Lokalsport | 21.09.2020

Fußball-Rheinlandliga, vierter Spieltag

Die nächste Demütigung

Vor 490 Zuschauern setzte sich die SG Eintracht Mendig/Bell im Derby beim TuS Mayen souverän mit 5:1 (1:1) durch

490 Zuschauer verfolgten das im zweiten Abschnitt einseitige Derby. Fotos: SK

Mayen. In der (später abgebrochenen) Saison 2019/2020 gab es gleich zum Auftakt ein 5:0 (0:0) an der Brauerstraße, am 18. Spieltag Ende November nahm die SG Eintracht Mendig/Bell den TuS Mayen auf dem Kunstrasenplatz im Nettetal beim 3:0 (0:0) förmlich auseinander. Die dritte Demütigung folgte am vierten Spieltag der Saison 2020/2021: Die Gäste ließen auf dem Rasenplatz im Nettetal nichts anbrennen und feierten vor 490 Zuschauern einen 5:1 (1:1)-Kantersieg, der auch in dieser Höhe verdient war und einem weiteren Desaster glich. Die Eintracht teilt sich mit nunmehr zehn Punkten aus vier Spielen mit der SG Hochwald Zerf und der SG Schneifel Auw den ersten Platz, der TuS Mayen muss nach nur zwei Zählern in vier Partien den Blick erst mal nach unten richten. „Es ist für uns eine sehr bittere Niederlage“, räumte TuS Mayens Trainer Tobias Uhrmacher seine Enttäuschung unmittelbar nach dem Schlusspfiff ein. „Bis zur 35. Minute konnten wir alles umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Wir haben mit und gegen den Ball gut gearbeitet.“ Verdienter Lohn war der Führungstreffer durch Stürmer Lukas Mey (14.), der den vielleicht etwas zu weit vor seinem Tor stehenden Mendiger Schlussmann Robin Rohr mit einem 25-Meter-Schuss überraschte. Zehn Minuten vor der Pause übernahmen die Gäste das Kommando, die Mayener Offensivkräfte konnten in dieser Phase kaum einmal für Entlastung sorgen, es boten sich ihnen allerdings auch nur wenige Räume. Ein Schlenzer von Björn Gilles Schuss mit dem linken Fuß ging noch knapp am Kasten vorbei (38.), doch Manuel Osters Schuss aus über 20 Metern schlug genau im rechten Winkel ein, ein echtes Traumtor (43.). Zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt war dem Team von Spielertrainer Kodai Stalph der 1:1-Ausgleich gelungen.

Florian Wirths, in der 34. Minute für den verletzten Philipp Franzen eingewechselt und gerade erst von einem Zehenbruch genesen, stand nach einem Eckball goldrichtig und stocherte den Ball aus kurzer Distanz zum 2:1 für die Gäste über die Linie (51.). Elf Minuten später war die Messe endgültig gelesen: Eine Hereingabe von Stalph musste TuS-Torhüter Kevin Michel nach vorn abprallen lassen, Gilles traf in Abstaubermanier zum 3:1. Wiederum Gilles mit einem flachen 18-Meter-Schuss (68.) und Marcel Berg nach einem blitzgescheiten Konter (74.) schraubten das Ergebnis in eine für die Gastgeber empfindliche Höhe.

„In der zweiten Halbzeit waren wir nicht mehr widerstandsfähig“, räumte Uhrmacher ein. Das Fehlen der beiden angeschlagenen Leistungsträger Philipp Ries und Uwe Unterbörsch sowie das frühe Aus von Innenverteidiger Tim Gilles, der das Feld nach zwölf Minuten mit einer Bänderverletzung im Knöchel räumen musste, wollte er nicht als Ausrede gelten lassen: „Wir haben wie schon in Andernach brutale Fehler im Übergangsspiel gemacht. Fehler, die du als Fußballer einfach nicht machen darfst. Wir haben eine enorme Qualität in der Offensive, aber die Spieler schaffen es nicht, sie gewinnbringend einzusetzen.“

Fast schon ein wenig Mitleid hatte André Marx, der lange Jahre (schon in der Jugend) das Trikot des TuS Mayen getragen hatte und 2013 zur TuS Koblenz gewechselt war: „Es war mein erstes Spiel gegen meinen alten Verein, hier hat alles angefangen. Es war etwas ganz Besonderes.“ SG-Spielertrainer Stalph hatte den gelernten Innenverteidiger, mittlerweile 30 Jahre alt, im 4-4-2-System mit Raute auf der Zehn ungewohnt offensiv beginnen lassen. „Nach dem Ausfall von Niklas Heinemann musste ich diese Rolle übernehmen“, so Marx. „Ich wollte der Mannschaft helfen, das ist mir heute ganz vernünftig gelungen.“ Dieser Aussage war nichts hinzuzufügen.

TuS Mayen: Kevin Michel, Steffen Schmitt, Tim Gilles (12. Jörg Jenke), Marcel Löhr, Tim Schneider, Tobias Loosen, Simon Berresheim (72. Nico Marx), Dennis Penk (46. Pascal Steinmetz), Noor Alden Abo Zard (67. Matthias Tutas), Niklas Weis, Lukas Mey.

SG Eintracht Mendig/Bell: Robin Rohr, Milan Rawert, Florian Schlich, Pascal Zimmer, Philipp Franzen (34. Florian Wirths), Kodai Stalph, Manuel Oster, Julian Schäfer (69. Leander Mombaur), André Marx, Björn Gilles (83. Tim Montermann), Marcel Berg (77. Magomed Ibragimov).

Schiedsrichter: Kai Kirchen (Irsch).

Zuschauer: 490.

Torfolge: 1:0 Lukas Mey (14.), 1:1 Manuel Oster (43.), 1:2 Florian Wirths (51.), 1:3, 1:4 Björn Gilles (62., 68.), 1:5 Marcel Berg (74.).

Nächste Aufgabe für den TuS Mayen: am Freitag, 25. September, um 20 Uhr beim TuS Montabaur.

Nächste Aufgabe für die SG Eintracht Mendig/Bell: am Sonntag, 27. September, um 14.30 Uhr gegen den FSV Trier-Tarforst.

Zumindest bei diesem Duell behielt Niklas Weis (rechts) gegen Philipp Franzen die Oberhand.

Zumindest bei diesem Duell behielt Niklas Weis (rechts) gegen Philipp Franzen die Oberhand.

490 Zuschauer verfolgten das im zweiten Abschnitt einseitige Derby. Fotos: SK

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