Kirmesabschluss neu denken
Sinziger Grüne: Feuerwerk bei ungewöhnlicher Trockenheit kritisch hinterfragen
aus Sinzig
Sinzig. Traditionen sind wichtig – aber sie dürfen auch auf ihre Zukunftsfähigkeit überprüft werden.
Das traditionelle Feuerwerk gehört für viele Besucherinnen und Besucher zum Abschluss der Sinziger Kirmes. Gleichzeitig erleben wir in diesem Sommer erneut eine außergewöhnliche Trockenperiode mit hohen Temperaturen und entsprechend erhöhter Brandgefahr. Vor diesem Hintergrund halten es die Sinziger Grünen für sinnvoll, die bisherige Praxis kritisch zu hinterfragen und die Fakten, die für eine Alternative sprechen, nochmals auf den Tisch zu legen. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, eine beliebte Tradition schlechtzureden oder den Besucherinnen und Besuchern den Spaß an der Kirmes zu nehmen. Es geht vielmehr um die Frage, ob ein klassisches Feuerwerk unter den heutigen Rahmenbedingungen noch die beste Lösung für den Abschluss einer solchen Veranstaltung ist.
Feuerwerke bringen neben dem eigentlichen Spektakel verschiedene Belastungen mit sich: Sie verursachen Feinstaub, Lärm und Abfälle, hinterlassen chemische Rückstände und können Wildtiere, Vögel und Haustiere erheblich beeinträchtigen. Hinzu kommt die Brandgefahr durch Funkenflug und brennende Bestandteile der Pyrotechnik. Gerade bei ungewöhnlich trockenen Böden und Vegetationsbeständen verdient dieser Aspekt besondere Aufmerksamkeit. Das bedeutet nicht, dass ein Feuerwerk zwangsläufig zu einem Brand führen muss. Aber eine erhöhte Wald- und Vegetationsbrandgefahr verändert die Rahmenbedingungen und sollte bei der Entscheidung über den Einsatz von Pyrotechnik berücksichtigt werden. Verantwortungsvolle Politik bedeutet auch, solche Entwicklungen frühzeitig in die Abwägung einzubeziehen.
Bereits im vergangenen Jahr hatten Bündnis 90/Die Grünen in Sinzig deshalb angeregt, als Alternative zum klassischen Feuerwerk ein modernes Drohnenfeuerwerk zu prüfen. Eine solche Show könnte ebenfalls einen spektakulären Abschluss der Kirmes ermöglichen – verbunden mit Musik, Licht und beeindruckenden Bildern, ohne den für ein klassisches Feuerwerk typischen Funkenflug und die damit verbundenen Emissionen und Abfälle. Natürlich stellt sich dabei auch die Frage der Finanzierung. Ein Drohnenfeuerwerk kann mit zusätzlichen Kosten verbunden sein. Der Vorschlag der Grünen war deshalb ausdrücklich nicht, der Stadt einfach weitere finanzielle Belastungen aufzubürden. Vielmehr wurde angeregt zu prüfen, ob für eine solche besondere Attraktion Sponsoren gewonnen werden könnten.
Entscheidend ist aus Sicht der Grünen daher nicht, eine bestimmte Lösung von vornherein festzulegen. Entscheidend ist, die verschiedenen Möglichkeiten offen miteinander zu vergleichen – einschließlich Kosten, Sicherheitsaspekten, Umweltwirkungen und Akzeptanz in der Bevölkerung. Gerade die aktuelle Wetterlage bietet Anlass, diese Diskussion nochmals sachlich zu führen. Wenn sich klimatische Bedingungen verändern und längere Hitze- und Trockenperioden häufiger werden, müssen auch etablierte Veranstaltungsformate immer wieder daraufhin überprüft werden, ob sie unter den veränderten Rahmenbedingungen noch sinnvoll sind. Traditionen müssen deshalb nicht verschwinden. Sie dürfen sich aber weiterentwickeln.
Die Sinziger Grünen plädieren daher dafür, die Diskussion über den Abschluss der Kirmes nicht als Gegensatz zwischen Tradition und Verbot zu führen, sondern als offene Frage: Welche Form des Kirmesabschlusses bietet auch künftig ein attraktives Erlebnis und berücksichtigt gleichzeitig Sicherheit, Umwelt und die veränderten klimatischen Bedingungen Vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, diese Frage gemeinsam neu zu stellen.
Pressemitteilung BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Ortsverband Sinzig
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Die Sinziger Grünen sprechen sich nach wie vor für den Ersatz des Feuerwerks durch eine umweltfreundliche Drohnenshow aus. Foto: Fotocollage: Ralf Urban