„Equipe EuroDeK“ war mit dem Rennrad in der Pfalz unterwegs

Auf den Spuren von Demokratie, Frieden und Nachhaltigkeit

Auf den Spuren von Demokratie, Frieden und Nachhaltigkeit

Die neue „Equipe EuroDeK“ machte bei ihrer Etappenfahrt in der Pfalz auch Station auf dem Hambacher Schloss, der „Wiege der Demokratie“ in Deutschland.Foto: privat

24.06.2021 - 11:11

Montabaur/Nassau. Welchen der drei möglichen Radwege nach Neustadt a.d. Weinstraße nehmen wir denn? Eine Frage die sich in Westerwald und Taunus mangels Angebot selten aufdrängt. Aber bei der Etappenfahrt „Geschichte, Nachhaltigkeit und Gaumenfreuden in der Pfalz“ konnte oft aus verschiedenen Möglichkeiten die für eine große Rennradgruppe beste Verbindung ausgewählt werden. Eingeladen zu der viertägigen Rundfahrt hatte die neue Equipe EuroDeK, die bei allen Veranstaltungen ihr Hobby Radsport mit dem Einsatz für Europa, Demokratie und Klimaschutz verbinden will.


So konnte bei harmonieförderndem Radlerwetter gemäßigter Radsport optimal mit den Themen der Equipe verbunden werden. Da diese aus der langjährigen Equipe France hervorgegangen ist, führte die 1. Etappe natürlich ins benachbarte Frankreich. Am Schlagbaum in Scheibenhardt erregten die Radler aus Montabaur und Nassau sofort die Neugierde einiger Passanten, die sich nach der Bedeutung des EuroDeK-Logos auf dem Trikot der Equipefahrer erkundigten. Danach durfte der Col de Pigonnier hinter Wissembourg erklommen werden.

Da sich die Equipe den demokratischen Grundwerten verpflichtet fühlt, stand bei Etappe 2 ein Besuch des Hambacher Schlosses, der Wiege unserer Demokratie, auf dem Plan. Dort folgten im Mai 1832 etwa 30.000 Menschen der Einladung zum Hambacher Fest. In Reden, Liedern und Trinksprüchen forderten die demokratiebewegten Festteilnehmer die Einheit und Freiheit Deutschlands und Europas. Bis dahin sollte es bekanntlich noch lange dauern, aber ein Anfang war gemacht!

Bei der 3. Etappe wurde an die „Friedensfahrt“ der Equipe in 2015 u.a. zum Landungsstrand in der Normandie, Compiegne und Verdun angeknüpft. Zwischen Elsass und Pfalz führte die Strecke entlang der Maginot-Linie und dem Westwall. Im Westwall-Museum in Bad Bergzabern erfuhren die Besucher aus dem Westerwald und von der Lahn in den letzten 3 erhaltenen Bunkern des ehemaligen Walls mehr zu dieser denkwürdigen Hinterlassenschaft der NS-Zeit. Primärzweck der gigantischen Anlage war es, die westlichen Demokratien davon abzuhalten die Angriffskriege der Nazis nach Osten zu beeinflussen.

Etappe 4 führte zum Haus der Nachhaltigkeit in Trippstadt, das als Infozentrum für das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen fungiert. Es soll dazu beitragen, dass Schulklassen oder auch Erwachsene lernen abzuschätzen, wie sich das eigene Handeln auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirkt. „Wenn wir mehr Fahrrad als Auto fahren, machen wir schonviel richtig“, meinte einer der Teilnehmer.

Gefahren wurden alle Etappen in zwei verschiedenen Geschwindigkeitsgruppen, was mit dazu beitrug, dass die Gaumenfreuden in der Region nicht zu kurz kamen. So konnten bei einer Weinprobe auf einem Weingut Brendel in Oberhofen-Pleisweiler die flüssigen Köstlichkeiten der Region genossen werden. In Teamsitzungen nach dem Frühstück wurden nicht nur die jeweiligen Etappen und Themenaufenthalte besprochen, sondern auch die kommenden Veranstaltungen der Equipe in den beiden heimischen Radsportvereinen RSG Montabaur und RSV Oranien Nassau: so die nächste Samstagsausfahrt mit anschließenden Radler-Stammtisch am 10.7. und eine Zweietappenfahrt ins Salmtal bei Trier am 24./25.7. Gesprochen wurde auch bereits über ein große Partnerschaftstour in Frankreich, bei der im Juni 2022 die Partnerstädte von Montabaur (Tonnerre in Burgund) und Nassau (Pontchateau in der Bretagne) miteinander verbunden werden sollen. Weitere Infos gerne unter uli@kleinkunst-mons-tabor.de.

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Lothar Skwirblies :
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