Allgemeine Berichte | 23.07.2014

25 Jahre Johanniterhaus Sinzig - Matinee und buntes Sommerfest

Verzahnung zwischen evangelischem Orden und katholischem Umfeld

Der PSV Remagen hatte seine Tanzgruppe nach Sinzig geschickt.

Sinzig. Seit 25 Jahren führen die Johanniter im Seniorenwohnheim in der Renngasse nun Regie. Dies wurde mit einer Jubiläums-Matinee und einem großen bunten Sommerfest gefeiert. Die Sinziger selbst bleiben aber der historischen Bezeichnung Franziskushaus treu. Im allgemeinen Sprachgebrauch feierte also mit dem „Johanniterhaus Franziskushaus“ eine Doppelbezeichnung Jubiläum. Für den Matinee-Charakter der Festveranstaltung sorgte das Chelo-Quartett von Monika Recker-Johnson. Nach der Begrüßung der Festgäste durch Einrichtungsleiterin Ina Rohlandt war es an Peter Barth, Kuratoriumsvorsitzender des Johanniterhauses Sinzig, in die Historie zu gehen. Mehrfach wurden im 13. Jahrhundert Hospize als historische Vorgänger in der Stadtgeschichte erwähnt. Die jüngere Geschichte der Johanniter beginnt aber mit einer Ratssitzung vom 15. Dezember 1988. Nach legendären Diskussionen und einer knappen Kampfabstimmung übertrug der Rat seinerzeit die Verantwortung des bis dato städtischen Franziskushauses den Johannitern. Die neuen Träger investierten in erheblichem Umfang in die Sanierung und einen Neubau. Heute betreuen 80 Mitarbeiter im Pflegedienst zurzeit 112 Bewohner. In den Reihen der Festgäste gab es eine große Anzahl von Zeitzeugen, die die kommunalpolitischen Auseinandersetzungen miterlebt haben. Mit Uwe Graf von Wedel aus Oberwinter war auch jener Mann zu Gast, der vor 25 Jahren für die umfangreichen Bauarbeiten und deren Umsetzung verantwortlich zeichnete. „Das Johanniterhaus Franziskushaus gehört zu Sinzig, wie das Standbild von Kaiser Barbarossa“, lobte Kreisbeigeordneter Horst Gies die enge Verzahnung von Stadt und Seniorenwohnheim. Also zwischen evangelischen Orden und katholischem Umfeld. Und das Seniorenwohnheim liegt ja im Herzen von Sinzig. Für die Bewohner sind es nur ganz wenige Meter ins Zentrum der Stadt und die, die können, nehmen wie selbstverständlich an den Festen und Aktivitäten in der Stadt teil. „Der Kreis Ahrweiler ist froh, dass der Johanniter-Orden 1989 entschieden hat, das damalige Franziskushaus in seine Obhut zu übernehmen“, so Gies weiter.

Zum Hintergrund: Nach dem endgültigen Rückzug der Franziskanerinnen im Jahr 1988 war die Stadt Sinzig plötzlich Betreiber eines Seniorenheimes. Ein Fakt, mit dem Politik und Verwaltung völlig überfordert waren. In der Erkenntnis, dass ein privater Betreiber gefunden werden musste, waren sich seinerzeit alle politischen Gruppierungen einig. Nur wer es zu welchen Bedingungen werden sollte, sorgte für reichlich Diskussionsstoff. Bürgermeister Wolfgang Kroeger berichtete von der Hochachtung für die Einrichtung in der Sinziger Bevölkerung. „Wenn ich nicht mehr selbst zurechtkomme, dann will ich ins Franziskushaus“, hört der Stadtchef oft von älteren Sinzigern. „Ein Ritterschlag für die Einrichtung und ihren Orden“ so Kroeger in Richtung der Verantwortlichen. Und Kroeger hatte einen Ehrenbaum für das Johanniterhaus symbolisch im Gepäck, der im Herbst seinen Platz im Generationenwald auf dem Mühlenberg finden soll. Zudem wurden zahlreiche langjährige Mitarbeiter geehrt, die die enge Verbundenheit der Einrichtung zu ihren Mitarbeitern dokumentiert. Mit 23 Jahren Dienstzeit ist dabei die heutige Pflegedienstleiterin Marianne Arens Rekordhalterin. Nach dem offiziellen Teil wurde dann im und rund um die Jubiläumseinrichtung ein großes und buntes Sommerfest gefeiert. Mit einer riesigen Tombola und allem, was dazugehört. Im Johanniterhaus ist übrigens auch in der Zeit nach dem Jubiläum die Ausstellung „Demenz ist anders“ der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz zu sehen, die von Annika Millahn kurz vorgestellt wurde.

Auszeichnung von Mitarbeitern

Bei den Jubiläumsfeierlichkeiten im Johanniterhaus wurden folgende langjährige Mitarbeiter ausgezeichnet: Birgitt Bastian, elf Jahre Verwaltung, Sven Rechburg, elf Jahre Altenpfleger, Djema Mubakemeschi, elf Jahre Altenpflegerin, Estella Santos, elf Jahre Küche, Beate Farooq, 13 Jahre Küche, Batoul Mirdamadi, 13 Jahre Altenpflegerin, Wolfgang Tröber, 13 Jahre, Elena Böhm, 14 Jahre Hauswirtschaft, Michaela Jonen, 15 Jahre Küche, Elisabeth Heine, 16 Jahre Pforte, Melitta Gabriel, 17 Jahre Altenpflegerin, Heidrun Tröber, 17 Jahre Altenpflegerin, Inge und Lorenz Degen, 18 Jahre Pfortendienst, Galina Beise, 19 Jahre Küche, Lydia Fegler, 20 Jahre Pflegehelferin, Martina Heuwagen, 21 Jahre Küche, Galina Wagner, 21 Jahre Pflegehelferin, Christoph Schwindenhammer, 22 Jahre Küchenleiter, Marianne Arens, 23 Jahre heute Pflegedienstleitung.

Der PSV Remagen hatte seine Tanzgruppe nach Sinzig geschickt.
Verzahnung zwischen evangelischem Orden und katholischem Umfeld

Bei der großen Tombola gab es schöne Preise zu gewinnen.

Der PSV Remagen hatte seine Tanzgruppe nach Sinzig geschickt.

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