Saisonabschluss beim SV Rot-Weiß Queckenberg
Freude und Schmerz auf der Alm
2:5-Niederlage im letzten Spiel - Sportanlage wird nach RWQ-Urgestein Heinrich Kessel benannt
Queckenberg. Zum letzten Spieltag wurde der Mount Queck bereits in den frühen Morgenstunden von strahlendem Sonnenschein wachgeküsst. Und so glich der Fußballberg um 15 Uhr zum Anpfiff einem heißen Glutofen. Zu Beginn schien die brütende Hitze eher dem Gegner, dem SV Wachtberg III, zuzusetzen. Denn die Queckies wirbelten gehörig die trockene Asche auf und verzeichneten nach 15 Minuten ein eindrucksvolles Torschussverhältnis von 5:0. Doch dass es nur 120 Sekunden später 0:1 hieß, ließ Trainer Uwe Lohaus einmal mehr in dieser Saison seine nicht mehr vorhandene Lockenpracht raufen. In der 20. Minute wischte Käpitän Declair eine Klemm-Einwurfflanke mit seinem hoch aufgestellten Scheitel zum bis dato verdienten 1:1 ins Gästetor. Doch die dadurch zaghaft geweckten Hoffnungen auf Punkte erstickten die immer quirliger agierenden Wachtberger bis zur Pause recht brutal in der Queckenberger Asche (27./31.).
Es waren nach Wiederanpfiff höchstens fünf Minuten gespielt, da zappelte das Leder abermals im Kappe-Kasten, und nun merkte man ganz deutlich, dass die Queckies mit ihren trockenen Kehlen sich nur noch in die feucht-fröhliche Saisonabschlussfeier schleppen wollten. Zwar durfte auch Klemm mit einem tückischen 20-Meter-Flatterball nochmals die Kugel im gegnerischen Gehäuse versenken (80.). Doch kurz danach stellten die Gäste den alten Abstand wieder her und gewannen letztlich auch verdient 5:2.
Lohn für 50 Jahre Vereinstreue
Die eigentlichen Highlights fanden an jenem letzten Fußballsonntag ohnehin vor und nach der Partie statt: Um 14 Uhr teilte Bürgermeister Stefan Raetz persönlich einem sichtlich überraschten und tief gerührten Heinrich Kessel mit, dass die Sportanlage am Eichener Weg künftig seinen Namen trägt. Damit beschied die Stadtverwaltung einen entsprechenden Bürgerantrag des Vereins positiv und zeichnete damit die mittlerweile über 50-jährige Vereinstreue und ehrenamtliche Tätigkeit des RWQ-Urgesteins aus. In diesen Momenten nestelte so mancher der zahlreich erschienenen Zuschauer in der Hosentasche nach einem Taschentuch.
Neben dieser frohen Kunde mischte sich allerdings auch Abschiedsschmerz in die Gefühlslage der Rot-Weißen. Denn unmittelbar nach Spielende verkündete „Becker“ Becker seinen Rücktritt. Seit Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Saison 2011/12 teilt er sich mit 115 Einsätzen den Punktspielrekord zusammen mit der ebenfalls unvergessenen Sturmdüse Patrick Geimer. Becker traf dabei insgesamt neunmal ins Schwarze. An dem sympathischen Rechts- bzw. Linksaußen (und manchmal sogar Torwart) schieden sich oft die ohnehin schon geplagten Trainergeister. Mal konnte der „weiße Brasilianer“ einen Messi auf einem Bierdeckel schwindelig spielen, so geschehen zum Beispiel am 2. Juni 2013 bei Rot-Weiß Merl III. Mal chippte er aus 25 Metern das Leder gefühlvoll von halblinks in den rechten Gambel (11. September 2016 bei Galicia Bonn). Doch ab und zu fand er nicht einmal den Weg zum jeweiligen Auswärtsspiel. Und sein mittlerweile über den Mount Queck hinaus bekanntes „Sorry, Jungs“ war wohl eher bei den eigenen Mitspielern gefürchtet als beim Gegner. Trotzdem: Mit Becker verlässt eine treue und eigentlich kaum wegzudenkende gute Seele die Fußballalm an der Madbach.
Am Ende wurden beide Ereignisse würdig und zünftig gefeiert. Dabei bedankte sich die Mannschaft ausdrücklich und herzlich bei allen Unterstützern, Fans, Gönnern und Sponsoren.
Aufstellung: Kappe – Müller – Wappenschmidt, Jentsch, von Sturm – Becker, Declair, Arlt, Klemm, Heinrichs – Klimaszewski. Verstärkung: T. Meixner, Kurek, Jakobs, Breuer, Steinberger, Rau.
