Traditionen im Mai“,
Traditionen und Brauchtum im Mai
aus Bonn
Sinzig. Tradition ist ein wichtiger Bestandteil für kleine Ortschaften und ein Teil der Identität. Bald wird in vielen Ortschaften der Dorfmaibaum gestellt und in der Nacht auf den 1. Mai wird die Maikönigin gekürt. Diese Bräuche haben eine lange und interessante Geschichte.Die Wurzeln der Bräuche reichen bis in vorchristliche Zeiten zurück. Vor tausenden von Jahren war es ein heidnisches Frühlingsritual, die Bäume aufzustellen, sie standen für den Wechsel der Jahreszeiten und sollten eine gute Ernte sichern.Auch der Monat Mai hat eine große Bedeutung, zum einen dient er als Symbol für den Frühling und den Neubeginn. In Europa steht dieser Monat traditionell für das volle Erwachen der Natur: Bäume schlagen aus, Blumen blühen und es wird wärmer. Daher gilt er als Monat des Lebens, der Fruchtbarkeit und des Neubeginns. Der Name des Monats hat seinen Ursprung im römischen Reich. Der Name „Mai“ geht auf die Göttin Maia zurück, die mit Wachstum und Fruchtbarkeit verbunden wurde. In Gedichten und Liedern gilt der Mai als „Wonnemonat“. Er wird mit Lebensfreude, Aufbruchsstimmung und Verliebtheit verbunden. Das hängt viel mit der blühenden Natur zusammen. Aber auch der Brauch der Maikönigin hängt mit diesem Ursprung zusammen, denn sie soll ebenfalls für Fruchtbarkeit stehen. Heute sind viele der Ursprünge vielen nicht mehr präsent, aber die Junggesellenvereine halten diese Traditionen auch heute noch hoch. Brauchtum ist deshalb wichtig, weil es einen Teil der lokalen Geschichte darstellt, die viele Erinnerungen, Geschichten und einen spannenden Ursprung bereithält. Es wäre sehr schade, würde all das vergessen werden. Daher sind Junggesellenvereine an sich wichtig, sie schreiben sich auf die Fahne Tradition und Brauchtum zu erhalten und passen sich immer weiter der heutigen Zeit an - ohne das Brauchtum dabei zu vergessen.Natürlich stehen einige Bräuche, wie das Ersteigern der Frauen im Mai, in der Kritik. Viele Vereine passen sich dem aber an, hinterfragen alte Rollenbilder und öffnen ihre Türen auch für Menschen, die nicht männlich und verheiratet sind. Es gibt Untervereine oder Fördervereine von Frauen bzw. von ehemaligen Maikönigen oder Maiköniginnen. Tradition und Brauchtum müssen nicht immer auf einzelne Elemente festgenagelt sein und sind in ihrer Gesamtheit durchaus erhaltenswert. Die Ursprünge der Traditionen sind ein wichtiger Bestandteil der lokalen Geschichte.Für manche Außenstehende scheint das Gebaren wohl albern und altmodisch. Aber albern sind solche Feste keineswegs, denn dahinter steckt eine große Organisation. Das Fällen des Baumes muss mit dem Förster oder Behörden abgebrochen werden, damit nicht wahllos einfach Bäume verschwinden und forstwirtschaftliche Maßnahmen ergriffen werden können, um den Wald zu erhalten. Auch beim Transport der Bäume gilt es Regeln einzuhalten und je nachdem muss die Straße durch die Polizei gesichert werden. Die Veranstaltungen im Mai rund um den Baum, wie ein Frühschoppen oder eine Tanzveranstaltung, müssen ebenfalls gut organisiert werden. Neben der Location und den Getränken, benötigt man Technik, Musik und muss auch Dienste hinter der Theke besetzen, nicht nur davor. Neben all der Kritik oder dem Denken, dass diese Traditionen Schnee von gestern sind, sollte man sich im Klaren sein, dass es durchaus spannend ist, sich mit der Geschichte dahinter auseinanderzusetzen. Viele Vereine haben mit Sicherheit einiges zu erzählen. Mit Sicherheit auch darüber, dass man durch die Planung und Durchführung der Veranstaltungen durchaus Fähigkeiten erlernt, auf die man im späteren Berufsleben zurückgreifen kann. Gemeinschaft in kleinen Orten ist wichtig und das Vereinsleben kann durchaus positiv dazu beitragen. Es gibt mit Sicherheit viele Kritiken, die man anbringen kann, aber bei all der Negativität, die uns momentan begegnet, sollten wir uns vielleicht einfach an so etwas „banalem“ wie dem Anblick eines schönen Maibaums erfreuen.
