EHC: Turbulente Jahreshauptversammlung
OB Nikolaus Roth ist bei Standortfrage zuversichtlich
Neuwied. Kehrtwende in Sachen Eishockey in Neuwied. Sah es vergangene Woche noch danach aus, dass in Neuwied sowohl beim EHC als auch beim Ice-House die Lichter sofort bzw. im Frühjahr 2017 ausgehen, stellt sich die Situation nun anders dar. Der Sturm der Entrüstung, der nach Bekanntwerden des Insolvenzantrages losbrach, hat gezeigt, dass die Neuwieder ihr Eishockey nicht einfach so aufgeben. Von höchster Stelle schaltete sich Oberbürgermeister Nikolaus Roth ein. Der war von der Insolvenz genau so überrascht, wie die Fans. Wie versprochen, schaltete er sich in den Konflikt zwischen EHC und Halleneigentümer Uwe Weidemann ein. Das Ergebnis: „Oberbürgermeister Nikolaus Roth ist überzeugt, dass es in Neuwied trotz Insolvenzantrag des EHC weiterhin Eishockeysport geben wird“, erklärte Pressesprecher Erhard Jung am Freitagvormittag. Der Oberbürgermeister lässt verbreiten, dass der Fortbestand der Eishalle über das Frühjahr 2017 hinaus nicht gefährdet ist. Parallel dazu sei der Vorstand des Vereins bestrebt, im Jugend- und Amateurbereich auch künftig Teams an den Start gehen zu lassen. „Es ist beeindruckend, wie der alte Vorstand trotz der aktuellen Situation um den Fortbestand des Eishockeysports kämpfe, erklärte Nikolaus Roth. Er hofft nun, dass mit Unterstützung durch die vielen Fans dieser erste Schritt aus der Krise gelingt und alle gemeinsam ein positives Signal aussenden. Darüber hinaus sei auch die Unterstützung durch den Förderverein für das Jugend-Eishockey in Neuwied nicht hoch genug zu schätzen.
EHC nimmt Stellung
In der vergangenen Woche nahm ebenfalls der EHC Vorstand offiziell Stellung zum Vorwurf der Fans, nicht alles für den Erhalt des EHC und den Fortbestand der Oberliga - Mannschaft getan zu haben. Der Insolvenzantrag sei nach fachkundiger Beratung durch einen Rechtsanwalt gestellt worden. Dieser Schritt sei aufgrund der Rechtslegung alternativlos gewesen, heißt es in der Stellungnahme. „Wir konnten davon ausgehen, dass die Veröffentlichung des Antrags erst nach drei bis vier Tagen vorgenommen wird. In dieser Zeit wollten wir unsere Mannschaft und die Öffentlichkeit informieren.
Das ganze Vorhaben ist leider ganz anders verlaufen“, bedauert der Vorstand. Die Verantwortlichen nehmen Stellung zum Eindruck in der Öffentlichkeit, dass sie den Verein nur abwickeln wollen. „Hierzu sagen wir ganz klar: Nein, wir kämpfen. Wir kämpfen für den Eishockeystandort Neuwied, für den Profisport, für den Nachwuchs und für unsere Fans. Ein Start in der Oberliga Nord ist jedoch definitiv ausgeschlossen. Es steht aber die Idee im Raum, eine Seniorenmannschaft in der Regionalliga antreten zu lassen. Hierfür müssen aber noch Gespräche mit dem Insolvenzverwalter und dem Verband geführt werden“.
Weiter ruft der EHC Vorstand um Mithilfe auf: „Wir hören aus vielen Ecken, dass sich Freunde und Gönner intensive Gedanken um den Fortbestand des EHC Neuwied und des Nachwuchses machen. Lasst uns zusammen an einem Strang ziehen und uns an einen Tisch setzen. Gemeinsam sollten wir es schaffen, einen Plan zu erarbeiten“.
Jetzt fand die Jahreshauptversammlung statt. Die in den vergangenen Tagen eingegangenen Mitgliedsanträge interpretiert der Vorstand als positives Signal. Die Erklärung endete mit dem Dank an die treuen Fans, die Zuschauer, die ehrenamtlichen Mitarbeiter, an den Trainer und die Mannschaft, dem ganzen Nachwuchsbereich sowie den Sponsoren. FF
Immerhin geht es weiter: Eishockey ja aber nicht mehr auf dem Niveau der Oberliga.
