Lokalsport | 04.11.2015

VLN-Finale 2015 - herbstliche Witterung sorgte in der Eifel für ein turbulentes Rennen

Black Falcon siegt mit Nebelglück

Vorzeitiger Abbruch des 10. und letzter VLN-Lauf 2015

Der siegreiche Black Falcon Porsches 911 GT3 CUP.BURG

Adenau. Manuel Metzger (Schweiz), Philipp Eng (Österreich) und „Gerwin“, hießen die Sieger des letzten VLN-Rennens in der Saison 2015. Dabei profitierte das Trio des Black Falcon Porsches 911 GT3 CUP von einem vorzeitigen Abbruch des Rennens. Auf den zweiten Rang fuhren Jeroen Bleekemolen (Monaco), Franck Mailleux (Frankreich) und Manuel Lauck (Lebach) im futuristisch anzusehenden Eigenbau SCG003C der Scuderia Cameron Glickenhaus. Das Podium komplettierten Frank Kräling (Winterberg) und Christopher Brück (Köln) im Porsche 911 GT Cup America von Frikadelli Racing. Mit Nebel und Temperaturen unter der 10 C° Marke, sorgte die herbstliche Witterung in der Eifel für ein turbulentes Rennen und trug am Ende entscheidend zum Ergebnis des VLN Saisonfinales bei. Schon am Morgen konnte das Zeittraining aufgrund des Nebels und den daraus resultierenden Sichtbehinderungen erst mit über zweistündiger Verspätung aufgenommen werden. Trotz einer Verkürzung dieses Trainings, um zwanzig Minuten, konnte der letzte VLN Lauf erst um 13.50 Uhr in die ebenfalls um eine Stunde verkürzte Distanz starten. Doch auch bei dem Dreistunden-Rennen machte die Witterung den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung. Als eine viertel Stunde vor Schluss der Nebel erneut dichter wurde, entschied die Rennleitung, das Rennen vorzeitig mit der Roten Flagge abzubrechen. Eine Entscheidung, die der Besatzung des zu diesem Zeitpunkt führenden Twin Busch Audi R8 LMS Ultra zum Verhängnis wurde.

„Das war Konfusion pur“

Gemäß Reglement wurde beim Abbruch des Rennens nicht die aktuelle Runde gewertet, sondern die Überquerung der Start- und Ziellinie eine Runde zuvor. In dieser lag der Audi aber aufgrund seiner Boxenstoppstrategie nur auf dem vierten Rang. „Das war Konfusion pur“, sagte Manuel Metzger, einer der siegreichen Black Falcon Piloten nach dem Rennabbruch. „Keiner wusste genau, auf welchem Platz wir sind. Wir dachten zunächst, wir wären Zweite. Selbst der zweite oder dritte Platz wäre eine Sensation für uns gewesen“ so Metzger weiter. Noch mehr Glück hatten die Zweitplatzierten. „Wir hatten kurz vor der roten Flagge Probleme mit der Benzinpumpe und waren praktisch schon auf dem Weg nach Hause“, sagt Jeroen Bleekemolen, der sein Debüt in einem SCG003C von Glickenhaus gab. Für das Team des amerikanischen Regisseurs (Der Exterminator), Produzent und Investment-Manager Jemes Glickenhaus war es der erste Podiumserfolg in der Teamgeschichte. Die Top 5 kompetierte der Manthey Porsche mit Georg Weiss (Monschau), Jochen Krumbach (Eschweiler) und Oliver Kainz (Mayen), die wegen eines Getriebewechsels als letzte ihrer Startgruppe das Feld von hinten aufrollen mussten. Mit ihrem achten Klassensieg konnten sich die Brüder Tim und Dirk Groneck (beide Melle) nach 2013 zum zweiten Mal mit einem Renault Clio die VLN-Meisterschaft sichern. Im neunten Rennen hatten die beiden die Gesamtführung an Stefan van Campenhoudt (Belgien) mit einem BMW 325i aus der V4-Klasse verloren. Allerdings lagen sie nur 0,07 Punkte hinter dem Belgier. Bei einem gleichzeitigen Sieg der Meisterschaftskontrahenten in ihrer jeweiligen Klasse, hatten die beiden Brüder nur noch eine Chance auf den Titel, wenn in ihrer Klasse deutlich mehr Fahrzeuge an den Start rollten, und genau dies geschah. Die SP3-Klasse, in der das Groneck-Duo startete, hatte gegenüber den sonstigen Rennen plötzlich einen Zuwachs von acht Autos zu verzeichnen. Unter anderem waren darunter auch alle Teilnehmer zu finden, die im Rennen zuvor noch in der Klasse V3 für Produktionswagen (seriennahe Fahrzeuge) gestartet waren. Da mag die Frage erlaubt sein: Was bringt diese Teams dazu in dieser Klasse zu starten, wo sie aus den zurückliegenden Rennen doch die Rundenzeiten der SP3 kennen und somit wissen, dass sie den Rennboliden der alt eingesessenen SP3 Teams nur hinterher hecheln.

Black Falcon

Mit drei Gesamtsiegen und drei weiteren Podiumsplatzierungen in der Gesamtwertung sowie den zahlreichen Erfolgen in den Klassen avancierte das Team von Black Falcon als die erfolgreichste Mannschaft in der VLN 2015. Auch beim Finale konnte das im Industriegebiet in Meuspath beheimatete Team, neben dem Gesamtsieg, mit dem achten Klassensieg ihres Porsche 911 GT3 Cup in der H4, sowie einem 2. Rang in der Kategorie V6 für Produktionswagen, ihre Erfolgsbilanz noch weiter ausbauen. Mit fünf Podiumsplatzierungen in der Gesamtwertung endete auch für das Team von Frikadelli Racing eine überaus erfolgreiche Saison. Dennoch verabschiedete sich das Team aus Barweiler mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus dem Renngeschehen. Während man das Kundenauto von Frank Kräling und Christopher Brück beim Finale auf der 3. Position in der Gesamtwertung platzieren konnte, endete das Rennen für die Sperrspitze des Teams, den Porsche 911 GT3R bereits nach der 2. Runde mit einem technischen Defekt in der Box. Viel Boxenarbeit hatte in diesem Jahr auch das Team von Phoenix Racing, wo der Audi R8 LMS Ultra aufgrund von Unfällen oder technischen Problemen zu einem mehr als regulären Besucher wurde. Ohne eine einzige Platzierung unter den besten drei in der Gesamtwertung musste das Erfolgsteam der letzten Jahre auch nach dem letzten Rennen die kurze Heimreise nach Meuspath antreten. Gehemmt durch erneute Probleme sowie einer Stopp & Go-Strafe belegten die Fahrer des Phoenix Audi, Anders Fjordbach (Hamburg), Christian Mamerow (Waltrop) und Frank Stippler (Bad Münstereifel) nur den 12. Gesamtrang. Ähnlich wie Phoenix erging es auch dem Team von Scheid - Honert Motorsport in den letzten Rennen. Nach anfänglichen Siegen bei den ersten Läufen und der Tabellenführung im BMW M235i Racing Cup verließ das Team um Teamchef Johannes Scheid (Kottenborn) das Rennglück. Unglücklicherweise spiegelte sich dieser Saisonverlauf auch im letzten Rennen erneut wieder. Nach anfänglichem Kampf um die Führung belegte man am Ende nur die 16. Klassenposition. Strahlende Gesichter dagegen beim Team von Prosport-Performance aus Herschbroich, wo sich beim Finale ebenfalls der Saisonverlauf widerspiegelte. Nach den zahlreichen Klassensiegen in den Läufen zwei bis neun, untermauerte das Team noch einmal durch die Siege der beiden Porsche Cayman in der SP6 und der V4, die übers Jahr erbrachte Leistung.

Stoßstangen Duelle

Für viel Furore sorgte in diesem Jahr das Team von RTR, nicht nur dass die Adenauer Mannschaft mit Marc Hennerici (Mayen) und Christian Menzel (Kelberg) zwei der besten Nordschleifenpiloten verpflichten konnte. Auch die Stoßstange an Stoßstange Duelle der beiden Piloten im RTR CUP Porsche, mit der Besatzung des Cup-Porsches von GetSpeed Performance um Adam Osieka (Meuspath) dürfte vielen Fans sicherlich in unvergesslicher Erinnerung bleiben. Bei insgesamt sieben absolvierten Renneinsätzen konnte das RTR-Duo fünf Mal den Sieg erringen und musste sich nur einmal aufgrund eines Reifenschadens den GetSpeed Piloten geschlagen geben. Das Duell endete leider beim 9. Lauf vorzeitig, als der GetSpped Pilot Steve Jans bei der Jagd nach dem RTR Porsche den Bremspunkt verfehlte und diesen irreparabel in die Blanken beförderte. Damit war auch Christian Menzel die Chance genommen, sich noch unter den Top 5 der Meisterschaft zu platzieren. Mentzel belegte am Ende als erfolgreichster Lokalmatador den neunten Rang. Auch wenn sich mit dem 40. DMV Münsterlandpokal die VLN aus der Saison 2015 verabschiedet hat, besteht für die Fans der VLN von Freitag, 27. November bis Sonntag, 6. Dezember auf der Essen Motor Show noch einmal die Möglichkeit einige der VLN-Rennfahrzeuge näher zu betrachten und die ersten offiziellen Informationen zur neuen Saison 2016 zu erhalten.

Der Tabellenführer nach dem 9. Lauf, Stefan van Campenhoudt, war einer der wenigen, der sich über den Nebel freute. Denn ihm war bewusst, dass er bei einem normalen Rennverlauf nur geringe Chance hätte, den Titel für das Team von Schirmer Motorsport nach Boss, in die Eifel zu holen.

Der SCG003C der Scuderia Cameron Glickenhaus im Positionskampf mit dem später siegreichen Black Falcon Porsches 911 GT3 CUP.

Die Stoßstange an Stoßstange Duelle der beiden CUP Porsche von RTR und GetSpeed Performance gehörten mit zu den Highlights der VLN-Saison 2015.

Black Falcon siegt mit Nebelglück

Black Falcon siegt mit Nebelglück

Black Falcon siegt mit Nebelglück

Der siegreiche Black Falcon Porsches 911 GT3 CUP.Fotos: BURG

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