Rheinlandpokal der Saison 2019/20 - Das Finale am Oberwerth
Ein Neuer Name auf dem Pokal
Engers geht in seinem dritten Finale als Favorit in die Partie gegen den FC Karbach
Koblenz. Es gibt so Geschichten, die schreibt eben nur der Pokal. Und das jedes Jahr aufs Neue. Und in Zeiten von Corona sowieso. Da ist zum Beispiel Felix Käfferbitz. Im Oktober 2019 schied er mit der TuS Koblenz bei der SG Mülheim-Kärlich aus dem Wettbewerb aus. Letztes Wochenenden hatte er, genau wie Leon Gietzen, die Gelegenheit doch noch mit den Rot-Weißen in das Finale einzuziehen. Doch das ehemalige TuS-Duo scheiterte kläglich wie die gesamte Mannschaft. Den anderen Weg dagegen schlugen zum Beispiel die beiden Karbacher Eric Peters (TSV Emmelshausen) und Iljaz Gubetini (TuS Rheinböllen) ein. Beide könnten, obwohl sie bereits im laufenden Wettbewerb den Platz als Verlierer verließen, am Schluss evtl. doch noch feiern und sich als echter Pokalsieger fühlen.
Als echter Pokalsieger fühlen. Das ist das Stichwort für beide Endspielteilnehmer. Den eines ist sicher nach den mindestens 90 Minuten am kommenden Samstag (14.45 Uhr) am Oberwerth. Es wird erstmals seit neun Jahren wieder ein neuer Name in der Siegerliste dieses Wettbewerbs stehen. Letzter Neuzugang in der Verbandshistorie war im Jahr 2011 der SV Roßbach/Verscheid der sich seinerzeit im Finale gegen den TuS Mayen (2:0) durchsetzte. Einer der damaligen Protagonisten war Sascha Watzlawik, der Coach des FV Engers der noch heute von dem erlebten schwärmt. „So ein Finale ist ein unbeschreibliches Erlebnis. Dafür arbeitet man in und mit einer Mannschaft“. Watzlawik ist aber auch ein Trainer, der in einem Finale beide Seiten erlebt hat. Denn neben dem Sieg stand er auch zwei Jahr zuvor mit Roßbach auf dem Platz, als der dem hohen Favoriten Eintracht Trier unterlag. Unglücklich in der Verlängerung. Wie er noch heute betont. Doch das Erlebnis bleibt. „In Polch waren seinerzeit 2.400 Zuschauer auf den Tribünen. Für uns kleine Roßbacher, die in der Regel vor 200 bis 300 Zuschauer kickten, was dies schon ein Erlebnis“. Ein Erlebnis, auf das die beiden Teams am Wochenende am Oberwerth nicht hoffen können. Zwar arbeitet Verbandsvorstand und Landesregierung weiterhin noch an einem Konzept, welches vielen Fußballfreunden den Besuch am Oberwerth ermöglicht, aber eine vierstellige Besucherzahl wird kaum wahrscheinlich sein. Dabei könnten diese Besucher wieder historisches erleben, denn wie erwähnt hat sich bisher noch keiner der beiden Teams jemals in die Siegerliste eintragen können. Der FV Engers war zweimal ganz nah dran. Immerhin standen die Grün-Weißen bereits zweimal im Endspiel. Erstmals 1967. Seinerzeit ein Traumfinale. Im Neuwieder Professor-Hueppe-Stadion standen sich der frisch gekürte Rheinlandmeister SSV Mülheim und der Vizemeister FV Engers gegenüber. 3.000 Zuschauer erlebten ein tolles Spiel mit einem Ergebnis welches bis heute einmalig blieb. 7:0 siegte der Meister über seinen Verfolger und schaffte somit gleichzeitig nicht nur seinen ersten „persönlichen“ Saisonsieg gegen den Rivalen, sondern auch den höchsten Finalsieg bis zum heutigen Tag. Drei Jahre später folgte die zweite Finalteilnahme. Und dies in zwei Akten. Beim ersten Akt war erneut Neuwied als Austragungsort gewählt worden. 2:2 stand es nach 120 Minuten was, zwei Tage später zu einer Neuauflage führte. Als neuer Spielort wurde das Apollinaris-Stadion in Bad Neuenahr auserkoren. Und hier dominierte das Team aus dem Rhein-Ahr-Kreis. Zwar traf Engers nach fünf Minuten durch Manfred Sauer zur Führung, doch innerhalb einer guten halben Stunde hatte Sinzig das Spiel komplett gedreht und lag hier bereits zur Pause mit 4:1 in Front. Am Schluss siegte der Sport-Club sogar mit 5:1 und sorgte für die zweite Finalklatsche des FVE.
Karbach dagegen hat bisher nur selten im Pokal für Überraschungen sorgen können. Finalteilnahmen sind überhaupt nicht zu finden. Das einzige Halbfinale gab es vor drei Jahren als die TuS Koblenz mit einem glücklichen 2:1-Erfolg die Heimreise antreten konnte. Ansonsten bleibt die Pokalhistorie des FC Karbach sehr überschaubar. Zwar gab es in der Saison 1963/64 erstmalig ein kurzes Intermezzo für den damaligen Kreisligisten, der aber seinerzeit bereits mit einer Niederlage im Wiederholungsspiel endete. Erst ab 2008, der FCK stand mittlerweile in der Bezirksliga, konnte der FCK regelmäßig am Wettbewerb teilnehmen. Doch wie der Auftakt 1963 gab es hier eine Niederlage. Die Reserve des TuS Mayen (3:5) beendete auch bereits in Runde zwei das kurze Intermezzo. Trainer seinerzeit bereits Torsten Schmidt, der die Hunsrücker 2005 in der B-Klasse übernommen hatte. Nun könnte ein neues Kapitel in dieser Erfolgsgeschichte dazu kommen denn mit einem möglichen Pokalsieg und einer Teilnahme am DFB-Pokal wäre wohl der nächste Höhepunkt bei den Hunsrückern an der Reihe. Ob dieses mögliche Erstrundenspiel gegen den VfL Bochum allerdings dann hier in der Region ausgetragen wird, ist noch völlig offen. Zuletzt schien auch Wechsel des Heimrechts möglich. Ob dies, angesichts des Zuschauerverbots im Profibereich, weiterhin angedacht bleibt, muss abgewartet werden. Ein Szenario, war natürlich auch dem FV Engers droht. Doch für beide Trainer steht zunächst erst einmal das Finale im Mittelpunkt. Die Statistik im direkten Vergleich spricht für den FV Engers. In den elf Partien stehen fünf Siege des FV Engers, alle übrigens ohne Gegentreffer, und vier Karbacher Erfolge. Dazu kommen dann noch zwei Unentschieden. Eine Variante welche am kommenden Samstag auf jeden Fall nicht am Ende auf dem Ergebnisblock stehen dürfte. -th-
