LSV Bad Neuenahr-Ahrweiler
„Schäfchenwolken“ bis zum Horizont
Wenn der Himmel zur Rennstrecke für Segelflieger wird
Region. Das Segelflugwochenende bescherte den drei Vereinen des Ahrkreises einen schönen Sonntag. Der Hochdruckeinfluss brach die nicht wetterwirksame Kaltfront gegen Mittag auf und es entwickelten sich Cumuluswolken mit Basishöhen um 1800 Meter. Der Süden von Rheinland-Pfalz hatte noch ein wenig bessere Bedingungen - so ist das halt mit dem Wetter. Samstag und Sonntag wurden vom Ballonfestival Bonn zu Aufstiegen von der Rheinaue genutzt. Einige Ballone schafften es bei dem Nordwind bis Bad Neuenahr.
Karin Wiesenthal (Arcus M) vom Luftsportverein Mönchsheide, Aero-Club Bad Breisig-Andernach e.V. (LVM) flog zuerst in die Nähe der Rurtalsperre im Nationalpark Eifel, drehte nach Osten und setzte ihre zweite Wende über dem hessischen Günterod am Aartalsee und brachte 92 km/h für die 2,5 Stundenwertung mit nach Hause. Ihr Vereinskamerad Davis Canals (LS7 WL) schaffte 34 Km/h zwischen Rhein und Eifel. Insgesamt reichten die Flüge in Runde Neun für Platz 17 in Rheinland-Pfalz und somit verbleibt der LVM auf Rang Zehn der Tabelle.
Gerhard Krautwig von der SFG Wershofen (SFG) (Ventus bT 15m) wendete das erste Mal über dem kleinen Dorf Wanne in Belgien, in rund 60 Kilometer Entfernung von Wershofen, drehte gen Süden bis kurz vor Trier, um dann zum letzten Wendepunkt über Sinzig zu fliegen: 78 km/h für die Ligawertung. Wolfgang Hofmeister-Dunkel (DG 800S/18) nutzte ebenfalls die guten Bedingungen für einen Ausflug von Wershofen bis zur A3 bei Dierdorf und zurück: 60 hm/h für die Wertung. Die SFG steht somit auf Rang 16 in Runde neun und auf Platz Neun im Gesamtranking.
Beim LSV Bad Neuenahr-Ahrweiler (LSV) punktete Thomas Marr (DG 600/18) mit 98 km/h. Die erste Wende setzte Thomas Marr nach genau 100 km von Bad Neuenahr an der Landesgrenze zwischen NRW und Hessen: „Seit meine kleine Tochter auf der Welt ist, scheint mein Segler an einem Gummiband zu hängen, das sie in der Hand hält. Wenn sie dran zieht heißt das für mich: Papa komm heim. Ich kann gar nicht anders, als meine Maschine mit maximaler Geschwindigkeit nach Hause zu fliegen und so kommen dann die Wertungen zustande.“ Peter Metzen (Ventus2c/18) lieferte mit 76 km/h den zweiten Wertungsflug für den LSV. Nach einer Stunde gemeinsamen Fluges Flügel an Flügel mit Thomas Marr, brachten die beiden eine taktische Entscheidung auseinander: Während Peter Metzen nur eine Wolke weiterflog, nahm Thomas Marr einen sicheren Aufwind in Anspruch. Nach wenigen Minuten ergab sich so ein Höhenunterschied von mehr als 1000 m. Erst nach 4,5 Stunden trafen sie sich wieder zur Landung in Bad Neuenahr. Lars Schöttler flog mit Dirk Schlünsen auf dessen ASH 25 Mi 148 km nach Nordosten bis fast zum Edersee und dann nach Westen bis Meinerzhagen, um von dort mit der Kraft des eingebauten Klapptriebwerkes nach Bad Neuenahr zurückzukehren. Die Kreisstädter holten hinter den „Südvereinen“ Platz Sieben in Runde Neun der RP-Liga und sind durch die „Nullrunde“ in der Vorwoche auf Platz 21 der Quali-Liga zurückgefallen. Bei der hohen Leistungsdichte zur Halbzeit der Quali-Liga kämpft der LSV wacker und hofft ein wenig aufs Wetterglück, um wieder unter einen der vorderen sieben Aufstiegsplätze zu gelangen.
