Der FV Engers bedankt sich bei zahlreichen freiwilligen Helfern
Horst und die Helferinnen: die stillen Helden im größten Spiel
Engers. Wenn der FV Engers im DFB-Pokal auf Eintracht Frankfurt trifft und rund 10.000 Zuschauer ins ausverkaufte Stadion auf dem Oberwerth einlaufen, dann schlägt nicht nur das Herz des Vereins höher. Dann laufen auch im Hintergrund Dutzende helfende Hände zur Höchstform auf – viele davon gehören jungen Frauen, die selbst längst zum festen Bestandteil des Fußballmärchens gehören. Und einer, der das alles möglich macht, heißt Horst Aschkowski.
Horst ist ein echtes Engerser Original. Geboren nur 150 Meter Luftlinie vom Stadion entfernt, seit 1967 Mitglied beim FVE, einst Spieler – heute unverzichtbarer Strippenzieher hinter den Kulissen. Und wenn bei beim FV Engers Großes ansteht, dann weiß jeder: Horst ruft – und sie kommen. Vor allem die Frauenmannschaft des SV Rengsdorf, für die Horst acht Jahre lang als Trainer und sportlicher Leiter aktiv war. Was als kurze Aushilfe geplant war, wurde zur Herzenssache – und bis heute ist das Band eng geblieben.
Schon beim DFB-Pokalspiel gegen Arminia Bielefeld vor drei Jahren standen die Rengsdorferinnen an den Eingängen, schleppten Wasserkisten, kontrollierten Bändchen – und sorgten mit einem Lächeln auf den Lippen dafür, dass alles reibungslos lief. Auch jetzt wieder: Wenn Eintracht Frankfurt anrückt, werden 40 bis 50 Helferinnen im Einsatz sein – viele davon aus Rengsdorf, dazu erstmals auch Handballerinnen vom TV Engers. Ein starkes Team hinter dem Team.
"Ich wollte eigentlich nur drei Monate helfen", sagt Horst über seinen Einstieg in Rengsdorf. Es wurden acht Jahre – und unzählige Erinnerungen. "Das war eine Zeit, die ich nicht missen möchte." Und obwohl er heute längst wieder beim FVE engagiert ist, weiß er: Auf „seine“ Frauen ist Verlass. Viele ehemalige Trainer des SV Rengsdorf helfen ebenfalls mit – nicht nur aus Verbundenheit, sondern auch, weil sie wissen, dass die FVE-Aktiven dieses größte Spiel der Vereinsgeschichte selbst gern sehen möchten und trotzdem ein reibungsloser Ablauf gewährleistet sein muss.
Horst hat den Frauenfußball immer geschätzt. „Weil er ehrlicher ist“, wie er sagt. Keine Schwalben, kein Theater – einfach Fußball. Und er hat ihn geprägt: In Bad Neuenahr, wo aus 15 Spielerinnen 50 wurden. In Bendorf, wo aus einem Torverhältnis von 3:156 ein Aufstieg in die Südwest-Oberliga wurde. In Rengsdorf, wo er mit klaren Ansagen, viel Herz und einfachen Grundsätzen zwei Teams formte.
„Heutige Trainer würden ihre Spieler am liebsten durch brennende Reifen springen lassen“, sagt er mit einem Augenzwinkern. „Ich hab vermittelt, dass ein Pass über fünf Meter ankommen muss, dass in der Abwehr gesprochen wird – solche Dinge. Heute ist das selbstverständlich. Der Frauenfußball hat sich schon extrem weiterentwickelt“, weiß er.
Doch unabhängig davon. Was blieb, sind Respekt und ein hervorragendes Verhältnis. Wenn „Horsti“ fragt, kommen sie – die ehemaligen Spielerinnen und die aktuellen. Ohne Horst und ohne seine Helferinnen wäre ein Spiel wie dieses für einen Amateurverein wie den FV Engers praktisch nicht zu stemmen. Und das ist vielleicht das Schönste am Fußball: Dass nicht nur die auf dem Platz Geschichte schreiben, sondern auch die, die im Hintergrund alles dafür geben.
