Lokalsport | 11.12.2019

SG OASF/Barweiler

Belohnung für sensationellen Kampf entrissen

SV Kripp - SG OASF/Barweiler 2:1 (0:1)

Kripp. Zum dritten Spiel der Rückrunde führte die Reise bei winterlichen Verhältnissen auf den Kunstrasen in Kripp, wo ein Gegner aus dem oberen Tabellendrittel beheimatet ist, gegen den man in der Vergangenheit in schöner Regelmäßigkeit Niederlagen kassierte. Auch wenn die Gäste wieder einmal einige Ausfälle zu kompensieren hatten, wollte man alles daran setzen, in der Remagener Vorstadt für eine Überraschung zu sorgen.

Von Anfang an lief das Spiel zwar in Richtung Gästetor, allerdings zeigte das Team aus der Eifel eine bemerkenswert gute taktische und kämpferische Leistung gegen den Ball, sodass der äußerst spielstarke Gegner zwar immer wieder in die Oberahrtaler Hälfte kombinieren konnte, den Weg in den Strafraum aber nur selten fand. Wenn, dann gelang dies mit Flanken, die aber von den aufmerksamen Verteidigern geklärt werden konnten. So versuchten es die Hausherren mit Distanzschüssen, die aber entweder neben dem Tor oder genau in den Armen von Marcel Ley landeten. Nur in einer Situation musste der Torhüter der SG OASF/Barweiler sein ganzes Können gleich zweimal aufbieten, als er einen Schuss aus kurzer Distanz bravourös mit dem Fuß entschärfte und wenige Sekunden eine Bogenlampe aus halblinker Position sehenswert mit einer Hand über die Latte lenkte. Auch wenn sich die OASF-Spieler vornehmlich auf die Defensivarbeit konzentrierten, versuchten sie auch im Offensivspiel immer wieder Nadelstiche zu setzen. Mit dem ersten konzentriert zu Ende gespielten Angriff konnten sie dann sogar nach einer halben Stunde in Führung gehen. Nach einem Steilpass aus dem Mittelfeld setzte sich Peter Klein auf der rechten Seite stark durch und zog aus halbrechter Position im Strafraum wuchtig ab. Den Flachschuss konnte der Kripper Schlussmann zwar abwehren, aber nur mittig und genau vor die Füße von Lukas Thelen, der den Abpraller aus kurzer Distanz über die Linie grätschte. So ging es mit einem Zwischenstand in die Pause, den die meisten Zuschauer wohl kaum erwartet hätten.

Nach dem Seitenwechsel stieg die Feldüberlegenheit der Gastgeber weiter an, sodass diese schätzungsweise 75% Ballbesitz aufweisen konnten, aber weiterhin kaum zu Chancen kamen, weil die Gäste leidenschaftlich verteidigten und fast immer noch ein Körperteil an das Spielgerät bekamen, wenn es einmal drohte, brenzlig zu werden. Bei den wenigen SVK-Abschlüssen konnte man sich entweder auf den starken Marcel Ley verlassen oder hatte etwas Glück, dass der Ball knapp über oder neben dem Tor landete. Auch im Spiel nach vorne konnte man noch vereinzelt Akzente setzen und schrammte knapp am 0:2 vorbei, als Markus Müller nach einem Eckball von David Weber um Zentimeter über die Latte köpfte. Eine weitere potenzielle gute Gelegenheit durch Denny Naumann wurde leider durch einen Abseitspfiff zunichtegemacht. In der Schlussviertelstunde schwanden dann zusehends die Kräfte beim ersatzgeschwächten Außenseiter, sodass man sich nicht mehr aus der Kripper Umklammerung befreien konnte und sich fast durchgehend am und im eigenen Strafraum wiederfand, um die mit Mann und Maus anstürmende Heimmannschaft an Abschlüssen zu hindern. Dennoch schien das eigene Tor wie vernagelt - bis zur 85. Minute. Der inzwischen hauptsächlich mit hohen Bällen vor das Tor operierende SVK kam nach einer Serie von Kopfbällen am Fünfmeterraum an das Spielgerät, und zwar in Person Philipp Ruthsch, woraufhin der frühere Rheinlandliga-Spieler das Leder geschickt abschirmte und es dann mit dem Rücken zum Tor mit der Innenseite ins untere Eck schob, wobei der Ball noch leicht abgefälscht wurde. Richtig bitter wurde es dann in der letzten Minute der regulären Spielzeit. Vor einem Einwurf in der Kripper Hälfte wollten die Gäste einen Wechsel vornehmen, was der Schiedsrichter allerdings überhörte und das Spiel weiterlaufen ließ. So war man leicht unsortiert und musste eine gefährliche Flanke zur Ecke klären, welche die Partie entscheiden sollte, da der scharf vor den Fünfmeterraum geflankte Ball von Nils Meyer trotz Bedrängnis mit einem wuchtigen Kopfball ins lange Eck verlängert wurde, sodass es der Gegner tatsächlich noch schaffte, die Partie zu drehen. Da ein letztes Aufbäumen in der Nachspielzeit erfolglos blieb, stand man schließlich mit leeren Händen da, nachdem man acht Minuten zuvor noch geführt hatte.

Fazit: Nach einer der besten Leistungen der Saison ohne Punkte dazustehen, ist natürlich immens bitter, zumal die überraschende Führung bis kurz vor Schluss hielt und man erst in die Knie gezwungen werden konnte, als der Gegner die Brechstange auspackte und man selbst dem hohen läuferischen Aufwand Tribut zollen musste, welcher notwendig war, um die mit schnellen Passspiel und vielen Positionswechseln agierenden Gastgeber in Schach zu halten. Am Ende sorgten die individuelle Klasse von Philipp Ruthsch und die bekannte Stärke der Kripper bei Standardsituationen für die Niederlage, die dafür sorgt, dass man weiterhin kurz vor der Abstiegszone steht.

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