Lokalsport | 29.05.2017

Das Audi-Team von Land Motorsport gewinnt die 45. Auflage des ADAC 24h-Rennens

Herzschlagfinale auf dem Nürburgring

Das Siegerpodium des 45. ADAC 24h-Rennens (von links): die Zweitplatzierten Markus Palttala, Nick Catsburg, Alexander Sims und Richard Westbrook, die Sieger Connor De Phillippi, Markus Winkelhock, Christopher Mies, und Kelvin van der Linde sowie die Drittplatzierten René Rast, Robin Frijns, Marcel Fässler und Nico Müller.

Nürburg. Markus Winkelhock (Schorndorf), Christopher Mies (Heiligenhaus), Connor De Phillippi (USA) und Schlussfahrer Kelvin van der Linde (Südafrika) heißen die strahlenden Sieger des ADAC 24h-Rennens in der Eifel. Dabei verwies die Besatzung des Audi-Teams den BMW mit Markus Palttala (Finnland), Nick Catsburg (Niederlande), Alexander Sims und Richard Westbrook (beide Großbritannien) auf Rang zwei. René Rast (Minden), Nico Müller, Marcel Fässler (beide Schweiz) und Robin Frijns (Niederlande) komplettierten mit einem WTR Audi auf Rang drei das Podium.

Ein kurzer, aber heftiger Regenguss wirbelte am Ende des Langstreckenklassikers das Ergebnis noch einmal kräftig durcheinander. Dabei hatte die Wetterprognose zu Beginn der Woche die Hoffnungen genährt, dass die 205.000 Zuschauer, die über alle Veranstaltungstage in der Summe ermittelt wurden, erstmals nach 2001 ein 24-Stunden-Rennen ohne Regen erleben würden.

Bis 20 Minuten vor Ende des Rennens hatten diese Hoffnungen für die Fans ebenso Bestand wie für die Fahrer und Teams der insgesamt 159 gestarteten Fahrzeuge. In insgesamt 22 Klassen kämpften dabei die Besatzungen der Rennfahrzeuge um den Klassensieg. Die meisten davon in der GT3-Klasse, aus der - wie in den vergangenen Jahren auch - in diesem Jahr das Siegerauto hervorging. Insgesamt rollten 34 Fahrzeuge in dieser Klasse an den Start. Nur die beiden Fahrzeuge der Scuderia Cameron Glickenhaus konnten in die Vorherrschaft der GT3-Boliden einbrechen und sich sogar mit der Startnummer 704 die Poleposition sichern.

In den ersten Runden des Rennens gelang es den Glickenhaus- Piloten sogar, in Führung zu gehen und sie gegen die Meute der Sportwagen von Audi, BMW, Mercedes und Porsche zu verteidigen. Doch nach zweieinhalb Stunden kam es zu einer Kollision zwischen einem Mercedes und dem Glickenhaus-Fahrzeug, womit diesem jegliche Siegchance geraubt wurde. James Glickenhaus reagierte frustriert: „Frank hat wegen doppelter gelber Flagge gebremst, was laut Reglement vorgeschrieben ist. Der Typ hinter ihm ist ihm voll draufgefahren. Das war einfach schlecht.“

In den letzten 15 Minuten vor dem Fallen der Zielflagge war das Duell um die Podiumsplatzierungen dann an Dramatik kaum noch zu überbieten. Kurz, nachdem die ersten Regentropfen gemeldet wurden, kamen der führende WRT-Audi und der Land-Audi zum planmäßigen letzten Stop an die Box. Während beim WRT-Auto weiter auf Slicks gesetzt wurde, zogen die Verantwortlichen beim auf Rang drei positionierten Land-Audi Regenreifen auf. Eine Entscheidung, wie Teamchef Wolfgang Land erklärte, die nur gefällt wurde, weil das Auto aufgrund eines Fehlers während des Tankvorgangs länger als vorgesehen an der Box stand.

Glück im Unglück

In diesem Moment Glück im Unglück, denn die Entscheidung erwies sich als goldrichtig. Schlagartig standen drei Viertel des 25,378 Kilometer langen Kurses unter Wasser. Sowohl der führende Audi als auch der Zweitplatzierte Rowe-BMW krochen um die Nordschleife, wobei sie Kelvin van der Linde mit dem Land-Audi überholen konnte. Eine Runde später steuerten auch der WRT-Audi und der Rowe-BMW die Box zum Wechsel auf Regenreifen an. Hinter dem Spitzentrio reihte sich mit Marco Wittmann (Fürth), Tom Blomqvist (Großbritannien), Martin Tomczyk (Kolbermoor) und Augusto Farfus (Monaco) der BMW vom Team Schnitzer ein.

Der erste Mercedes-AMG war der Vorjahressieger von Black Falcon mit der Startnummer eins auf dem fünften Platz, der von Maro Engel (Monaco), Adam Christodoulou (Großbritannien), Yelmer Buurman (Niederlande) und Manuel Metzger (Frauenfeld) gesteuert wurde. Gefolgt vom Frikadelli-Porsche mit der Startnummer 31 mit den Profifahrern Michael Christensen, Klaus Bachler, Norbert Siedler (alle Österreich) und Lucas Luhr (Ermatingen).

Schnellste Rennrunde

Bemerkenswertes Ergebnis auch für den Wochenspiegel-Ferrari mit Georg Weiss (Monschau), Oliver Kainz (Mayen), Jochen Krumbach (Eschweiler) und Daniel Keilwitz (Villingen) mit Endrang sieben. Daniel Keilwitz fuhr mit 8:19,375 Minuten sogar die schnellste Rennrunde. Die Plätze acht und neun belegten der BMW M6 GT3 von Falken Motorsports und der Mercedes AMG GT von Haribo Racing. Ein weiterer Rowe-BMW M6 GT3 komplettierte die Top Ten. Es war im sprichwörtlichen Sinn ein heißes Rennwochenende. Unglaublich tolles Wetter, harte Positionskämpfe bis zur letzten Minute und Fans, die eine Riesenparty gefeiert haben: „Das 24h-Rennen war ein echtes Motorsportfest“, resümierte Rennleiter Wolfgang Hornung. BURG

Nach einem Unfall musste das in den ersten Stunden führende Fahrzeug, der Scuderia Cameron Glickenhaus, das Rennen beenden.BURG

Nach einem Unfall musste das in den ersten Stunden führende Fahrzeug, der Scuderia Cameron Glickenhaus, das Rennen beenden.Fotos: BURG

Der Land-Audi R8 LMS überquerte als Erster die Ziellinie.BURG

Der Land-Audi R8 LMS überquerte als Erster die Ziellinie.Fotos: BURG

Das Siegerpodium des 45. ADAC 24h-Rennens (von links): die Zweitplatzierten Markus Palttala, Nick Catsburg, Alexander Sims und Richard Westbrook, die Sieger Connor De Phillippi, Markus Winkelhock, Christopher Mies, und Kelvin van der Linde sowie die Drittplatzierten René Rast, Robin Frijns, Marcel Fässler und Nico Müller.

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