Lokalsport | 29.03.2018

Radsportclub Eifelland Mayen richtete rund um das Kottenheimer Waldstadion den dritten Lauf des „Bulls-Cups“ aus

„Kniebrecher“ fordert den Fahrern alles ab

Aus Sicht des Veranstalters war es ein fast perfekter Rennsonntag - 280 Mountainbiker am Start

Direkt hinter der Bunnefix-Hütte ging es für die Fahrer steil den Berg hinauf.SK

Kottenheim. Wohnmobile aus der Niederlande, aus Belgien und aus dem nahen Luxemburg, VW-Busse aus den deutschen Mountainbike-Hochburgen in Bayern und Baden-Württemberg: Auf den Feldern und Parkplätzen rund um das Kottenheimer Waldstadion machte sich so etwas wie Tour-de-France-Atmosphäre breit, auch wenn die Rennräder größtenteils zu Hause geblieben waren. Der dritte Lauf der Cross-Country-Serie um den „Bulls-Cup“, ausgerichtet vom Radsportclub Eifelland Mayen, zog sage und schreibe 280 Mountainbiker aus dem benachbarten Ausland und aus nahezu allen Teilen Deutschlands in die Vordereifel.

Genau genommen handelte es sich erst um den zweiten Lauf, denn die Auftaktveranstaltung in Adenau war aufgrund der eisigen Bedingungen und des knochenhart gefrorenen Bodens abgesagt worden. Vor zwei Wochen in Büchel sahen die Zuschauer ein Matschrennen, in Kottenheim nun herrschten optimale Bedingungen. Als am Sonntagmorgen um 7 Uhr die letzten Vorbereitungen getroffen werden mussten, lagen die Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Zwei Stunden später, als für das Rennen der U13 der erste Startschuss fiel, zeigte das Thermometer schon plus zwei Grad. „Vor zwei Wochen hätten wir hier noch nicht starten können“, erklärte RSC-Sportwart Lukas Geisbüsch, bevor er sich wenig später auf sein Mountainbike schwang und im Rennen „Masters I“ einen hervorragenden sechsten Platz belegte. „Natürlich sind wir mit dem Wetter sehr zufrieden. Es ist schon etwas frisch, aber es handelt sich ja schließlich auch um eine Winterserie.“ Seit 14 Jahren ist der RSC Eifelland um seinen rührigen Vorsitzenden Martin Reis (33) mittlerweile bei der Serie um den „Bulls-Cup“ dabei. Reis, der im Januar 2006 mit gerade einmal 21 Jahren den Vorsitz des heute 152 Mitglieder zählenden Vereins „etwas überstürzt“ übernommen hatte, durfte sich in Kottenheim der Unterstützung von 40 Helfern sicher sein. Vier Stunden Arbeit erforderte der Aufbau am Samstag, seit fast zwei Monaten waren Lukas Geisbüsch, Sportwart und Cheforganisator in Personalunion, und seine Kollegen mit der Präparierung der 2,8 Kilometer langen Strecke beschäftigt. Äste mussten entfernt, die Wege von störenden Steinen befreit werden, schließlich sollten die Mountainbiker rund um das Waldstadion optimale Bedingungen vorfinden. Herausgekommen ist am Ende ein anspruchsvoller und zuschauerfreundlicher Rundkurs. Die Strecke wies 103 Höhenmeter auf und führte bis auf 50 Meter Teerbelag nur über Wege und Pfade. Nach dem Start stieg die Strecke erst leicht und nach der ersten Linkskurve an der Bunnefix-Hütte, wo auch die Verpflegung sichergestellt war, steil den Mayener Weg hinauf an. Auf dem Weg zurück Richtung Waldstadion warteten einige teilweise martialisch anmutende Streckenabschnitte wie das „Loch“, die „Rutsche“, der „Kessel“ oder der „Kniebrecher“ (seit nunmehr drei Jahren im Programm) und forderten den Fahrern alles ab. Der U9-Nachwuchs konnte sich diese gefährlichen Stellen noch ersparen, es ging lediglich über drei flache Runden à 600 Meter rund um das Waldstadion. „Es ist das kürzeste Rennen“, verdeutlichte Lukas Geisbüsch, „aber es erfordert kurioserweise den größten Aufwand.“

Kein Kirchturmdenken

Der Schwierigkeitsgrad der Strecke sei schon hoch, erklärte Reis. „Die Strecke ist in den vergangenen 14 Jahren praktisch mitgewachsen. Allerdings sind Bundesliga-Rennen in den meisten Fällen noch wesentlich anspruchsvoller.“ Ob es ihn störe, dass der RSC Eifelland Mayen das Rennen immer in Kottenheim austragen muss? „Nein, wir fühlen uns wohl hier. Von einem Kirchturmdenken sind wir alle im Verein auch weit entfernt.“ Irmgard Kicherer, die Zweite Beigeordnete der Ortsgemeinde Kottenheim, sah es pragmatisch: „Ich muss keinem der Starter erklären, dass wir 2800 Einwohner haben, aber wir sind schon stolz, dass wir eine solch tolle Veranstaltung hier bei uns erleben dürfen.“ Damit sich die Fahrer an die Vordereifel zurückerinnern, gab es von der Zweiten Beigeordneten bei der Siegerehrung eine Flasche frisch gepressten Kottenheimer Apfelsaft. Die hätte auch Lokalmatador Marius Theisen aus Monreal für einen Podestplatz beim Elite-Rennen gern entgegengenommen. Doch das Eigengewächs des ausrichtenden Vereins RSC Eifelland Mayen hatte wie schon in Büchel Pech: Kurz vor Ende der vorletzten Runde trat der gerade 18-Jährige so kräftig und ungestüm in die Pedale, dass er mit einer gerissenen Kette nur noch zu Fuß ins Ziel kam. „Natürlich bin ich enttäuscht, denn an sich lief es für mich gegen die erfahrene Konkurrenz ganz gut“, meinte Theisen zum Rennen, in dem er unter 32 gewerteten Fahren mit sieben absolvierten Runden auf Rang 20 in die Ergebnisliste kam.

Finale steigt in Boos

Aus Sicht des Veranstalters war es ein fast perfekter Rennsonntag. Beim Finale des „Bulls-Cups“ am Sonntag, 15. April, kann Theisen in Boos einen neuen Anlauf starten. Dort wird sich auch die Gesamtwertung entscheiden. Informationen und Ergebnisse unter www.bulls-cup.de.

Perfekte Körperhaltung und Fahrradbeherrschung pur: Lukas Geisbüsch vom ausrichtenden Verein RSC Eifelland Mayen.

Perfekte Körperhaltung und Fahrradbeherrschung pur: Lukas Geisbüsch vom ausrichtenden Verein RSC Eifelland Mayen.

„Kniebrecher“ fordert den Fahrern alles ab

„Kniebrecher“ fordert den Fahrern alles ab

Direkt hinter der Bunnefix-Hütte ging es für die Fahrer steil den Berg hinauf.Fotos: SK

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