Lokalsport | 27.08.2016

TV Kruft - Frauenfußball-Rheinlandliga

„Der Teamgeist ist unser stärkster Trumpf“

Interview mit Trainer Viktor Wagner über seine Arbeit als Coach der Frauen-Rheinlandligamannschaft in Kruft

Der Krufter Trainer Viktor Wagner baut auf die Jugend: (Oben von links) Katharina Schlaus, Denise Schäfer, Aylin Klingenberg sowie (unten) Trainer Viktor Wagner und Antonia Lewentz. LS

Kruft. In der Frauenfußball-Rheinlandliga geht der TV Kruft in seine vierte Saison. Bereits in die siebte Saison geht Coach Viktor Wagner in Kruft. Der 39-Jährige führte die Mannschaft von der Bezirksliga in die höchste Klasse des Fußballverband Rheinland. Er blickt auf eine spannende und nervenaufreibende Spielzeit 2015/16 zurück, in der erst am letzten Spieltag durch einen hauchdünnen 1:0-Sieg über den 1. FFC Montabauer II der Klassenerhalt gesichert wurde. BLICK aktuell unterhielt sich mit dem Krufter Übungsleiter.

BLICK aktuell: Guten Tag Herr Wagner, Sie bestreiten jetzt ihre siebte Saison beim TV Kruft. Was hat Sie bewegt weiterzumachen?

Viktor Wagner: Das kann ich gar nicht genau sagen, ich habe keinen Gedanken daran verschwendet, aufzuhören. Die Arbeit mit den Mädels bereitet mir auch nach einigen Jahren noch sehr viel Freude. 

BLICK aktuell: Die letzte Saison war Abstiegskampf pur und der Ligaerhalt wurde erst am letzten Spieltag geschafft. Was war trotzdem positiv?

Viktor Wagner: Die Einstellung der Mädels. Sie haben trotz der miserablen Hinrunde immer an die Qualität des Teams und an die eigene Stärke geglaubt. Die Mannschaft ist letzte Saison noch enger zusammengerückt. 

BLICK aktuell: Vier Punkte in der Hinrunde und 19 Punkte in der Rückrunde. Weshalb diese Steigerung?

„Am Ende war es der pure Wille“

Viktor Wagner: In erster Linie ist das natürlich den Neuzugängen aus Rodenbach zu verdanken. Sarah Roth und Janine Scheunpflug sind direkt zu Leistungsträgern geworden, Nina Kremer war zudem ein wichtiger Back-up. Nach einigen erfolgreichen Partien nach der Winterpause ist dann natürlich der Glaube an das schier Unmögliche gewachsen. Am Ende war es dann der pure Wille der Mannschaft.

BLICK aktuell: Ihre Mannschaft hat in der letzten Saison nur 30 Tore geschossen. Nur das Schlusslicht Boppard hat weniger markiert. Wo drückt der Schuh? Wer soll in der neuen Saison die Tore schießen?

Viktor Wagner: Die Hinrunde war katastrophal, die müssen wir aus den Köpfen streichen. In diesem Jahr haben wir 24 Treffer erzielt, das ist für eine Rückrunde nicht so schlecht.  Da müssen wir anknüpfen. Wir haben nicht den einen Knipser, sondern viele Mädels, die Tore schießen können. Ich hoffe, dass wir vor dem Tor diese Saison effizienter sind.

BLICK aktuell: Besitzt der Kader rheinlandligareife?

Viktor Wagner: Ja. Natürlich wird es auch diese Saison wieder schwer. Noch mal so eine Hinrunde dürfen wir uns nicht erlauben. Aber wir haben eine gute Mischung im Verein. Einige erfahrene Spielerinnen, die talentierten Jungspunde aus der eigenen Jugendabteilung, die frischen Wind in den Kader bringen und der Teamgeist ist wohl unser stärkster Trumpf.

BLICK aktuell: Wie würden Sie Ihren Führungsstil bezeichnen?

Viktor Wagner: Demokratisch. Das klappt aber auch nur, weil die Mädels alle mitziehen.

BLICK aktuell: Welche Art von Fußball schwebt Ihnen vor?

Viktor Wagner: Ich muss abwägen zwischen „was will ich“ und was ist „personell möglich“. Mir ist es wichtig, dass die Mädels alle gegen den Ball arbeiten, dass wir nach Balleroberungen schnell umschalten und dass die Mädels sich gegenseitig unterstützen. Natürlich freue ich mich als Trainer auch, wenn die Mädels Inhalte vom Training beim Spiel umsetzen. Das würde aber jetzt hier den Rahmen sprengen.

BLICK aktuell: Wie ist die Vorbereitung verlaufen? Waren Sie mit der Motivation und dem Einsatz der Spielerinnen zufrieden?

Viktor Wagner: Aufgrund der Länge der letzten Spielzeit war die Vorbereitung relativ kurz. Ich wollte den Mädels aber auch ein paar freie Wochen gönnen, natürlich auch um die Motivation und die Vorfreude zu steigern. Das Konzept ging auf. Die Trainingsbeteiligung war gut und die Mädels haben alle Lust auf die kommende Saison. 

BLICK aktuell: Bisher gab es lediglich vier unerfahrene Neuzugänge aus der eigenen Jugend. Hätte die Mannschaft nicht nur in der Breite, sondern auch qualitativ verstärkt werden müssen?

Viktor Wagner: Mit den Mädels aus der Jugend gewinnen wir an Qualität, nicht nur an Quantität. Denise Schäfer hat letzte Saison schon gezeigt, was sie kann, ist aktuell aber leider verletzt. Und Aylin Klingenberg hat im Testspiel ihre Qualitäten schon angedeutet. Wenn wir an die Leistung der Rückrunde anknüpfen können, mache ich mir keine Sorgen.

BLICK aktuell: Wie beurteilen Sie Ihr Auftaktprogramm?

Viktor Wagner: Alle drei Aufstiegskandidaten zum Auftakt ist natürlich alles andere als ein Selbstläufer. Aber irgendwann muss man gegen jeden Gegner ran.

BLICK aktuell: Wie sehen die Vorgaben für Trainer und Mannschaft in der kommenden Spielzeit aus? 

„Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz“

Viktor Wagner: Ziel ist es, einen einstelligen Tabellenplatz, also den Klassenerhalt, zu erreichen und die Spielerinnen aus der Jugend bestmöglich in die Damenmannschaft zu integrieren.

BLICK aktuell: Zum Schluss: Verraten Sie uns Ihr Saisonziel.

Viktor Wagner: Ich kann mich den Vorgaben des Vereins nur anschließen. Der Klassenerhalt steht natürlich an erster Stelle. Mein persönlicher Wunsch ist außerdem, dass alle Mädels verletzungsfrei bleiben und sich das Team weiterhin als Einheit präsentiert.

BLICK aktuell: Herr Wagner, vielen Dank für das nette und interessante Gespräch. Wir dürfen Ihnen und der Mannschaft eine erfolgreiche Saison wünschen.

LS

Der Krufter Trainer Viktor Wagner baut auf die Jugend: (Oben von links) Katharina Schlaus, Denise Schäfer, Aylin Klingenberg sowie (unten) Trainer Viktor Wagner und Antonia Lewentz. Foto: LS

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