FC Mayen lädt am kommenden Wochenende herzlich ein
1. Mayener Cage Soccer Night gegen Rassismus
Den Flüchtlingen eine Plattform bieten
Mayen. Der FC Mayen veranstaltet am 17./18. Dezember. in der Burghalle die „1. Mayener Cage Soccer Night gegen Rassismus“. Beginn ist um 19 Uhr. Gegenüber BLICK aktuell (BA) äußert sich FC-Macher Armin Fischer zum Event.
BA: Herr Fischer, wie entstand die Idee für eine „Cage Soccer Night gegen Rassismus?“
Armin Fischer (AF): Nun, es ist inzwischen ja hinlänglich bekannt, dass wir uns beim FC auf die Vereinsfahnen geschrieben haben, jungen Flüchtlingen und Migranten im Verein eine Art Heimat zu geben, wo sie sich wohl fühlen. Unser Projekt „Integration durch Sport und Sprachförderung“ bietet jedem Teilnehmer neben dem regelmäßigen Sport mit Nichtmigranten auch eine intensive Sprachförderung an. Beide Module zusammen führten bereits bei einigen Projektteilnehmern zu einer wirklich zielgerichteten Persönlichkeitsentwicklung, die letztendlich in einem Arbeitsverhältnis oder zumindest in einem Berufs-Praktikum mündete. Hier können wir nach nunmehr einem Jahr intensiver Projektarbeit inzwischen ganz konkrete Erfolge aufweisen.
Die bisherigen Preise und Auszeichnungen für das Projekt sind für uns Anreiz und Verpflichtung zugleich, unseren Jungs in regelmäßigen Abständen eine Plattform zu bieten, wo sie sich präsentieren können und auch Gehör finden. Die Cage Soccer Night am 17./18. Dezember ist eine solche Chance. Migranten und Nichtmigranten treten mit- und gegeneinander an und wollen aufzeigen, dass unsere schöne Stadt auch weiterhin tolerant und weltoffen bleibt trotz aller gegenwärtigen Probleme. Wir hoffen, dass auch ganz viele Bürger den Weg in die Burghalle antreten, um mit den Spielern zusammen ein gemeinsames Zeichen zu setzen gegen Rassismus jeglicher Art! Eine Gelegenheit, die Komfortzone „Couch“ für ein paar Stunden zu verlassen, um gemeinsam mit Gleichgesinnten „Flagge zu zeigen!“
BA: Welche Planungen und Ziele stehen für das kommende Jahr mit Ihrem Projekt an?
AF: Wir kümmern uns wie bisher auch in erster Linie um diejenigen, die keinen oder einen nur unzureichenden Zugang zu den diversen Integrationskursen haben. Bei uns hat darüber hinaus aber auch jeder die Möglichkeit, zusätzlich zu einem bereits besuchten Kurs die deutsche Sprache zu erlenen. Und der bis zu viermal wöchentliche gemeinsame Sport ist ein absolutes Highlight im ansonsten doch mitunter recht eintönigen Alltag der Flüchtlinge. Im übrigen haben zwei unserer inzwischen drei verantwortlichen Übungsleiter als ehemalige Projektteilnehmer selbst einen Migrationshintergrund. Ich denke, die Entwicklung vom Projektteilnehmer zum Übungsleiter einen wirklichen „Königsweg“ darstellt in der Integrationsarbeit.
Gezielte Vorbereitung auf ein ganzheitliches Leben
Wenn wir es schaffen, wieder einige der Jungs gezielt und ganzheitlich auf ein (Arbeits)Leben in Deutschland vorzubereiten, dann hat unser Projekt sein Soll mehr als erfüllt. Wenn und solange ein betreuter Flüchtling allerdings nicht zumindest in Ansätzen unsere Mentalität und unsere Werte kennen- und schätzengelernt hat, kann dieses Vorhaben aus unserer Sicht nicht gelingen. Auch hierfür haben wir inzwischen ausreichend Beispiele. Und auch hier sollten wir „klare Kante“ zeigen, finde ich. „Fördern und Fordern“ muss die Devise heißen! Alles andere ist vertane Zeit.“
Ein Berufspraktikum bereitet auf ein selbstständiges Leben vor.
Gemeinsamer Sport hilft bei der Integration.Fotos: Privat
