Lokalsport | 07.08.2017

SG Eintracht Mendig/Bell im Derby gegen TUS Mayen

Doppelschlag der Gäste entschied das Spiel

SG Eintracht Mendig/Bell - TuS Mayen 1:2 (1:2)

Die Mendiger Innenverteidigung (links Florian Wirths, rechts Florian Schlich) hatte mit den Mayener Offensivkräften so ihre Probleme.SK

Mendig. Die SG Eintracht Mendig/Bell hat das prestigeträchtige Derby der Fußball-Rheinlandliga gegen den TuS Mayen mit 1:2 (1:2) verloren.

Die Gastgeber hätten im Verlauf der ersten Halbzeit durchaus mit 2:0 oder 3:0 führen können, zeigten sich nach einem Doppelschlag der Gäste kurz vor der Pause aber geschockt und fanden auch im zweiten Abschnitt nicht mehr ins Spiel zurück.

Vor 700 Zuschauern auf dem Rasenplatz an der Brauerstraße brachte die Mannschaft von Trainer Thomas Reuter den knappen Erfolg vergleichsweise souverän über die Runden.

Der Spielverlauf

Der TuS Mayen gab in den ersten zehn Minuten den Ton an, danach übernahm die Eintracht mehr und mehr die Initiative. Nach einer Ecke von Sebastian Mintgen scheiterte SG-Innenverteidiger Florian Schlich mit einem Kopfball noch an der Latte (12.). Als es die Mendiger sechs Minuten später erneut mit Köpfchen probierten, fiel prompt die Führung: Einen weiten Einwurf von Marcel Berg verlängerte Florian Wirths mit seinem obersten Körperteil genau auf Malte Wedemeyer, der Torhüter Florian Marinus ebenfalls per Kopf keine Chance ließ.

Marinus hatte von TuS-Trainer Thomas Reuter den Vorzug vor dem angeschlagenen Marcel Behr erhalten. Behr hatte sich im Auftaktspiel gegen die SG 99 Andernach eine Prellung zugezogen, nachdem er für den verletzten Schlussmann Kevin Michel eingewechselt worden war. Michel fällt mit einem Adduktoren-Abriss mindestens bis Januar aus. Die Mendiger waren zunächst das bessere Team, weil sie mehr Leidenschaft an den Tag legten und die Gäste immer wieder, in deren Hälfte beschäftigten. Nach 37 Minuten hätte das 2:0 fallen müssen: Ein Schuss von Wedemeyer landete an der Latte, den Nachschuss jagte Jeset Akwapay über das Tor.

In zwei Minuten Spiel gedreht

Ob sich die Mayener von einem Zwei-Tore-Rückstand bei sommerlichen Temperaturen noch einmal erholt hätten? Eine hypothetische Frage, denn innerhalb von zwei Minuten drehten sie das Spiel komplett. Nach einem langen Ball von Marcel Löhr auf Tobias Uhrmacher holte der Mendiger Philipp Geisen den flinken TuS-Stürmer von den Beinen.

Schiedsrichter Athanasios Fasoulas aus Ahrbrück zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Pascal Steinmetz ließ SG-Schlussmann Niklas Nett beim anschließenden Strafstoß nicht den Hauch einer Chance (39.). Nur 120 Sekunden später betätigte sich Steinmetz als Vorbereiter: Seine Hereingabe verwertete Joshua Marx aus 20 Metern mit perfekter Schusshaltung zur Mayener Führung.

Dieser knappe Vorsprung sollte bis zum Ende der Partie Bestand haben.

Den Gastgebern fiel in den zweiten 45 Minuten nichts mehr ein. Die Mayener spielten ihre wenigen Konter zu pomadig aus und beschränkten sich größtenteils darauf, das Ergebnis zu verwalten. Aufregung gab es noch einmal in der 89. Minute: SG-Kapitän Schlich kam bei einem Gedränge im 16-Meter-Raum zu Fall.

Die einheimischen Zuschauer forderten vehement Elfmeter, doch diesmal blieb die Pfeife des Unparteiischen stumm. „Wenn Mendig das 2:0 macht, fahren wir mit leeren Händen nach Hause“, räumte TuS-Trainer Reuter ein. „Ich habe immer gesagt, dass wir noch nicht angekommen sind. Wir müssen viel improvisieren und brauchen Geduld.

Auch nach dem Rückstand haben wir nicht die Nerven verloren. Bei gefühlten 80 Prozent Ballbesitz im zweiten Abschnitt hätte ich mir gewünscht, dass wir das Spiel mit dem 3:1 endgültig entscheiden.

So blieb es unnötig spannend.“ Sein Gegenüber sah es ähnlich. „Ein 2:0 hätten wir wohl über die Runden gebracht“, so SG-Trainer Cornel Hirt.

„Ich wollte in der zweiten Halbzeit mit zwei Wechseln noch etwas bewegen, aber das hat uns keine Impulse gegeben. Die nötige Kreativität ging uns ab, das Umschaltspiel hat auch nicht so funktioniert, wie ich es mir vorstelle.“

SG Eintracht Menig/Bell: Niklas Nett, Marcel Berg, Florian Schlich, Florian Wirths, Philipp Geisen, Matthias Strahl (58. Angelo Heid), Jörg Jenke, Milan Rawert (70. Cem Celik), Jeset Akwapay, Sebastian Mintgen, Malte Wedemeyer.

TuS Mayen: Florian Marinus, Uwe Unterbörsch, Marcel Löhr, Tim Krechel, Tim Schneider, Joshua Marx (78. Christophe Bokumabi), Eike Mund, Niklas Heinemann (85. Marcel Schlich), Matthias Tutas, Pascal Steinmetz, Tobias Uhrmacher (74. Philipp Ries).

Schiedsrichter: Athanasios Fasoulas (Ahrbrück).

Vorschau

Nächste Aufgabe für die SG Eintracht Mendig/Bell: am Samstag, 12. August, um 17 Uhr bei der SG Badem/Kyllburg/Gindorf.

Nächste Aufgabe für den TuS Mayen: am Samstag, 12. August, um 17 Uhr gegen den SV Mehring.

Die Lufthoheit nutzte der SG Eintracht Mendig/Bell (links Matthias Strahl) im Derby gegen den TuS Mayen nur wenig.

Die Lufthoheit nutzte der SG Eintracht Mendig/Bell (links Matthias Strahl) im Derby gegen den TuS Mayen nur wenig.

Der Führungstreffer von Malte Wedemeyer (Vierter von links) reichte nicht aus.

Der Führungstreffer von Malte Wedemeyer (Vierter von links) reichte nicht aus.

Die Mendiger Innenverteidigung (links Florian Wirths, rechts Florian Schlich) hatte mit den Mayener Offensivkräften so ihre Probleme.Fotos: SK

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