Fußball-Rheinlandliga, 19. Spieltag
Ein Spielertrainer mit erhöhtem Puls
SG Eintracht Mendig/Bell – SV Windhagen 5:1 (3:0)
Mendig. Wenn es mal läuft, dann läuft es: Mit dem 5:1 (3:0) über den abstiegsgefährdeten SV Windhagen hat die SG Eintracht Mendig/Bell am 19. Spieltag der Fußball-Rheinlandliga den fünften Sieg in Folge errungen. Die Gäste hingegen setzten ihren Abwärtstrend fort: Sie blieben auch im 13. Spiel hintereinander ohne dreifachen Punktgewinn.
„Wir waren heute sehr effektiv und kaltschnäuzig, denn reihenweise Chancen hatten wir ehrlich gesagt nicht“, attestierte SG-Spielertrainer Kodai Stalph seiner Mannschaft eine effiziente Leistung. „In den ersten 20 Minuten waren wir nicht drin im Spiel, der Doppelschlag hat uns natürlich in die Karten gespielt.“ Torjäger Marcel Berg entpuppte sich wieder mal als Türöffner, er drückte den Ball mit seinem schwächeren linken Fuß aus kurzer Distanz ins lange Eck (20.). Nur 180 Sekunden später erhöhte Niklas Heinemann mit einem fulminanten Linksschuss ebenfalls ins lange Eck auf 2:0. Als Florian Schlich sieben Minuten vor der Pause nach einer gefühlvollen Berg-Flanke mit einem schulbuchmäßigen Kopfball das 3:0 erzielte, schien die Messe frühzeitig gelesen zu sein.
Bis zum ersten Tor solide aufgetreten
„Wir wollten solide auftreten und wenig zulassen, das ist uns bis zum ersten Torschuss, der gleich drin war, gelungen“, übte sich Windhagens Trainer Uwe van Eckeren in Galgenhumor. „Wir sind mit heute seit 13 Spielen ohne Sieg, da gehen die Köpfe schneller runter, keiner glaubt mehr an sich. In der Pause haben wir uns vorgenommen, Charakter zu zeigen und als Mannschaft den Platz zu verlassen. Das haben meine Spieler vernünftig gemacht.“
Da die Gastgeber nach Wiederanpfiff mehrere Gänge zurückschalteten, kam Windhagen besser ins Spiel. „Wir waren im Tiefschlaf und hatten völlig den Faden verloren“, blickte der überragende Berg zurück. „Das darf uns nicht passieren.“ Diese Schlafmützigkeit nutzte der eingewechselte Endrit Baftija mit dem Treffer zum 3:1 (56.). Und wenn wiederum Baftija nur drei Minuten später oder Stephan Krist (72.) mit einem Rechtsschuss das durchaus mögliche Anschlusstor gelungen wäre, dann hätte es urplötzlich noch einmal spannend werden können. „Ich hatte schon erhöhten Puls draußen“, räumte der SG-Spielertrainer ein. Stalph stand in den zweiten 45 Minuten an der Seitenlinie, er verspürte „ein Stechen in der Wade“ und sah sich „der Gefahr einer Gelb-Roten Karte“ ausgesetzt.
Zwei späte Treffer
Nach einer Traumkombination über Manuel Oster und Takahiro Hidaka machte Berg mit einem Kopfballaufsetzer (es war sein 15. Saisontor) endgültig den Deckel drauf (83.) und konnte den Puls seines Spielertrainers wieder beruhigen. In der Schlussminute schraubte der eingewechselte Lars Bohm das Ergebnis in eine für die Gäste empfindliche Höhe, Berg hatte wieder mal genial vorbereitet. „Wir hätten nicht mehr gewonnen, aber diese beiden späten Gegentreffer haben mich doch geärgert“, ließ van Eckeren durchblicken. „Dieses 5:1 spiegelt den Verlauf der zweiten Halbzeit nur unzureichend wider.“
SG Eintracht Mendig/Bell: Jan Heinemann, Milan Rawert, Kodai Stalph (46. Florian Wirths), Florian Schlich, Björn Gilles, Manuel Oster, Philipp Franzen, Magomed Ibragimov (62. Lars Bohm), Niklas Heinemann, Marcel Berg, Mustafa Madanoglu (78. Takahiro Hidaka).
SV Windhagen: David Weidner, Stephan Krist, Mikolaj Grabowski, Christopher Alt, Robin Heßler, Tobias Blumentahl, Pawel Klos, Can Sülzen, Gökhan Akcakoca, Armando Grau (46. Endrit Baftija), Ilias David Merzouk (84. Pierre Mohr).
Schiedsrichter: Jean Luc Behrens (Neunkhausen).
Zuschauer: 130.
Torfolge: 1:0 Marcel Berg (20.), 2:0 Niklas Heinemann (23.), 3:0 Florian Schlich (38.), 3:1 Endrit Baftija (56.), 4:1 Marcel Berg (83.), 5:1 Lars Bohm (90.).
Nächste Aufgabe für die SG Eintracht Mendig/Bell: am Sonntag, 8. Dezember, um 15 Uhr bei der SG Ellscheid.
Nächste Aufgabe für den SV Windhagen: am Sonntag, 8. Dezember, um 15.30 Uhr gegen die SG Schneifel Stadtkyll.
Nach dieser Aktion, bei der er auch die Gelbe Karte sah, verspürte SG-Spielertrainer Kodai Stalph ein Stechen in der Wade.
Bis hierhin und nicht weiter: Philipp Franzen (Nummer 45) stellt Windhagens Kapitän Gökhan Akcakoca.
