Lokalsport | 03.04.2017

Fußball-Rheinlandligist von der Brauerstraße feierte den vierten Sieg in Serie

Eine Mannschaft nimmt Fahrt auf

SG Eintracht Mendig/Bell - SG 06 Betzdorf 2:1 (1:1)

Die Entscheidung an der Brauerstraße: Den artistischen Kopfball des Mendigers Stephan Schikora (Nummer elf) sollte der Betzdorfer Christoph Lichtenfeld (ganz links) mit Bauch und Brust über die Linie drücken: Nur in der Zuschauerrolle (von rechts): Torhüter Philipp Klappert, Kapitän Moritz Brato, Mirkan Kasikci (alle Betzdorf) und Marcel Berg von der SG Eintracht Mendig/Bell.SK

Mendig. Die SG Eintracht Mendig/Bell, nach der Niederlage am 26. Spieltag beim FSV Trier-Tarforst so gut wie abgeschrieben beziehungsweise abgestiegen, hat im Abstiegskampf der Fußball-Rheinlandliga so richtig Fahrt aufgenommen. Drei Wochen und vier Spieltage weiter sind die Vulkanstädter schon auf Rang 16 angekommen, drei Vereine hat das Team des scheidenden Trainers Florian Stein (momentan) bereits hinter sich gelassen. Gegen die SG 06 Betzdorf feierten die Kombinierten mit einem hart umkämpften 2:1 (1:1)-Erfolg den vierten Sieg hintereinander. Am nächsten Wochenende geht es zum Schlusslicht nach Wirges.

„Die Mannschaft findet sich mehr und mehr, die Neuzugänge helfen uns enorm. Der Fitnesszustand ist bei allen Spielern hervorragend, wir hatten drei Siege im Rücken: Dann gewinnst du halt auch ein solches Spiel“, analysierte Heimtrainer Stein. „Wir befinden uns auf einer Erfolgswelle. Es ist klar, dass auch die Automatismen nun greifen. Wir haben den Abstiegskampf spannend gemacht, aber unser Weg ist noch lange nicht beendet.“

Den besseren Start vor 230 Zuschauern an der Brauerstraße hatten die Gäste. Nach einem Freistoß von Sven Houck musste Mirkan Kasikci im Fünf-Meter-Raum nur noch den Kopf hinhalten (7.), der Mendiger Torhüter Yannik Reinländer sah bei diesem 0:1 nicht gut aus. Kasikci wurde nach 18 Minuten erneut zum Hauptdarsteller. Eine Flanke von Niklas Heinemann wehrte der Abwehrspieler eindeutig mit der Hand ab.

Der Pfiff blieb aus

Schiedsrichter Lukas Heep aus Neuwied konnte sich allerdings ebenso wenig zu einem Handelfmeter entscheiden wie der Berliner Unparteiische Felix Zwayer am Samstag im Derby zwischen Schalke und Dortmund nach dem Vergehen von Marc Bartra. In der 26. Minute verpassten die Gäste das 0:2. Nach glänzender Vorarbeit von Kenny Scherreiks traf Florian Jaeger den Ball aus acht Metern nicht richtig, Daniel Bianco konnte das Spielgerät gerade noch von der Linie kratzen.

„Nach unserer starken Anfangsphase haben wir alles falsch gemacht, was wir falsch machen konnten“, räumte der Betzdorfer Trainer Marco Weller ein. „Wir waren im Kopf zu langsam, generell viel zu phlegmatisch und ohne Zielstrebigkeit. Wenn ich mir unseren Gegner in den ersten 20 Minuten so angesehen habe, ist es mir völlig unverständlich, dass wir hier nichts mitgenommen haben.“

Statt 0:2 nach 26 Minuten hieß es nur 180 Sekunden später 1:1. Nach einem Traumpass von Niklas Heinemann ließ Malte Wedemeyer dem Betzdorfer Torhüter Philipp Klappert mit einem Linksschuss ins lange Eck keine Abwehrchance. Sieben Minuten später musste Klappert den Ball erneut aus dem Netz holen, doch Schiedsrichter-Assistent Mario Becker hatte Marcel Berg zuvor im Abseits gesehen.

Zwei Minuten vor der Pause startete Berg einen Alleingang. Anstatt den Abschluss selbst zu suchen, legte er den Ball quer, doch Sven Houck spitzelte ihn im letzten Moment vor dem einschussbereiten Niklas Heinemann zur Ecke.

Nach Wiederanpfiff plätscherte das Spiel lange vor sich hin, niemand wollte zu diesem Zeitpunkt das Risiko erhöhen. Ein Kopfball von Berg, den der eingewechselte Maximilian Ramb von der Linie köpfte (69.), leitete eine dramatische Schlussphase ein.

Wedemeyer lief wenig später allein auf das Tor zu, doch Schiedsrichter-Assistentin Aylin Özüpek hatte zuvor ein Handspiel gesehen (73.). Kurz nach dieser Aktion war für Wedemeyer Schluss.

Für ihn kam Top-Joker Stephan Schikora, keine zwei Minuten später lag der Ball im Netz. Einen Freistoß von Niklas Heinemann köpfte Schikora artistisch Richtung Tor, der Betzdorfer Christoph Lichtenfeld drückte ihn mit Bauch und Brust endgültig über die Linie (76.). Danach war Abstiegskampf pur angesagt. In den letzten acht Minuten zeigte der Unparteiische fünf seiner insgesamt sechs Gelben Karten. Die SG 06 versuchte es immer wieder mit hohen Bällen, doch die Abwehr der Mendiger um den nun sicheren Schlussmann Reinländer brachte den knappen Erfolg auch über die zweiminütige Nachspielzeit. Steins anschließende Analyse passte genau: „Betzdorf ist immer wieder eine Wundertüte. Es war ein komisches Spiel, sicherlich von beiden Seiten sehr zerfahren. Aber für uns zählen einzig und allein die drei Punkte.“

Statistik

SG Eintracht Mendig/Bell: Reinländer, Gimnig, Bianco, Mrkalj, Schlich, Iino, Strahl, Kostrewa (81. To. Schumacher), Berg (90. + 2 Schmickler), N. Heinemann, Wedemeyer (74. Schikora).

SG 06 Betzdorf: Klappert, Brato, Lichtenfeld, Houck, Jouni (62. Ramb), Bayram, Jaeger (67. Jashari), Kasikci, Sahin, Scherreiks, Berber.

Schiedsrichter: Lukas Heep (Neuwied).

Zuschauer: 230.

Torfolge: 0:1 Mirkan Kasikci (7.), 1:1 Malte Wedemeyer (29.), 2:1 Stephan Schikora (76.).

Nächste Aufgabe für die SG Eintracht Mendig/Bell: am Samstag, 8. April, um 14 Uhr bei der SpVgg Wirges.

Nächste Aufgabe für die SG 06 Betzdorf: am Mittwoch, 5. April, um 20 Uhr gegen den SV Windhagen.

Eine Mannschaft nimmt Fahrt auf

Eine Mannschaft nimmt Fahrt auf

Die Entscheidung an der Brauerstraße: Den artistischen Kopfball des Mendigers Stephan Schikora (Nummer elf) sollte der Betzdorfer Christoph Lichtenfeld (ganz links) mit Bauch und Brust über die Linie drücken: Nur in der Zuschauerrolle (von rechts): Torhüter Philipp Klappert, Kapitän Moritz Brato, Mirkan Kasikci (alle Betzdorf) und Marcel Berg von der SG Eintracht Mendig/Bell.Fotos: SK

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