SV Rot Weiß Queckenberg
Gespielt wie eine Flasche leer…
Quckenberg. Als Giovanni Trapattoni am 10. März 1998 zu seiner heute noch berühmten Wut- und Brandrede ansetzte, blieb bei den deutschen Zuschauern kein Auge trocken. Auch gut 19 Jahre später konnte man im Preuschoff-Stadion zu Meckenheim des Öfteren beobachten, wie sich der eine oder andere Zaungast immer wieder Tränen aus dem Gesicht wischte. Allerdings lag es diesmal nicht an einem wutschnaubenden Italiener, sondern an der mehr als fragwürdigen Leistung des SV Rot Weiß Queckenberg bei der Reserve des VfL Meckenheim.
Nach gerade einmal 20 Sekunden legte man sich das Ei selbst ins Nest und verhalf den Gastgebern zu deren wahrscheinlich schnellstem Führungstreffer in dieser Saison. Nur vier Minuten später platzierten die Einheimischen die Kugel auf dem ominösen Punkt und bauten problemlos den Vorsprung aus. Danach blitzte ein ums andere Mal der rot-weiße Gästesturm gefährlich im gegnerischen Sechzehner auf, verzeichnete unter anderem einen hörbaren Innenpfostentreffer. Allerdings konnte kein Erfolgserlebnis gefeiert werden. Auch wenn nach vorn ganz ordentlich die Post abging, so ließ der RWQ im taktischen Bereich zu viel vermissen, die Rückwärtsbewegung war teilweise grauenhaft und das gegenseitige Übergeben und Übernehmen von Defensivaufgaben fand bisweilen überhaupt nicht statt. So endete der erste Durchgang, wie er begann – mit einem Doppelschlag (41./45.). Der ernüchternde 4:0-Rückstand belegte die absolut indiskutable, weil kaum vorhandene Abwehrarbeit, wohlgemerkt in allen Mannschaftsteilen.
Damit war der Drops bereits verschluckt, bevor er überhaupt gelutscht werden konnte. In den zweiten 45 Minuten bemühten sich die Queckies zumindest um Schadensbegrenzung. Doch nach dem erlösenden Abpfiff des umsichtig und besonnen agierenden Ringelmann stand ein deprimierendes 0:6 auf der nicht vorhandenen Anzeigetafel. Warum die Kerle von der Madbach nach dem großartigen Kampf nur eine Woche zuvor gegen den Spitzenreiter Galicia Bonn diesmal so desaströs auftraten und zuweilen regelrecht auseinanderfielen, ist einfach nicht zu erklären. Und so beginnt wieder einmal eine Woche des Wunden Leckens, des Leidens und des schmerzvollen Aufarbeitens. In der Hoffnung, dass die Kerle von der Madbach recht schnell zu ihrer Spätform der Hinrunde mit zwei grandiosen Siegen zurückfinden, verbleibt der Berichterstatter in dem Bewusstsein, dass sie definitiv mehr Qualität haben und viel besser Fußball spielen können als in den vergangenen 90 Minuten. Beweisen können sie das am 2. April daheim gegen die Torfabrik (4,2 Treffer pro Spiel) des derzeitigen Tabellenzweiten SC Muffendorf.
Aufstellung: Watty – Wappenschmidt, Declair, Jentsch, Breuer – Rau, Leifer, Arlt, Klemm – Klimaszewski, Mücklich
Verstärkung: von Sturm, Müller, Czernik
Eiserne Reserve: Kappe
