Lokalsport | 20.05.2016

Ahr-Automobil-Club Bad Neuenahr

Erfolge und Rückschläge für den Trial-Sport im Kreis

Die Sportler auf der Strecke. privat

Kreis Ahrweiler. Eigentlich wären die jungen Motorsportler des AAC Bad Neuenahr am liebsten mit Trauerflor zur Trial-Veranstaltung nach Dreckenach an die Mosel gefahren. Wenige Tage zuvor hatte die Verbandsgemeindeverwaltung Bad Breisig den berechtigten Hoffnungen des AAC Bad Neuenahr auf die Etablierung einer aktiven Jugendarbeit im Bereich Fahrrad- und Motorrad-Trial einen ganz erheblichen Dämpfer versetzt.

Dabei hatte eigentlich alles sehr gut begonnen: Der Betreiber des Steinbruchs Niederlützingen hatte seine Bereitschaft erklärt, den Wunsch des AAC Bad Neuenahr für ein regelmäßiges Jugend-Trial-Training im dortigen Steinbruch zu unterstützen. Es folgte eine Zeit der intensiven Klärung der möglichen Rahmenbedingungen: Der ADAC Mittelrhein bestätigte den Versicherungsschutz (Haftpflicht / Unfall) der Jugendlichen und erklärte sich bereit, bei ggf. erforderlichen Umweltgutachten zu unterstützen. Zur juristischen Absicherung der Geländeeigentümer wurde der DMSB Haftungsverzicht herangezogen. Der ADAC Mittelrhein sagte dem AAC Bad Neuenahr für die aktive Jugendarbeit im Kreis Ahrweiler sogar ein eigenes Trial-Motorrad zu. Kontakte zu den relevanten Genehmigungsbehörden ließen erkennen, dass man verstanden hat, was Trial ist und man lösungsorientiert denkt und helfen möchte.

Vorstellung des Anliegens

Den Fraktionsspitzen der Ortsgemeinde wurde das Anliegen des AAC Bad Neuenahr vorgestellt, wobei der erste Vorsitzende und der Trial-Referent des Vereins zum Trial-Sport sowie zu haftungs-, versicherungs- und umweltrechtlichen Fragen persönlich Rede und Antwort standen. Es wurde seitens des AAC Bad Neuenahr deutlich gemacht, dass es ausschließlich um ein vereinsinternes Jugend-Trial-Training mit Fahrrad/ Motorrad ein- bis zweimal pro Woche für wenige Stunden geht – um nicht mehr, aber auch um nicht weniger. Zur Entkräftung eventueller Bedenken wurde vorgeschlagen, eine Probezeit durchzuführen und erst nach positiven Erfahrungen mit dem Jugend-Trial-Training eine finale Entscheidung zu treffen.

Die nun erfolgte formale Absage der Verwaltung „aus rechtlichen Gründen“ – wobei diese im Einzelnen nicht erläutert wurden - trifft beim AAC Bad Neuenahr auf großes Unverständnis und ungläubiges Kopfschütteln. Ist es nicht ein Beleg für die Unbedenklichkeit des Trial-Sports, wenn andere Motorsportvereine große Flächen mitten im Naturpark Pfälzer Wald oder in einem Wasserschutzgebiet im Odenwald betreiben dürfen und dort sogar Deutsche Meisterschaften im Trial abhalten? Die Absage trifft insbesondere die Jugendlichen aus dem Brohltal, die in unmittelbarer Nähe einen faszinierenden Motorradsport unter Anleitung hätten erlernen können. Im Laufe der inzwischen über zwei Jahre andauernden Suche nach einer ortsnahen Trainingsmöglichkeit für Kinder und Jugendliche aus dem Kreis Ahrweiler treffen die Verantwortlichen des AAC Bad Neuenahr leider zu oft auf Menschen, die wenig lösungsorientiert vorgehen, dafür aber kreativ in der Findung von Hinderungsgründen sind.

Weitere Geländeoptionen

Es gibt erfreulicherweise weitere Geländeoptionen, die aktuell diskutiert werden und der AAC Bad Neuenahr setzt darauf, dass endlich die große Chance und die Bedeutung aktiven Jugendarbeit erkannt wird und sich diejenigen durchsetzen, die etwas für die Jugend bewegen wollen.

Motorsportliche Erfolge

Doch nun zu den motorsportlichen Erfolgen der jungen Trialsportler des AAC Bad Neuenahr. Trotz Ermangelung eines Trial-Geländes im Kreis Ahrweiler steigt die Zahl der jugendlichen Trialer des AAC, und so absolvierte Neuzugang Finn Schnelle kürzlich als einer von 117 Teilnehmern seinen ersten Trial-Wettbewerb. Selbstbewusst und mit erstaunlich guten Ergebnissen wurde so manche Sektion bewältigt. Bei sommerlichen 26 °C war die Veranstaltung schweißtreibend und anstrengend. Der MSC Dreckenach hatte auf seinem Motorsportgelände anspruchsvolle Sektionen gebaut und sorgte wie immer für einen professionellen Ablauf der Veranstaltung. Die Sanitäter verließen auch dieses Mal das Gelände, ohne tätig werden zu müssen. Bei der Siegerehrung stand der durch die Firma Castrol unterstütze Sven Kaiser für den AAC Bad Neuenahr auf dem Siegertreppchen. Er gewann die Klasse der Experten (höchste Klasse im Jugend-Trialsport) mit deutlichem Vorsprung vor der Konkurrenz.

Ob in Zukunft noch mehr Kinder und Jugendliche aus dem Kreis Ahrweiler auf dem Trial-Siegertreppchen stehen, wird davon abhängen, ob endlich eine ortsnahe Jugend-Trial-Trainingsmöglichkeit im Kreis Ahrweiler gefunden wird. Infos zum Thema Trial im AAC Bad Neuenahr unter trial@aac-badneuenahr.de

Die Siegerehrung in der Klasse der Experten, die Sven Kaiser vom AAC Bad Neuenahr gewann.

Die Siegerehrung in der Klasse der Experten, die Sven Kaiser vom AAC Bad Neuenahr gewann.

Die Sportler auf der Strecke. Fotos: privat

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