Lokalsport | 07.05.2014

Landesliga Rheinland-Pfalz

Segelflug-Abenteuer pur für die Piloten des Kreises

Martin (vorn) und Bernd von der Mühlen bei Startvorbereitungen in der DG 1000 der SFG Wershofen.privat

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das Luftrennen lief für die drei Luftsportvereine des Kreises in dieser Runde der Landesliga ganz ordentlich: Platz vier für den Luftsportverein (LSV) Bad Neuenahr-Ahrweiler, einen Platz dahinter die Segelfluggruppe (SFG) Wershofen und auf dem nächsten der Luftsportverein (LSV) Mönchsheide. Das ergibt in der Tabelle der Landesliga Rheinland Pfalz nach drei von 19 Runden: erster Platz für die Kreisstädter, dritter Platz für die Wershofener und Rang elf für die Mönchsheide. Erfreulicherweise stammten die Ergebnisse bei allen Vereinen aus einer ganzen Serie gelungener Flüge von vielen Piloten. Eine ausreichende Anzahl guter Piloten ist ein entscheidender Garant für die kontinuierliche Teilnahme an allen 19 Runden des Wettbewerbs. Hier zahlt sich die gute Vorbereitung und die Weiterbildung durch die Fluglehrer und Trainer der Vereine aus. Aber auch die Trainer werden trainiert: Alice Toups (Mönchsheide), Jan Bodenheim, Uwe Bodenheim sowie Bernd und Martin v.d. Mühlen (alle SFG Wershofen) waren vom 1. Mai an zu einer Traineraus- und Fortbildung in Neustadt/Weinstraße. Die beiden Erstgenannten werden in Kürze die Trainerriege der AW-Flieger verstärken. Leider lag die Pfalz außerhalb des guten Wetterstreifens. Somit konnten die kurzen Streckenflüge der Trainer nicht mit den schnellen Flügen der nördlicher gelegenen Gebiete konkurrieren. Im Rahmen des Trainings gab es die Aufgabe Neustadt-Dillingen-Aschaffenburg-Neustadt für alle Teilnehmer. Bernd, Martin und Alice flogen mit Landestrainer Martin Theisinger. Leider verschlechterte sich die Thermik im Saarland, sodass es im Pfälzer Hügelland zu einer langen Durststrecke kam und die gestellte Streckenflugaufgabe nicht mehr zu bewältigen war. Dennoch flogen Alice und Martin schnell genug, um in die Wertung zu kommen. Der schnellste Flug bei den Neuenahrern gelang Dietmar Spranger mit Lars Schöttler als Copilot. Mit dem DuoDiscus des Vereins flogen sie in der Wertungszeit von 2:30 Stunden 273 Kilometer weit und erreichten damit ein Stundenmittel von 105. Im Internet kommentiert Spranger den Flug mit bildreichen Worten: „Toller weiter Zielrückkehrflug mit Lars - den Harz gesehen, das war schön. Beeindruckende Bilder: kilometerlange und hochreichende Fahnen und Dust Devils aus Blütenstaub, der aus den Wäldern rund um den Brocken gesaugt wurde.“ Jürgen Koch, Trainer h.c., flog an beiden Tagen wieder außergewöhnliche Strecken. Sein Flug über Suhl/Thüringen und Gerstetten/Schwäbische Alb brachte 103 Kilometer pro Stunde für die Wertung. Leider stoppte die verfrüht einfließende Warmluft im Rheintal seinen motorlosen Heimflug. Er musste die Turbine seines Jet-Shark zünden.

Den dritten Wertungsflug für die Kreisstädter brachte Paul-Justin Schilling mit seiner DG 800 mit 101 Kilometern pro Stunde nach Hause. Den besten Flug dieser Runde für die SFG Wershofen absolvierte Robin Ermen auf seinem Ventus2 cM/18. Er flog mit dem Wind bei einer hervorragenden Wolkenbasis von 2000 Metern quer durch Belgien bis an die französische Grenze bei Sedan, dann nach Saarlouis im Süden und Kerpen im Norden: 107 Kilometer pro Stunde für die Wershofener. Jürgen Ruhland, ebenfalls Ventus2 cM/18, begleitete Robin Ermen über weite Strecken: 103 Kilometer pro Stunde für ihn. Dritter im Bunde war Martin v.d. Mühlen mit Copilot Bernd v.d. Mühlen auf der DG 1000 des Vereins mit 95 Kilometer pro Stunde.

Für den LSV Mönchsheide punktete Karin Wiesenthal auf Arcus M mit einem Flug bis hinter den Thüringer Wald und kehrte zurück mit 99,91 Kilometer pro Stunde für die schnellsten 2,5 Stunden. Einen Tag später übernahm der Vater von Karin, Hans Wiesenthal, den Steuerknüppel im Doppelsitzer und punktete mir 97 Kilometger pro Stunde. Dritter Mann war Stephen Parker mit Copilot Martin Wagner auf Stemme S10-VT mit 95 Kilometern pro Stunde.

Zum Schluss noch der Blick in die Tabelle der Quali-Liga. Dort sind all die Vereine gelistet, die nicht Bundesliga oder zweite Bundesliga fliegen. Nach 19 Runden steigen die ersten sieben in die 2. Bundesliga auf. Ein Langzeitziel für alle drei Vereine, wobei der LSV Bad Neuenahr-Ahrweiler die größten Chancen hat: Platz drei derzeit. Aber der Sommer ist noch lang. Neu im Online-Segelflugwettbewerb ist die Wertung „U25 Liga“. Dort werden Flüge von Pilotinnen und Piloten gelistet, die jünger als 25 Jahre sind. Justus Israel vom LSV Bad Neuenahr-Ahrweiler holte auf der LS4 des Vereins seinen ersten Punkt mit 63 Kilometer pro Stunde über die 250 Kilometer lange Strecke.

Martin (vorn) und Bernd von der Mühlen bei Startvorbereitungen in der DG 1000 der SFG Wershofen.Foto: privat

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