Lokalsport | 10.07.2017

Nett Motorsport: Harte Arbeit und Kampfgeist blieben unbelohnt

Currywurst in Adenau

Der britische Fahrer Bradley Philpot bei der Fahrt durch das Caracciola-Karussell. Andreas Krein Photography

Mayen. Das Rennwochenende begann verheißungsvoll für das Team von Nett Motorsport aus Mayen. Bei den Freitagstests im Vorfeld des vierten Saisonlaufs zur VLN Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring setzte Bradley Philpot ein Ausrufezeichen. Stolz verkündete der Brite über die sozialen Medien, die Kombination aus GP-Strecke und Nordschleife schneller umrundet zu haben, als irgendwer zuvor in einem Peugeot 308 Racing Cup TCR: Bei 9:03.1 Minuten blieb die Stoppuhr stehen. Grund dafür waren umfangreiche Arbeiten am Setup: „Zu allererst haben wir die Lufthutze entfernt, die sich auf den Geraden aufgebläht hatte und sich somit aerodynamisch nachteilig auswirkte. Unser Mechaniker-Team unter Lothar Gäb hat außerdem straffere Federn verbaut und den Heckflügel flacher gestellt. All dies brachte uns eine deutlich höhere Spitzengeschwindigkeit“, fasst der 31-jährige die Änderungen zusammen. Als Lohn für seine Testarbeit war dem Briten dann auch zum zweiten Mal in dieser Saison die Ehre des Startfahrers zugeteilt worden. Von Platz vier aus - die Konkurrenz vor Augen - ging es dann in die 48. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy. Die Gegner auf den ersten Kilometern kamen jedoch aus anderen Klassen. Mit einigen Porsche Cayman GT4 und einem Aston Martin lieferte sich Philpot Kämpfe, die mit der Helmkamera aufgezeichnet wurden und somit auf dem youtube-Kanal des Teams zu sehen sind. Doch auch klassenintern ging es vorwärts: Zwar blieben die souveränen Sieger Gülden/Leuchter (mathilda racing VW Golf GTI TCR) unerreicht, jedoch lagen der Seat Leon TCR von FEV Racing und der von LMS Engineering eingesetzte Audi RS3 LMS in Schlagdistanz. Nach 75 Minuten der vierstündigen Renndistanz übernahm dann Jürgen Nett aus Mayen das Steuer und führte die gute Leistung nahtlos fort. Die Hiobsbotschaft dann aber nur 25 Minuten später. Nett funkte in die Box, dass es Probleme mit der Elektrik gebe. Die Bemühungen, diese Probleme über den Bordcomputer auf Anweisung von Chef-Ingenieur Christian Erben zu lösen, fruchteten nicht. Der Fahrer musste die Box ansteuern. Diagnose: Keilriemen abgesprungen. Aus dem Rennen um das Podium war man raus, aufgeben wollte man dennoch nicht. „Wir wollten einfach weitere Erfahrungen mit der Abstimmung des Autos sammeln“, so Jürgen Nett nach dem Rennen. Zunächst blieb der 50-jährige selbst im Auto sitzen, übergab dann für die letzte Stunde an seinen jüngeren Bruder Achim. Doch dessen Einsatz im Cockpit endete früher als erwartet. Das Getriebe blieb im fünften Gang stecken, das endgültige Aus - 45 Minuten vor Rennende. Achim Nett blieb nichts anderes übrig, als die Nordschleife an der Ausfahrt in Breidscheid zu verlassen. Die Crew musste das Auto mit dem Anhänger im Adenauer Stadtteil abholen. Die Wartezeit verkürzte sich der 48-jährige Geschäftsführer eines Autohauses indes mit Currywurst, Pommes und einem Kaltgetränk vom nahe gelegenen Imbiss. Durch die Sommerpause hat die Mannschaft aus Mayen nun sechs Wochen Zeit, Wunden zu lecken und frisch erholt in die zweite Saisonhälfte zu starten.

Andreas Krein

Statt eines Rennens um das Podium gab´s Currywurst in Breitscheid. Achim Nett

Statt eines Rennens um das Podium gab´s Currywurst in Breitscheid.Foto: Achim Nett

Der britische Fahrer Bradley Philpot bei der Fahrt durch das Caracciola-Karussell. Foto: Andreas Krein Photography

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