Lokalsport | 25.07.2019

Junges Fußballtalent der SpVgg EGC Wirges plötzlich verstorben

Schock und Trauer nach Freundschaftsspiel im Hunsrück

Eine Obduktion soll nach dem plötzlichen Tod des jungen Guineers nun Gewissheit schaffen

Wirges/Mittelstrimmig. Kurz nach einem Freundschaftsspiel zwischen der Seniorenmannschaft der SpVGG EGC Wirges und ihren Gegnern aus Monreal-Enkirch kam es im Rahmen der Sportwoche in Mittelstrimmig zu einem tragischen Ereignis. Ein nur 16 Jahre alter Mitspieler, der bei der Seniorenmannschaft als Gastspieler mit aufgelaufen war, verlor beim Verlassen des Platzes das Bewusstsein und starb in der Folge auf der Fahrt ins Krankenhaus.

„Es war ein gutes, faires Spiel, wir hatten uns schon von unseren Gegnern verabschiedet und gingen grade vom Platz, als er plötzlich neben seinem Betreuer umkippte“, erinnerte sich Trainer Serkan Öztürk, „Wir haben gemeinsam versucht, ihn zu reanimieren, aber es dauerte gefühlt eine Ewigkeit, bis wir professionelle Unterstützung bekamen.“ Schon auf der Hinfahrt zum Austragungsort sei Spielern und Trainern aufgefallen, dass die Abstände zwischen den einzelnen Ortschaften sehr lang waren. Man habe noch im Scherz überlegt, dass besser niemandem etwas passieren solle, schließlich läge die nächste Ortschaft etwa 20 bis 30 Minuten Fahrtzeit über steile Serpentinenstrecken entfernt. Im Nachhinein erscheint dies wie eine böse Vorahnung.

Trotzdem gingen die Spieler gutgelaunt in ihr Freundschaftsspiel und ahnten nicht, wie der Ausflug enden sollte. Auch der junge Guineer, der seit drei Jahren beim Verein in den Jugendmannschaften spielte, freute sich auf die Möglichkeit, mit der erfahrenen Mannschaft bei diesem Kräftemessen unter Freunden ein paar Erfahrungen zu sammeln. „So etwas kann man sich nicht vorstellen. Das ist das Schlimmste, was dir als Trainer widerfahren kann, definitiv. Das Gefühl ist nicht in Worte zu fassen“, versuchte es Trainer Öztürk dennoch. Auch die Mitspieler hatten nach Kräften versucht, ihrem Mannschaftskameraden zu helfen. Nach Rücksprache des Trainers mit umstehenden Personen dauerte es allerdings etwa 25 Minuten, bis endlich ein Rettungswagen eintraf.

„Natürlich fragt man sich immer wieder, was wäre wenn…? Aber ich mache den Rettungskräften keinen Vorwurf, überhaupt nicht. Sie waren sehr professionell und sind so schnell gekommen, wie es ging. Es ist aufgrund der örtlichen Gegebenheiten einfach nicht möglich, die in Rheinland-Pfalz vorgegebenen 15 Minuten einzuhalten“, bewertete Serkan Öztürk die Situation im Nachhinein. Der Trainer fuhr noch hinter dem Krankenwagen her bis zum Krankenhaus. Dort angekommen konnten ihm die Rettungskräfte nur das Ableben des jungen Mannes mitteilen. „Es war ein Schock, man verliert den Boden unter den Füßen. Wir haben in der Situation so gehofft und gebetet, dass wir ihn nicht verlieren“, versucht er seine Gefühle und die der Mannschaft zu beschreiben, „Die Spieler sind fast wie Brüder, sie haben so etwas wie ein Familienmitglied verloren.“

Der Flüchtling, der vor drei Jahren allein nach Deutschland kam und sich schnell in das Vereinsleben der SpVgg EGC Wirges integriert hatte, war begeisterter Fußballer. Sein großer Traum ist es gewesen, einmal in Deutschland als Fußballprofi arbeiten und damit seine Familie ernähren zu können. Dass er nun mit nur 16 Jahren seinen letzten Weg im Trikot seiner neuen Heimat antreten musste, ist von herzzerreißender Tragik. Die SpVgg EGC Wirges setzte in der Folge am Montag und Dienstag die Trainingseinheiten aus und rief stattdessen die Spieler zu gemeinsamen Treffen zusammen. „Es soll helfen, wenn man darüber redet, und das tun wir“, erklärte Serkan Öztürk, „Und jetzt machen wir weiter. Denn das war das Motto unseres verstorbenen Freundes: `Man muss immer weitermachen!`“

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