Ortsbeiratsmitglieder ihren Blick auch auf das Straßenbegleitgrün. Während das von den Stadtgärtnern neu gestaltete Staudenbeet an der Ecke Judengasse allgemein positive Zustimmung fand, wurden zahlreiche andere Beete als ungepflegt kritisiert. Dies führe nicht selten dazu, dass die Flächen zweckentfremdet und zur Entsorgung von Abfällen genutzt würden. Gleichzeitig wurde bemängelt, dass gerade im Bereich der Kernstadt offensichtlich weitere öffentliche Abfallbehälter entfernt worden seien.
Ein weiterer Schwerpunkt der Verkehrsschau des Ortsbeirates war die Renngasse mit dem dort ansässigen Johanniterhaus. Aus der Nachbarschaft werde immer wieder über zu hohe Geschwindigkeiten in der als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesenen Straße berichtet. Ortsvorsteher Friedsam stellte hierzu Beispiele deutlich auffälligerer Fahrbahnmarkierungen aus der Kreisstadt vor, die auf die geltende Geschwindigkeitsbegrenzung aufmerksam machen. Eine solche Lösung könnte nach Meinung des Ortsbeirates auch in der Renngasse zu einer besseren Wahrnehmung und damit zu einer höheren Verkehrssicherheit beitragen.
Anschließend beschäftigten sich die Teilnehmer intensiv mit der Verkehrs- und Parksituation im Bereich Koblenzer Straße/Brunnenplatz, insbesondere vor der stark frequentierten Apotheke. Vor dem Hintergrund der derzeit in den städtischen Gremien diskutierten Varianten eines neuen Verkehrskonzeptes wurde darauf hingewiesen, dass mögliche Einschränkungen der Erreichbarkeit sorgfältig geprüft werden müssten.
Auf dem Marktplatz wurde zudem nach dem derzeit außer Betrieb befindlichen öffentlichen Trinkwasserbrunnen gefragt. Der Ortsbeirat hofft, dass die seitens der Verwaltung zugesagte Mängelbeseitigung nun zeitnah umgesetzt wird und der Brunnen bald zur Verfügung steht.
Im weiteren Verlauf fand ein intensiver Informations- und Meinungsaustausch zu weiteren verkehrsrelevanten Themen statt. So wurde unter anderem der im Zuge des Ausbaus des Dreifaltigkeitsweges nicht gleichzeitig realisierte Fußgängerüberweg an der Grundschule in der Werner-Lücke-Straße thematisiert.
Diskussionsbedarf bestand auch hinsichtlich der kürzlich eingerichteten Geschwindigkeitsbeschränkung im Bereich der Brücke an der Kölner Straße. Bereits im vergangenen Frühjahr hatte der Ortsbeirat im Rahmen einer Verkehrsschau angeregt, zur Verbesserung der Sicherheit für Radfahrerinnen und Radfahrer, insbesondere für Schulkinder, eine Tempo-30-Regelung von der Kreuzung Bodendorfer Straße/Grüner Weg bis zur Albert-Schweitzer-Straße einzuführen. Aufgrund des fehlenden Spessartsteges und des geplanten Abbaus des Christinensteges werde dieser Bereich derzeit von vielen Schülerinnen und Schülern genutzt und stelle ein besonderes Nadelöhr dar.
Mit Blick auf die ab 2027 vorgesehenen Wiederaufbaumaßnahmen am Rhein-Ahr-Stadion, die geplante Ahrverbreiterung sowie den anschließenden Neubau des Christinensteges bekräftigte der Ortsbeirat seine Forderung nach zusätzlichen Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Hierzu zählt insbesondere die bereits vorgeschlagene temporäre Verbreiterung der Brücke an der Kölner Straße. Nach Auffassung des Ortsbeirates ist eine entsprechende Lösung während der mehrjährigen Bauphase zwingend erforderlich.
Die neue Tempo-30-Regelung an der Brücke Kölner Straße sorgte bei der Verkehrsschau des Sinziger Ortsbeirates für Diskussionsstoff. Bereits seit längerem setzt sich das Gremium für zusätzliche Maßnahmen zur Entschärfung des Verkehrsnadelöhrs ein. Foto: Reiner Friedsam
Während das neu gestaltete Staudenbeet an der Judengasse positive Resonanz fand, kritisierte der Ortsbeirat den Zustand zahlreicher anderer Pflanzbeete in der Sinziger Kernstadt. Nach Ansicht der Mitglieder beeinträchtigen ungepflegte Grünflächen das Stadtbild und laden teilweise sogar zur illegalen Müllentsorgung ein. Foto: Reiner Friedsam
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Der Sinziger Ortsbeirat informierte sich gemeinsam mit Ortsvorsteher Reiner Friedsam vor Ort über die Verkehrs-, Lärm- und Parksituation in der Kernstadt. Zahlreiche Anregungen und Verbesserungsvorschläge wurden bei der Verkehrsschau diskutiert. Foto: Ortsvorsteher Reiner Friedsam