Audi siegte bei den 47. ADAC Adenauer Deutsche Payment Trophy
„Regenschlacht“ auf dem Nürburgring
Witterungsbedingungen sorgen für eine 70-minütige Verspätung des Zeittrainings
Nürburg. In einer spannenden Schlussphase sicherte Christopher Mies bei der 47. ADAC Adenauer Deutsche Payment Trophy, vierten Lauf zur VLN-Langstreckenmeisterschaft, dem Team von Land Motorsport den ersten Gesamtsieg in der Saison 2016. Christopher Mies und Conner De Phillippi bescherten mit diesem Sieg im Audi R8 LMS dem Traditionsrennstall aus dem Westerwald bereits den zwanzigsten Gesamtsieg in der VLN-Geschichte. Bis 60 Minuten vor Rennende hatte alles noch auf einen Sieg der Fahrerpaarung Sebastian Asch und Kenneth Heyer im Mercedes AMG GT3 des Niederzissener Zakspeed Teams hingedeutet. Doch nach dem Kenneth Heyer den AMG GT3 übernommen hatte, konnte Christopher Mies bis zu 30 Sekunden pro Runde auf Heyer aufholen und schließlich die Führung übernehmen. Heyer war mit Platz zwei aber trotzdem sehr zufrieden. „Das ist mein erstes Podiumsresultat in der VLN, darüber bin ich sehr glücklich. Ich bin noch nie ein Rennen bei Regen auf der Nordschleife gefahren, deshalb bin ich die erste Runde des Schlussstints sehr vorsichtig angegangen. Im Adenauer Forst hat Christopher mich in Runde 20 überholt, das war ein starkes Manöver, und ich hatte nichts entgegenzusetzen“, so Heyer.
Kampf um den letzten Podiumsplatz
Auf dem dritten Platz überquerten Martin Ragginger und Wolf Henzler im Falken-Porsche, vor den Markenkollegen von Frikadelli Racing, Sabine Schmitz, Patrick Huisman und Norbert Siedler, die Ziellinie. Ebenso wie beim Zweikampf um den Sieg, hatte auch beim Kampf um den letzten Podiumsplatz zunächst die Besatzung des Frikadelli Porsche die Nase vorne, bevor sich das Falken-Duo in den finalen Minuten durchsetzen konnten. Dabei kostete ein Dreher im Ausgang des Streckenabschnitts „Brünnchen“ der Besatzung des Frikadelli-Porsche wertvolle Zeit. „Ich bin in der Eiskurve ausgerutscht und blieb genau vor einem hohen Curb stehen. Dann ging der Rückwärtsgang nicht rein. Erst als ich das notwendige Szenario ein zweites Mal durchgespielt habe, funktioniert es. Danach hat das Getriebe aber nicht mehr zurückgeschaltet, darum bin ich eine Weile untertourig durch die Gegend gefahren, bis auch dieses Problem behoben war“, erklärte Sabine Schmitz den Zeitverlust. Hinter dem Porsche 911 GT3 R des Frikadelli Teams aus Barweiler platzierten sich Jesse Krohn, Jörg Müller und Victor Bouveng als beste Besatzung eines BMW M6 GT3. Bei vierzehn gestarteten SP9-Boliden gelang es Tim Scheerbarth und Toril Boquoi, mit dem sechsten Rang im Black Falken SP7-Porsche 991 Cup, in die Vorherrschaft der GT3 Fahrzeuge einzubrechen.
Sensationeller Gruppensieg
Fast noch sensationeller folgte auf Rang sieben mit dem RTR-Porsche aus der Gruppe H, das erste Fahrzeug mit einem Baujahr bis 2008. Die beiden Lokalmatadore Alex Autumn und Christian Menzel fuhren den Erfolg für das Adenauer Team von raceunion Teichmann Racing ein. Das unter der Bewerbung des MSC Adenau startende Duo sicherte sich mit dieser Platzierung auch den Wertungsgruppensieg in der Gruppe H. Entsprechend begeistert äußerte sich Christian Menzel über den Rennverlauf: „Das war natürlich mein Wetter. Ich liebe es auf der Nordschleife, ein Auto im Regen am Limit zu bewegen. Da habe selbst ich wieder gestaunt, wie weit man mit einem „Youngtimer“ nach vorne fahren kann, phasenweise P5 im Gesamt. Dies spricht aber auch für die gute Vorbereitung des Porsches seitens RTR, alles einwandfrei. Auch Alex hat unser „Schätzchen“ sicher und schnell ins Ziel gebracht, jetzt habe ich Lust auf mehr.“ Die beiden Audi R8 LMS von Car Collection Motorsport und der Porsche Cayman von Lars Kern und Christoph Breuer komplettierten die Top 10.
Nebel sorgt für Verzögerungen
Dabei hätten die Wetterbedingungen der spannenden und bestens vom MSC Adenau organisierten Veranstaltung beinahe einen Strich durch die Rechnung gemacht. Starker Nebel sorgte für die bange Frage, ob und wann dieser sich für einen sicheren Rennverlauf verflüchtigen würde. Nach einer 70-minütigen Verspätung dann aber Entwarnung und das Zeittraining konnte über die volle Dauer von 90 Minuten stattfinden. Da sich die Witterungsbedingungen aber nicht grundlegend änderten, holte sich die Rennleitung vor dem Start den Rat von Fahrern aus unterschiedlichen Klassen ein. Auf einer Informationsrunde überzeugten sich Rudi Adams, Alex Autumn, Christopher Brück, Rolf Derscheid, Dirk Groneck und Marcel Mannheller vom Zustand der Strecke und sprachen sich für einen Start aus. Die Rennleitung entschied schließlich nach zwei gefahrenen Einführungsrunden, das Rennen für die 133 Starter freizugeben. Unter den Teilnehmern auch der Eifelblitz vom Team Scheid-Honert Motorsport, der als Polesetter des BMW-Cup ins Rennen gestartet war. In Folge einer leichten Kollision in der Mercedes-Arena verlor das Scheid-Auto einige Positionen. Nach einer bravourösen Aufholjagd erreichten Thomas Jäger und Rudi Adams am Ende als Klassendritte das Ziel. Nach zwei Siegen in der Wertung der Porsche Cayman GT4 Clubsport Trophy, reichte es beim vierten Lauf für die Besatzung des zweiten RTR Porsche Marc Hennerici und Moriz Obernheim nicht ganz für den Sprung auf die oberste Podiumsstufe. Mit einem Reifenschaden im Zeittraining musste das Duo das Rennen von der fünften Startposition in ihrer Klasse in Angriff nehmen. Mit einer ebenfalls fantastischen Aufholjagd belegten Hennerici und Obernheim mit einem Rückstand von weniger als einer Minute die zweite Position. Keinen glücklichen Rennverlauf nahm das Heimrennen für die beiden Teams von Phoenix und GetSpeed, die beide ihr Spitzenfahrzeug vorzeitig abstellen mussten. Der nächste Lauf der VLN Langstreckenmeisterschaft findet am Samstag, 16. Juli statt und bildet den Abschluss der ersten Saisonhälfte.
BURG
Nach einem verpatzten Saisonstart meldete sich mit Rang vier der Frikadelli Porsche zurück auf der Erfolgsspur.
Die RTR-Piloten (von links) Christian Menzel, Alex Autumn und Marc Hennerici beim Erfahrungsaustausch nach dem Training. Foto: Peter Burggraf / PeBuMedia
Einen sensationellen siebten Gesamtrang verbuchten Alex Autumn und Christian Menzel mit dem RTR-Porsche aus der Wertungsgruppe der „Youngtimer“. Foto: Peter Burggraf / PeBuMedia
