Zwei DLRG Triathleten aus Vallendar bei der Ironman Europameisterschaft
Comeback und platte Reifen
Vallendar. Zwei DLRG Triathleten aus Vallendar bestreiten den Ironman in Frankfurt, erleben einen tollen Wettkampf und erleben Höhen und Tiefen.
„Dass ich nach 26 Jahren wieder eine Langdistanz finishen konnte hat mich unglaublich glücklich gemacht“ erzählt Horst Oster, der mit 59 Jahren seine Liebe zum Triathlon wiedergefunden hat.
„Das war eine gute Erfahrung zum wiederreinkommen, und macht Lust auf den nächsten Ironman!“ so der Athlet der das nächste Jahr in der Altersklasse M60 starten wird.
Auch Otto Ströbel machte sich am Sonntag Morgen um 6.30 Uhr auf die 3,8 km lange Schwimmstrecke am Langener Waldsee, der eine Traumkulisse für jeden Triathleten darstellt.
„Das Schwimmen lief super und ich konnte wunderbar meine Schwimmform ins Wasser bringen“ erzählt der DLRG Athlet aus Simmern. Danach lief es anfangs auf der 183 km langen Radstrecke, die in zwei Runden gefahren wurde, gut! Allerdings ereilte den 45 jährigen nach 30 km ein platter Reifen der erstmal selbst repariert werden musste. Mit dem Willen in seiner Altersklasse möglichst weit vorn einen Platz zu ergattern, stürmte er danach weiter und wurde zum zweiten mal jäh unterbrochen, als ihn der nächste Plattfuss stoppte!
„In dem Moment wurde mir schlagartig klar, das war’s jetzt, hier ist jetzt Ende“ erzählt Ströbel mit großer Emotion. „Ich hatte nur einen Schlauch dabei, und dann stehst du da am Straßenrand und die anderen rasen an dir vorbei“
Und dann passiert ein Wunder, wie es Ströbel bezeichnet, ein Athlet hält an und schenkt im einen Schlauch und auch noch seine Luftpumpe mit den Worten „Jeder will doch hier das Rennen zu Ende bringen“ und „hoffentlich passiert mir nix“ und fährt weiter! Ströbel konnte es nicht fassen und war überwältigt von der Selbstlosigkeit und Hilfsbereitschaft des Ihm völlig unbekannten Athleten.
„Danach war ich wie beflügelt“, strahlt Ströbel und konnte das Rennen fortsetzen, allerdings mit einer defekten Gangschaltung bei der jetzt nur noch zwei Gänge zur Verfügung standen der 11. und 22. Gang! „Das war vor allem an den Anstiegen super hart, weil ich nur knapp im Stehen die Berge hoch kam“ erinnert sich Ströbel.
Horst Oster lies es auf der Schwimmstrecke langsamer angehen, kam solide über die 3,8 km und wechselte dann kontrolliert auf die Radstrecke, die ihm keine großen Probleme bereitete bis KM 155 als er in ein energetisches Loch rutschte. Nach den 183 km wechselte er auf die Laufstrecke, seiner Paradedisziplin, und erholte sich zunehmend, je länger das Rennen dauerte.
„Ich konnte mein Tempo kontinuierlich steigern, von Runde zu Runde“ erklärt Oster und ergänzt „wenn der Marathon dann noch 10 km länger gewesen wäre, hätte mich das auch nicht gestört!“
Strahlend erreicht Oster nach 12:51 h das Ziel und wird als Ironman auf dem Frankfurter Römer von seiner Familie gefeiert. Ströbel kommt nach 9:53 h glücklich ins Ziel und freut sich, es doch trotz aller Widrigkeiten so gut geschafft zu haben.
Horst Oster
Otto Ströbel Fotos: privat