Lokalsport | 29.12.2016

Alexander Döll von der TTG Pellenz startete bei den Deutschen Clickball-Meisterschaften in Erfurt

Am Ende stand ein sensationeller fünfter Platz

Pellenzer verpasst die Qualifikation zur WM in London nur um Haaresbreite

Am Ende stand ein sensationeller fünfter Platz

Region. Es hat nicht viel gefehlt und der Traum wäre wahr geworden: die Teilnahme an der mit 100.000 Dollar Preisgeld dotierten Weltmeisterschaft im Clickball am 28./29. Januar 2017 im Londoner Alexandra Palace (www.worldchampionshipofpingpong.net).

Alexander Döll von der TTG Pellenz ist zur Zeit der beste Rheinland-Pfälzer in dieser neuen Trendsport-Variante des Tischtennis-Spiels. Letzteres droht zunehmend zu Material-Schlachten zu verkommen, bei denen nicht selten der technisch schlechtere Spieler als Sieger vom Tisch geht: lange und kurze Noppen außen, Noppen innen, Antitop, Schwammstärke und -härte, Effet, Tempo, Kontrolle – unzählige Belag-Mixturen von fast ebenso zahllosen Herstellern, die mit einer gleichfalls unüberschaubaren Auswahl an verschiedenen Hölzern kombiniert werden können, machen den TT-Sport inzwischen zu einer Wissenschaft für die Spieler und zu einem Buch mit sieben Siegeln für den Zuschauer, der bei der Wahrnehmung von Spin und Tempo des Balles längst überfordert ist.

Nicht so beim Clickball! Der Einheitsschläger für alle Teilnehmer - ein nur mit Sandpapier beschichtetes Holz - führt die Sportart zurück zu ihren Wurzeln. Das Tempo sinkt und Effet ist kaum bis gar nicht möglich, so dass das Spiel für den Zuschauer besser zu verfolgen ist. Dadurch bedingt gibt es oft längere Ballwechsel - ein weiterer positiver Effekt, der die Sportart attraktiver macht. Hier kämpft wirklich noch Mann gegen Mann bzw. Frau gegen Frau oder Frau gegen Mann, denn bislang dürfen beide Geschlechter am selben Wettbewerb teilnehmen. Allein die bessere Schlagtechnik und Athletik sowie die mentale Stärke der Athleten und Athletinnen entscheiden also über Sieg und Niederlage.

Gemeinsam mit seinem Vater Günter, ebenfalls aktiver Spieler der TTG Pellenz, machte sich Alexander Döll am vorletzten Novemberwochenende zur Deutschen Clickball Meisterschaft in Erfurt auf. Da es für die beiden Plaidter kein heimatnahes Qualifikationsturnier gegeben hatte, wollten sie sich beim dortigen Last Chance Turnier am Samstag einen der letzten freien 16 Plätze für das große Finale am nächsten Tag sichern. Dem Sohn gelang dies auch mit Leichtigkeit, doch Vater Döll fehlte am Ende trotz großartiger Leistungen, bei denen er über sich hinauswuchs, ein einziger Sieg, um in der Endrunde als DM-Teilnehmer ebenfalls Pellenzer Sportgeschichte zu schreiben.

Der Sonntag gehörte somit dem Filius alleine, der gegen 63 Konkurrenten nach den Sternen greifen wollte. In acht Achtergruppen wurde zunächst die Spreu vom Weizen getrennt: die jeweils vier Letztplatzierten mussten ihre Koffer packen, die übrigen durften unter den verbliebenen Akteuren in die KO-Duelle gehen. Mit fünf Siegen bei nur zwei Niederlagen qualifizierte sich Alexander Döll eindrucksvoll für die Runde der letzten 32. Anschließend schaffte er durch einen ungefährdeten 2:0 Sieg den Einzug ins Achtelfinale, wo er auf den im Rheinland ebenso bekannten wie geschätzten Bernd Schuler vom TV Eintracht Cochem traf, ein Urgestein des TTVR, der mit immerhin 1912 TTR-Punkten nach Erfurt angereist war und zweifellos nicht minder ehrgeizige Ziele hatte wie der junge Pellenzer. Schuler hatte in seiner Gruppe mit 6:1 Siegen sogar den zweiten Platz belegt; in der ersten KO-Runde musste er aber bei seinem denkbar knappen Dreisatz-Erfolg mehr kämpfen als ihm lieb war. Dennoch mobilisierte er gegen Döll noch einmal alle Kräfte, unterlag aber letztlich trotz heftiger Gegenwehr in einem hochklassigen Spiel seinem überlegenen Gegner mit 0:2 Sätzen.

Ein weiterer Erfolg hätte nun dem früheren Verbandsoberligaspieler Döll gleich eine doppelte Chance eröffnet, sich für die WM in London zu qualifizieren: entweder durch den Finaleinzug im Halbfinalspiel oder durch einen Sieg im Duell der Halbfinalverlierer um Platz drei, denn genau so viele Starter darf Deutschland zu der Weltmeisterschaft im Königreich entsenden. Leider hatte sein Viertelfinalgegner Torsten Birg, ein Leverkusener Verbandsligaspieler mit fast 2000 TTR-Punkten (!), etwas dagegen, dem er sich nach großem Kampf in zwei knappen Sätzen geschlagen geben musste. Die Heimreise traten die beiden Rheinländer dennoch hochzufrieden an, da neben der Freude, die sie beim Clickball spielen ohnehin haben, die Erwartungen durch den großartigen fünften Platz von Alexander Döll bei weitem übertroffen worden waren. So hat der noch entwicklungsfähige 24-Jährige außer dem Erfolg noch einen Koffer voll Motivation mitgebracht, das Clickballtraining zu intensivieren, um im kommenden Jahr auch noch die letzte Hürde auf dem Weg zur WM-Teilnahme zu nehmen.

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