DJK Triathleten „rocken“ Triathlon in Quedlinburg
Nickolaus und Drommel erfolgreich in der „Hölle von Q“
Quedlinburg/Thale. Anlässlich der zweiten Auflage des Triathlons „die Hölle von Q“, nahmen auch die „Triathlon-Urgesteine“ Holger Nickolaus und Torsten Drommel die über 400 km lange Anreise nach Quedlinburg/Harz in Kauf, um bei dem äußerst anspruchsvollen Triathlon über die Mitteldistanz zu starten.
Hierbei galt es zum einen im Ditfurter See zwei Kilometer schwimmend, sodann auf einer zunächst hügeligen, später jedoch extrem bergigen Strecke von 82 km knapp 1500 Höhenmeter auf dem Rad zu bewältigen und final dann über die Halbmarathon-Distanz einen anspruchsvollen Traillauf zu absolvieren.
Das Besondere bei diesem Triathlon ist zum einen, dass es drei Wechselzonen/Zielbereiche gibt, und auch der Lauf nicht - wie üblich - in Runden abgehalten wird, sondern von Thale nach Quedlinburg durch eine landschaftlich sehr reizvoll Strecke führt. Mithin war es für die beiden Andernacher auch organisatorisch nicht ganz so einfach, den Wettkampf zu planen.
Schon früh am Morgen um 6:45 Uhr schmissen sich knapp 300 Athleten in die Fluten des Ditfurter Sees, der mit knapp 21° angenehm temperiert war. Bereits nach 100 m „umkurvten“ die Athleten die erste Wendeboje, sodass dort ein ziemliches Gewühl stattfand. Da die beiden DJKler schon weit vorne lagen, konnten sie sich aus dem „Stau“ heraushalten. Danach ging es lang gezogen auf einem Rechteckkurs. Torsten hatte zu Beginn ein etwas höheres Tempo vorgelegt und konnte links atmend seinen Vereinskollegen Holger, der 20-30 m seitlich außen und hinter ihm schwamm, gut im Auge behalten. Man kennt sich ja von den vielen gemeinsamen Trainings. Gegen Ende beschleunigte Holger wie üblich und konnte zu Torsten aufschließen. Dieser versuchte, durch ein früheres Aufrichten etwas Boden gutzumachen, hatte jedoch nicht bedacht, dass der See extrem schlammig im Uferbereich ist und steckte fast fest, sodass Holger mit zwei Sekunden Vorsprung und der Tagesbestzeit (AK) im Schwimmen von 32,52 Minuten zwei Sekunden vor Torsten die Wechselzone 1 erreichte.
Torsten konnte jedoch Holger überwechseln und entledigte sich seines Neoprens zügig, denn er wusste, dass er noch Ärmlinge und ein Trikot anziehen musste, da die Außentemperaturen gerade einmal 12° betrugen.
Dennoch schafft es Torsten, mit einem gut dreißigsekündigen Vorsprung vor Holger auf die nun folgende Radstrecke zu starten. Von nun an konnte er Konkurrent um Konkurrent „einsammeln“ und hatte bereits nach 30 km die Top 15 im Gesamtklassement erreicht. Auch etwas weiter hinten konnte Holger trotz Trainingsrückstands ein famoses Radrennen abliefern, und sich weiter nach vorne schieben. Nach circa 40 km erreichten beide die sogenannte Rosstrappe, ein sehr gefährliches Abfahrtsstück, das durch einen besonders schlechten Asphaltbelag gekennzeichnet ist und den Radfahrern einiges an technischem Können abverlangt. Aufgrund der tags zuvor abgehaltenen Besichtigung der Strecke, wussten Holger und Torsten, dass man dosiert und um die größten Schlaglöcher herum die Abfahrt bestreiten musste. Dies erledigen beide routiniert. Nun mussten sie in die zweimal zu fahrende finale Bergaufpassage mit acht Kilometer Länge von Thale nach Friedrichsbrunn fahren und wurden Eingangs des Berges von einem Stimmungsnest mit gut 100 Zuschauern freudig begrüßt. Diese Steigung verlangte von allen Athleten das Letzte ab, doch Holger und Torsten konnten dort weitere Plätze gutmachen und insbesondere auch ihre Fahrkünste auf der schnellen Downhillstrecke zeigen. Torsten erreichte nach einer sehr guten Radzeit von 2:43 h die zweite Wechselzone, Holger benötigte etwas länger und erreichte diese nach guten 3:10 h.
Flugs zogen beide ihre Laufschuhe an und begannen den 21 km langen Halbmarathon. Dieser führte am Teufelsmauerstieg vorbei und durch eine herrliche Felsenlandschaft, immer über schmale Trails und Schotterpisten, sodass auch hier höchste Aufmerksamkeit geboten war. Zudem forderte die wellige Strecke einiges an Kraft. Ein hohes Durchschnittstempo wie auf den sonst üblichen flachen Laufstrecken war somit nicht möglich. Dennoch erreichten beide DJKler einen Schnitt von um die 4:30 min pro Kilometer und sammelten weitere Konkurrenten ein. Torsten duellierte sich hierbei mit einem ehemaligen Europameister über die Ironman 70.3-Distanz und konnte diesen zunächst überholen. Danach wechselte die Führung zwischen den beiden und Torsten konnte sich ab Kilometer neun leicht absetzen. Er wurde jedoch von dem erfahrenen Athleten am letzten Steilstück, hinauf zum Schlossberg bei Kilometer 19, innerhalb von Quedlinburg, doch noch abgefangen. Torsten konnte sich mit einem famosen Schlussspurt noch den siebten Platz im Gesamtklassement sichern und wurde zudem Zweiter in der AK50.
Er erreichte knapp unter der magischen Fünfstundenmarke nach 4:57 h freudestrahlend den Marktplatz in Quedlinburg, wo er von zahlreichen Zuschauer in frenetisch empfangen wurde. Auch Holger Nickolaus teilte sich sein Rennen sehr gut ein, konnte sich aus dem vorderen Drittel immer weiter nach vorne arbeiten und schafft es durch einen tollen Halbmarathon von 1:39 h bis auf den fünften Platz in der AK50 vorzulaufen. Gerade im letzten Drittel flog er förmlich an den Konkurrenten vorbei, da er an eine ausreichende Energiezufuhr dachte und das Ganze noch mit einigen Bechern Cola ergänzte. Auch er erreichte freudestrahlend in Marktplatz, wo er von seinem Vereinskollegen freudig in Empfang genommen und von den Zuschauern bejubelt wurde. Mit diesen beiden tollen Ergebnissen konnten die beiden dann freudestrahlend die Rückfahrt antreten.