Handball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar
HVV rettet einen Punkt in Osthofen
Vallendar. Spiele beim Tabellenletzten klingen im Vorfeld immer nach einer klaren Sache, sind aber häufig dann doch die schwierigsten Spiele. Genau so ging es dem HV Vallendar am Sonntagabend bei der TG Osthofen. Der Aufsteiger aus Rheinhessen konnte bisher noch keinen Punkt sammeln, unterlag zuletzt jedoch gegen Dansenberg und Budenheim mit nur einem Tor. Die Löwen waren also gewarnt, zumal Osthofen über ein treues Heimpublikum verfügt, das die Mannschaft unermüdlich nach vorn peitscht. Vallendar reiste erneut mit einem extrem kleinen Kader an. Kalani Schmidt, Tin Orelj, Torben Waldgenbach und Stefan Baldus fehlten. Mit an Bord war erneut Christopher Jackmuth aus der zweiten Mannschaft, der am Vortag bereits 60 Minuten in der Verbandsliga absolviert hatte.
Die Rheinländer fanden aber dennoch ganz gut ins Spiel und setzten sich schnell mit 3:1 ab. Im weiteren Verlauf fanden die Hausherren dann aber besser ins Spiel, glichen aus und gingen sogar in Führung. Die Löwen agierten in ungewohnter Formation, der dünnen Personaldecke geschuldet. Doch der HVV versuchte, das Beste aus dieser Lage zu machen und trug lange Spielzüge vor. Eine Schwächephase des HVV nutzte Osthofen konsequent aus.
Viele Abspielfehler
Vallendar leistete sich zu viele einfache Abspielfehler an den Kreis, die die Rheinhessen zu leichten Gegenstoßtoren nutzten. Auch die Defensive wirkte nicht sattelfest, in Zweikämpfen war sie oftmals unterlegen. Die TGO rettete schließlich eine knappe Führung in die Pause. Trainer Wolfgang Reckenthäler forderte eine verbesserte Abwehrleistung und ein konsequenteres Gegenstoßverhalten. Nach Wiederanpfiff pendelte die Führung hin und her, keines der beiden Teams konnte sich absetzen. Die Löwen vergaben mehrmals die Chance, sich entscheidend abzusetzen. Doch klare Chancen wurden teilweise leichtfertig gegen den starken Torwart der Hausherren vergeben. Kurz vor Schluss war das Spiel vollkommen offen, beide Kontrahenten spielten mit offenem Visier.
Acht Sekunden vor Schluss war der HVV mit einem Tor im Hintertreffen, Reckenthäler nahm seine finale Auszeit. Der angesagte Spielzug konnte nicht zu Ende gespielt werden, doch Vallendar wurde ein letzter direkter Freiwurf zugesprochen. Kapitän Oliver Lohner schnappte sich den Ball und versenkte ihn zum 25:25 in den gegnerischen Maschen.
Im Endeffekt muss sich Vallendar über den Punkt freuen, der mit kleinem Kader und einem großen Kämpferherz errungen wurde. Der verletzte Spielmacher Merlin Busse meinte: „Am Ende des Tages müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein. Osthofen war ein unangenehmer Gegner, unsere Abwehr konnte sich auf die immer wiederkehrenden Spielzüge nicht einstellen. Doch mit dieser Formation und den momentanen Umständen müssen wir damit zufrieden sein.“
Dominik Stein erklärte: „Wir hatten oft genug die Chance, das Spiel für uns zu entscheiden, aber wir haben zu viel verworfen. In der Abwehr war die Abstimmung nicht gut genug. Wir sind glücklich mit diesem gewonnenen Punkt. Zum Glück hat Oliver den Freiwurf am Ende reingehämmert. Aber unser Anspruch muss es sein, auch solche Spiele für uns zu entscheiden.“ Am Samstag, 12. November, 18 Uhr, empfängt der HV Vallendar den TV Nieder-Olm in der Sporthalle auf dem Mallendarer Berg in Vallendar.
Es spielten für den HVV: Burgard, S. Stein und Schenk (alle im Tor), Hertz, Lohner, Woods, Meder, Offermann, D. Stein, Graulich, Schleier, Jackmuth.
