Lokalsport | 31.10.2016

Kreis Ahrweiler hatte zum großen „Dankeschön-Abend des Sports“ eingeladen

Sportliches Unterhaltungsprogramm vom Feinsten

Rund 600 Vereinsvertreter kamen in der Sporthalle des Rhein-Gymnasiums zusammen

Sportliches Unterhaltungsprogramm vom Feinsten

Sinzig/Kreis Ahrweiler. Einen solchen Abend gibt es im weiten Umfeld eigentlich in dieser Form nur im Kreis Ahrweiler. Fast 600 Vertreter aus 115 Vereinen trafen sich auf Einladung des Kreises zum großen „Dankeschön-Abend des Sports“ in der Sporthalle des Rheingymnasiums. Bei der Begrüßung machte Landrat Dr. Jürgen Pföhler auf ein Doppeljubiläum aufmerksam. Der Kreis Ahrweiler wird in diesem Jahr 200 Jahr alt. Der Dankeschön-Abend ging immerhin in seine 15. Auflage.

Und Pföhler nannte weitere Eckdaten: „Bei uns im Kreis Ahrweiler sprechen alleine die Zahlen für sich: So gibt es über 200 Sportvereine, in denen rund 40.000 Menschen aktiv sind.

Das sind fast ein Drittel aller Einwohner unseres Kreises! Vereine schaffen Identifikation für ihre Mitglieder. Sie bieten eine sinnvolle Möglichkeit der Freizeitgestaltung und vieles mehr. Wichtige Werte wie Kameradschaft und Teamfähigkeit werden unseren Jugendlichen spielerisch und mit viel Spaß vermittelt. Unsere Gesellschaft befindet sich in einem Wandel und es kommen auch täglich neue Aufgaben und Herausforderungen auf die Vereine zu, denen es zu begegnen gilt. Sei es der Anspruch der Inklusion, um Menschen mit Handicaps den Sport im Verein zu ermöglichen oder auch die Integration von Flüchtlingen.“

„Eine sinnvolle Möglichkeit der Freizeitgestaltung“

Der Abend bot Speis und Trank, unter anderen auch den Jubiläumswein des Kreises Ahrweiler, einen 2014er Marie Vallé Spätburgunder vom Weingut Kloster Marienthal. Und ein rasantes Unterhaltungsprogramm, das von RPR1-Mann Dirk Köster moderiert wurde.

Den Anfang machte die Tanzgruppe der Stadtsoldaten aus Remagen, die zu Hits der Neuen Deutschen Welle auftrat. Die zehn Tänzerinnen sind zwischen 14 und 21 Jahren alt. Sie sind das ganze Jahr über aktiv, treten ansonsten noch auf Freundschaftsturnieren und Tanzfestivals auf und an Karneval als Mariechengarde. Die zwei Solotänzerinnen Anna Schäfer und Sarah Krumscheid gaben als Duo die Zugabe.

Dann gab es eindrucksvollen Kampfsport. Mohamed Abdallah ist 22 Jahre jung und kommt aus Sinzig. Er ist Europameister im K1. Außerdem ist er auch Deutscher Meister im Schwergewicht (2015) und „Intercontinentaler Meister“ (2016). Am Samstag, 19. November bestreitet er in der Remagener Rheinhalle seinen Kampf um die Weltmeisterschaft.

Die siebenjährige Greta und die neunjährige Thea aus Sinzig haben mit ihren Zwillingsrollen in der ARD-Sendung „Klein gegen Groß“ mit Kai Pflaume ihre Gegner geschlagen und zeigen diese akrobatische Glanzleistung mit weiteren Kürelementen. Trainerin ist Lucina Treter, Akrobatikschule Kripp. Es folgte eine Fechtdemonstration von Olympiateilenehmer Peter Joppich. Bereits mit 13 Jahren holte er die Bronzemedaille bei den B-Jugend-Meisterschaften im Fechten. Als Juniorfechter wurde er 2002 in die deutsche A-Nationalmannschaft berufen und konnte mit seiner Mannschaft den ersten Weltmeistertitel erlangen.2003 folgte der erste Einzel-Weltmeistertitel (Stargast des damaligen Sportabends). Mittlerweile ist Joppich viermaliger Einzel-Weltmeister und 2012 war er Bronzemedaillengewinner der Mannschaft bei den Olympischen Spielen in London.

Weiter ging es mit Tanzen. Anna-Maria Weiler tanzt seit ihrem sechsten Lebensjahr. Seit 2013 ist sie das Solomariechen der Möhnengesellschaft Niederzissen. 2015 nahm sie am 5. Rheinland-Pfälzischen Tanzsportpokal des Landesverbandes Deutsches Spielmannswesen in Lahnstein teil und ertanzte sich dort den Sieg. Dadurch konnte sie sich für die German-Dance-Trophy qualifizieren und auch dort konnte sie sich die an die Spitze tanzen und erlangte Gold.

Dann wurde es in der Sporthalle des Rhein-Gymnasiums richtig laut und es flogen die Späne. Thomas Sterz, 43 Jahre alt, Tischlermeister, und Leo Schäfer, 25 Jahre jung, Lehramt-Student, hantieren mit PS-starken Motorsägen und scharen Äxten. Die beiden Westerwälder führen folgende Disziplinen aus dem „Timber-Sport“ vor: Zum einen „Single Buck“; mit einer Zweit-Meter-Handsäge wird eine Holzscheibe von einem horizontal befestigtem Block abgesägt (Durchmesser 46cm) - es kommt auf Rhythmus und Dynamik an. Zum anderen „Underhand Chop“: Simulation des Zerteilens eines bereits gefällten Baumes; die Athleten versuchen einen stehenden, horizontal verankerten Stamm durch Axtschläge zu zerschlagen (Durchmesser 32cm). Der Block muss von beiden Seiten durchgeschlagen werden. Weiterhin „Hot Saw“: Durch leistungsstarke Motorsägen müssen vom waagerecht verankertem Holzblock (Durchmesser 46cm) innerhalb von 15 cm drei Scheiben abgesägt werden. Die Herausforderung ist die Beherrschung der Motorsäge (27 kg - Kettengeschwindigkeit 240 km/h)

Die höchste Auszeichnung, die es zu vergeben gibt

Beim Dankeschön-Abend des Sports gab es auch eine ganz besondere Ehrung für Fritz Langenhorst, der in diesem Tagen mit Ehrungen überhäuft wird. Erst am Donnerstag hatte er von Staatsminister Roger Lewentz die Freiherr-vom-Stein-Plakette verliehen bekommen. Mit dieser Auszeichnung werden Personen, die sich durch ihren langjährigen, zeitaufwendigen und engagierten Einsatz in einem kommunalpolitischen Ehrenamt verdient gemacht haben, geehrt. Langenhorst ist aktuell Kreisbeigeordneter und seit 27 Jahren Ortsvorsteher von Ramersbach. Aus der Hand von Karin Augustin, der Präsidentin des Landessportbundes, gab es nun die Goldene Ehrenplakette des Landessportbundes, die höchste Auszeichnung, die es überhaupt zu vergeben gibt.

Pföhler vergaß nicht zu erwähnen, dass der Kreis in der Vergangenheit rund 6.000 Projekte der Vereine gefördert habe. Und lobte auch die neuen Ehrenamtskarte des Kreises, von der schon 800 Stück an über 100 Vereine ausgegeben wurden. Aus dem Dankeschön-Abend des Sports soll im nächsten Jahr der „Dankabend des Ehrenamts“ werden – mit deutlich erweitertem Spektrum. Und Pföhler lieferte auch die Begründung für den Wandel: „Das Ehrenamt ist das Fundament unseres Kreises. Das Programm und der Einladungskreis werden daher auf alle Ehrenämter ausgeweitet, um die große Bandbreite widerzuspiegeln. Hierzu zählen beispielsweise die Aktiven aus den Bereichen Musik, Heimat, Kultur, Umwelt und Katastrophenschutz. Damit möchten wir der Vielfältigkeit unseres Kreises einmal mehr Rechnung tragen. Unter diesen Gästen werden natürlich auch weiterhin die Sportvereine abwechselnd Berücksichtigung finden“. BL

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