Lokalsport | 29.03.2019

Landessportbund präsentiert mit Steuerungsgruppe Inklusion und drei regionalen Sportbünden Sport-Inklusionslotsen-Projekt

Regionale Netzwerker sollen Barrieren einreißen

Rheinland-pfälzisches Sport-Inklusionslotsen-Projekt als „Riesenchance“ für die Vereine

Treiben die Inklusion im Sport voran (v.l.): Theresa Windorf (DOSB-Projektreferentin), Olaf Röttig (Geschäftsführer BSV RLP), Laura Trautmann (LSB-Referentin Inklusion), Mathias Mester (Projekt-Pate), Katharina Pape (LSB-Sport-Inklusionsmanagerin), Matthias Rösch (Landesbehindertenbeauftragter), Michael Bergweiler (Geschäftsführer SO RLP), Nicole Muth (Vizepräsidentin Sportbund Rheinhessen) und Johannes Bildhauer (Vorsitzender Gehörlosen-Sportverband RLP). Foto: LSB/M. Heinze

Rheinland-Pfalz/Ingelheim. Menschen mit Behinderungen in Rheinland-Pfalz – und dort insbesondere im ländlichen Raum – den Weg ins aktive Sport- und Vereinsgeschehen ermöglichen – darum geht es beim neuen Sport-Inklusionslotsen-Projekt, das der Landessportbund (LSB) mit der rheinland-pfälzischen Steuerungsgruppe Inklusion und den drei regionalen Sportbünden im Weiterbildungszentrum Ingelheim der Öffentlichkeit präsentierte.

Die Steuerungsgruppe setzt sich zusammen aus LSB, Behinderten- und Rehabilitationssportverband Rheinland-Pfalz (BSV RLP), Special Olympics Rheinland-Pfalz (SO RLP) sowie Gehörlosen-Sportverband Rheinland-Pfalz. Hauptziel des Projekts ist es, insgesamt 14 Lotsen zu installieren, die für ihre Arbeit honoriert werden – und zwar flächendeckend. „Als Lotse ist man ein Inklusionsheld“, sagt Sport-Inklusionsmanagerin Katharina Pape. „Man unterstützt Sportvereine dabei, Angebote umzusetzen und sich für das Thema stark zu machen.“

Mit Hilfe der Lotsen können Menschen mit Behinderung aktiv am Vereinsleben in ihrer Lieblingssportart teilnehmen. Die Lotsen werden ausgewählt, in drei Schulungen qualifiziert und in die regionalen Netzwerke eingebunden. Dort sollen bessere Verknüpfungen entstehen und so Berührungsängste abgebaut werden. Anfang nächsten Jahres sollen die Lotsen ihre Arbeit aufnehmen. Das Projekt läuft bis 31. Dezember 2021. „Dann sollte es so sein, dass die Strukturen geschaffen sind und es im Idealfall ein Selbstläufer wird“, so Christoph Palm, Sprecher der LSB-Geschäftsführung. Die „Aktion Mensch“ finanziert das Programm über diesen Zeitraum mit knapp 200.000 Euro.

Monetäre Anerkennung und mehr Wertschätzung für Lotsen

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Sportvereine nicht inklusiv genug sind“, macht Pape deutlich. „Wir brauchen Menschen, die wirklich vor Ort und dort Ansprechpartner für die Vereine und betroffene Menschen mit Behinderung sind.“ Das Besondere sei, dass man vor der ehrenamtlichen Arbeit wegkommen wolle. Damit die Lotsen („Menschen, die selbst betroffen sind oder die Angehörige haben, die betroffen sind“) auch monetäre Anerkennung und mehr Wertschätzung bekommen. „Die Lotsen bekommen von uns das Knowhow“, so Pape. „Es gibt viel Interesse an dem Projekt, wir haben schon mehr als 35 Bewerbungen bekommen – würden uns aber über weitere Bewerbungen freuen.“ LSB-Sprecher Palm erklärte, man sei „sehr überrascht über die Vielzahl der Bewerbungen – nur in der Südwestpfalz hapert es noch ein wenig“.

Gesicht des Projekts ist Mathias Mester, Paralympics-Speerwerfer von Weltklasse-Niveau und neben seinen weiten Würfen mit dem Speer auch bekannt für seine gute Laune. „Ich finde es toll, dass es jetzt so etwas gibt, weil es viele Menschen gibt, die sich einfach nicht trauen“, sagte der mehrfacher Welt- und Europameister und Silbermedaillengewinner. „Rheinland-Pfalz ist für mich Vorreiter auf Bundesebene.“ Als er einst bei der DJK Coesfeld angefangen habe, seien „die Leute schon ein wenig überfordert gewesen mit der Situation, als da ein kleinwüchsiger, frecher, lieber Junge in den Verein gekommen ist und gesagt hat, dass er gerne mit Fußballspielen möchte“. Dies sei „eine sehr große Herausforderung für den Sport“ gewesen, so der Projekt-Pate. „Für uns Sportler war es aber nie ein Problem“.

Inklusion wird gerade auch im Bereich Freizeit, Sport und Kultur gelebt

Olaf Röttig, Geschäftsführer des Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes RLP, betonte stellvertretend für die Verbände in der Steuerungsgruppe, man sei „froh, dass wir gemeinsam diesen Weg gehen können. Wir wollen das gemeinsam machen, nicht gegeneinander. Denn das kann weder der LSB alleine noch die drei Behindertensportorganisationen. Wir wünschen uns, dass durch das Projekt möglichst viele Menschen zum Sport finden – unabhängig davon, ob sie behindert sind oder nicht“. In den Augen von Matthias Rösch, Landesbeauftragter für die Belange behinderter Menschen, wird Inklusion gerade auch im Bereich Freizeit, Sport und Kultur gelebt. „Einen Sportverein gibt es in jeder Gemeinde, in jedem Stadtteil – hier wird Inklusion lebendig“, so Rösch. „Aber es gibt noch viel zu viele Vorbehalte und Unwissen.“ Laut Röttig ist es „oftmals kein böser Wille, sondern Unsicherheit“. Den Vereinen „diese Ängste zu nehmen, ist ein ganz wichtiges Thema“. Das fange mit ganz profanen Fragen wie der Versicherung an. „Sobald diese Barriere der ersten Unsicherheit überwunden ist, finden sich oftmals Lösungsmöglichkeiten, von denen man ein halbes Jahr vorher noch nicht gewusst hat, dass es die überhaupt gibt.“ Die „Barrieren im Kopf“ seien häufig auch „durch Best-Practise-Beispiel“ zu überwinden. Pape bezeichnete als größte Herausforderung des Projekts neben „mentalen Hürden in den Vereinen“ auch „strukturelle Hürden“ wie bauliche Gegebenheiten – etwa fehlende Zugangsmöglichkeiten für Gehbehinderte oder Rollstuhlfahrer. „Oft sind die Vereine noch nicht offen genug, was das Umdenken anbelangt“, so die Sport-Inklusionsmanagerin.

In Röschs Augen ist das Projekt eine „großartige Möglichkeit und eine Riesenchance, den Vereinen vor Ort mit direkter und zielgenauer Kommunikation Unterstützung zu geben“. Die Inklusionslotsen könnten wertvolle Tipps in Sachen Finanzierung geben und „helfen, grundlegende Probleme zu lösen, wie man zum Sportverein kommt“. Diese sportive Vernetzung sei „eine ganz wichtige Aufgabe“. Mit Unterstützung des LSB habe man „verlässliche Strukturen“ geschaffen. Nun gelte es, „viele engagierte Lotsen zu finden“. Pressemitteilung

Landessportbund Rheinland-Pfalz

Treiben die Inklusion im Sport voran (v.l.): Theresa Windorf (DOSB-Projektreferentin), Olaf Röttig (Geschäftsführer BSV RLP), Laura Trautmann (LSB-Referentin Inklusion), Mathias Mester (Projekt-Pate), Katharina Pape (LSB-Sport-Inklusionsmanagerin), Matthias Rösch (Landesbehindertenbeauftragter), Michael Bergweiler (Geschäftsführer SO RLP), Nicole Muth (Vizepräsidentin Sportbund Rheinhessen) und Johannes Bildhauer (Vorsitzender Gehörlosen-Sportverband RLP). Foto: LSB/M. Heinze

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Daueranzeige
Innovatives rund um Andernach
Oster-Anzeige
Koblenz blüht
Ostergruß
Innovatives rund um Andernach
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
Osteraktion
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Empfohlene Artikel
Der MGC Bad Bodendorf startet vielversprechend in die neue Saison.  Foto:privat
53

Köln. Mit Spannung war der erste Spieltag der NBV Bezirksliga 4 erwartet worden – und er hielt, was er versprach. Auf der Betonbahn in Köln-Neubrück schickten fünf Vereine insgesamt 39 Spielerinnen und Spieler ins Rennen. Der MGC Bad Bodendorf zeigte dabei eine kämpferisch, aber durchwachsene Teamleistung und belegte am Ende Rang vier. Besonders zwei Akteure rückten ins Rampenlicht: Oliver Frings und der noch schulpflichtige Nachwuchsspieler Simon Weber.

Weiterlesen

Die ADAC RAVENOL 24h Nürburgring sind in Sachen der Teilnehmerzahl traditionell das größte Rennen der Welt.
38

Nürburg. Der Wandel gehört bei den ADAC RAVENOL 24h Nürburgring zum Konzept. Schließlich passen die zuständigen Organisatoren beim ADAC Nordrhein das Reglement des Klassikers seit der Premiere im Jahr 1970 immer wieder an. So halten sie mit der technischen Entwicklung schritt, aber auch die Abläufe wurden immer wieder verbessert und die Sicherheit für alle Beteiligten erhöht. Wie attraktiv das Rennen auch bei seiner 54 Auflage ist, zeigt der Riesenandrang der Teams.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2268

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
132

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Holz Loth-Entsorgung
Titel
Anlagenmechaniker
Hasenhoppeln & Heimatshoppen
Tag der offenen Tür
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
Container Anzeige
Stellenanzeige mehrere Stellen
Stellenanzeige
Dauerauftrag 2026
Ostergrußanzeige
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Stellenanzeige Kita