Lokalsport | 02.09.2015

Langstrecken-Weltmeisterschaft lockte mehr als 62.000 Zuschauer an den Nürburgring

Fulminante Premiere auf der Eifelstrecke

Von den voll besetzten Tribünen verfolgten die Fans das Geschehen auf der Strecke.

Nürburg. Noch kurz zuvor hatten einige Medienvertreter einen Erfolg der Veranstaltung öffentlich angezweifelt, und ihrer Thesen mit Bildern der am Freitag üblicherweise nicht unbedingt gut besuchten Tribünen untermauert. Auch wenn die letzten Rennen, diverser Le-Mans-Serien von 2000 bis 2009 nur äußerst spärlich besucht wurden, sah die Realität an diesem Wochenende anders aus. 62.000 Zuschauer feierten vor allem am Samstag und Sonntag eine fulminante Premiere der WEC-Langstrecken-Weltmeisterschaft auf dem Nürburgring. Die Chance, die aktuellen LMP1-Prototypen nach den 24 Stunden von Le Mans wieder am Start zu sehen, lockte mehr Fans an den Ring, als die kühnsten Optimisten zu hoffen gewagt hätten. Bei perfektem Sommerwetter mussten zeitweise sogar die Tribünen im Bereich von Start und Ziel, sowie der Mercedes Arena geschlossen werden, um eine Überfüllung zu vermeiden. Aber nicht nur die Besucherzahlen waren spektakulär, auch auf dem Asphalt ging es spannend zu.

Spannende Rennen

Nach sechs Stunden sicherten sich die Porsche-Werkspiloten Timo Bernhard, Brendon Hartley und Mark Webber ihren ersten Sieg in der LMP1-Klasse der FIA-Langstrecken-WM. Für den Australier und Ex-Formel-1-Piloten Weber war es ein ganz besonderes Ereignis, denn 2009 hatte er ebenfalls auf dem Nürburgring seinen ersten Formel-1-Sieg feiern können. Auf Rang zwei überquerten, trotz dreier Zeitstrafen wegen Überschreitung des maximal erlaubten Treibstoffverbrauchs, Marc Lieb, Romain Dumas und Neel Jani im zweiten Zuffenhausener Porsche 919 Hybrid die Ziellinie. Nichts wurde es mit der Audi-Revanche für die 24h von Le Mans, bei denen ebenfalls Porsche triumphiert hatte. Auch am Ring mussten sich die Ingolstädter mit den Positionen drei für André Lotterer, Marcel Fässler und Benoît Tréluyer, sowie vier für Lucas di Grassi, Loïc Duval und Oliver Jarvis, zufriedengeben. Beide Ingolstädter Fahrzeuge büßten im Rennverlauf über eine Runde auf den siegreichen Porsche ein. „Wir hatten heute einfach nicht den Speed, um im Kampf um den Sieg eine Rolle zu spielen. Letztendlich dürfen wir uns freuen, dass wir noch aufs Podium gefahren sind“, stellte Lotterer fest, der gemeinsam mit seinen zwei Teamkollegen weiterhin die Führung in der WM-Fahrerwertung inne hat.

Die Fahrer des in Köln beheimateten Werksteams von Toyota waren bei ihrem publizierten Heimspiel zu keiner Zeit des Rennens in der Lage, Porsche oder Audi Paroli zu bieten. Mit einem Rückstand von drei, beziehungsweise vier Runden belegte man in der Eifel nur die Plätze fünf und sechs. Einen Erfolg konnte dagegen Pierre Kaffer verbuchen. Der in Bad Neuenahr-Ahrweiler gebürtige Profirennfahrer gewann gemeinsam mit Simon Trummer für das Gredinger Team ByKolles erstmals die Wertung der privaten LMP1-Fahrzeuge ohne Hybridtechnologie. Über einen erfolgreichen Rennverlauf freute sich beim Heimrennen auch das Team von Manthey Racing. In der GTE-Klasse machten die Piloten des Teams mit einem weiteren 911-er Doppelerfolg das WM-Wochenende für Porsche perfekt.

Nach diesem gelungen Einstand der WEC dürfte die Chance für die Nürburgring-Fans nicht schlecht stehen, auch 2016 die spektakulären LMP1-Prototypen wieder auf der Eifelstrecke zu sehen.

Von den voll besetzten Tribünen verfolgten die Fans das Geschehen auf der Strecke.
Fulminante Premiere auf der Eifelstrecke

Der in der GT-Klasse siegreiche und von Manthey Racing betreute Porsche 911.

Von den voll besetzten Tribünen verfolgten die Fans das Geschehen auf der Strecke.

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