Mofa Club Kell 2001 im ADAC feierte 15. Geburtstag
Motorsport pur
Kell. Mehr als 500 Zuschauer erlebten am Wochenende beim ersten „Mofa-Triathlon“ in Kell Motorsport pur. Der mit rund 1000 Seelen kleinste Stadtteil von Andernach ist bei Zweiradfans weithin bekannt. Aus einer Idee, die im Jahr 2001 entstand hat sich eine etablierte Veranstaltung für Zweiradfahrer entwickelt. So zieht es Mofa-Fans aus nah und fern in den Ort, um an den schon legendären jährlichen Mofa-Rennen teilzunehmen.
Kampf in drei Disziplinen
Zum 15. Geburtstag haben sich die Organisatoren rund um Rennleiter Thomas Müller etwas Neues ausgedacht. Statt des gewohnten Drei-Stunden-Rennens kämpften die Teams in diesem Jahr bei einem Mofa-Triathlon gleich in drei Disziplinen um Ehre und Sieg. Neben dem Distanzrennen über die Dauer von 3333 Sekunden war auch ein Sparsamkeits-Rennen, sowie ein spektakuläres Bergrennen angesagt, bei dem die Mofafahrer in einem eigenen Zeitrennen mit ihren Mofas die Keller Höhe erklimmen mussten.
Das Teilnehmerfeld war in diesem Jahr auf 20 Teams beschränkt. 15 Teams mit etwa 30 Fahrern haben sich zu dem Wettbewerb eingefunden. „Das ist auch völlig ausreichend“, sagt Michael Münz, Presse- und Streckensprecher des MCK. Es sei jetzt schon recht eng auf dem Platz, da die Veranstaltung in diesem Jahr nicht auf der üblichen Strecke auf der Keller Höhe stattfinde. „Neben den zwei Keller Teams und Racing-Teams aus der Region, sind auch einige von weither angereist, wie beispielsweise aus Rheinbach und sogar aus dem Saarland“, erzählt Münz. Als Lokal-Matador trat Michael Bey, Vize-Präsident des MCK, an. Sein Ehrgeiz galt der Disziplin „Sparsamkeits-Rennen“. Um hier als Sieger hervorzugehen, fuhr er mit einem „ganz normalem“ 25er Kubik Straßen-Mofa vor. „Die Idee kam mir eigentlich erst heute Morgen“, sagt Bey. Seine spontane Strategie ging auf. So drehte er mit einem Viertel Liter Sprit deutlich mehr Runden als seine Konkurrenz, die er mit großem Abstand hinter sich ließ. Auf abgemähten Feldern rund um das Bürgerhaus hatten die Renn-Teams ihre eigenen kleinen Mofa-Werkstätten aufgebaut.
Getunt, geschraubt, gedreht und justiert
An den 50er beziehungsweise 80er Kubik Zweirädern, die es heute auf der Straße kaum noch zu sehen gibt, wurde getunt, geschraubt, gedreht und justiert. Bis kurz vor Rennstart versuchte jedes Team das Beste aus seinem Gefährt herauszuholen, auch wenn es nicht allen gelang.
Schon nach der ersten Etappe, dem Distanzrennen, fiel das erste Zweirad aus, sodass beim Bergrennen nur noch 14 Teams gegeneinander kämpften. Vor allem die Hatz gegen die Uhr zog die begeisterten Zuschauer in ihren Bann, die den Fahrern zujubelten, als sie mit ihren getunten Mofas die Keller Höhe hinauf heizten. Doch nicht jedes Gefährt schaffte es aus eigener Kraft den Berg zu erklimmen, so musste manch ein Driver mit Schieben nachhelfen. Für einen Fahrer endete das Rennen schon an der Leitplanke. „Es ist wohl glücklicherweise nur zu einem Blechschaden gekommen“, sagt Rennleiter Thomas Müller erleichtert, als er den Verunglückten im Fahrerfeld erblickte, während er die abgemessenen Spritflaschen an die Teilnehmer der letzten Etappe verteilte. Jetzt galt es mit der vorgegebenen Spritmenge, möglichst viele Runden zu drehen. Auch die jüngsten Teilnehmer Alexander Kraus (21) und Markus Schlich (22) vom Team Büffel-Rider versuchten sich in der Disziplin. Doch gegen Michael Bley und seinem Straßenmofa hatte hier keiner auch nur den Hauch einer Chance. Den Gesamtsieg des Triathlon (80 Kubik) fuhr das Team Red Bull Racing ein. Auf den zweiten Platz landete das Team Eicher 2-Takt und auf den Dritten das Team Safti 1. Auf den 1. Platz (50 Kubik) landete der MCK mit Vize Präsident Michael Bley, den 2. Platz erreichte das Ahorn Racing Team, der 3. Platz ging an das Pauly Racing Team. Während die Zuschauer noch das hochgetunte Mofa-Spektakel verfolgten, bereitete die Live-Band „Die Gerd-Blume-Show“ auf der Freilichtbühne vor der Bürgerhalle schon das nächste Spektakel, vor. Organisatoren, Fahrer und Gäste freuten sich schon gleichermaßen darauf, nach getaner Arbeit bei Schlagern und Evergreens ausgelassen zu feiern. Der zweite Festtag wurde durch einen Gottesdienst im Bürgerhaus eingeläutet, dem sich eine Segnung der Zweiräder anschloss. Seinen Ausklang fand das Geburtstagsfest mit einem Frühschoppen begleitet von Blasmusik durch das Blasorchester Brohltal. Eine Zweiradausstellung mit historischen Zweirädern aus dem Privatfundus der Mitglieder des Keller Mofa-Clubs, sowie eine Bilderausstellung mit Impressionen aus 15 Jahren Mofa Club Kell fanden an beiden Tagen ebenfalls großen Anklang bei den Gästen.
Spannende Szenen gab es zu sehen.
Mit ihren hochgetunten Mofas gaben die Teilnehmer alles beim 1. Mofa-Triathlon des MCK.
