Boxsportclub Bad Neuenahr-Ahrweiler
Toncho Grishev überzeugt mit haushohem Punktsieg
Oscar Schreiner bewies Kämpferherz
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Boxer Toncho Grishev und Oscar Schreiner stiegen auf dem Boxturnier rund um das Spießbratenfest in Idar-Oberstein in den Ring. Ein schönes Festzelt war der Austragungsort inmitten einer großen Kirmes. Mit Rummelboxen hatte die Veranstaltung allerdings wenig gemein, denn die Boxer von der Ahr konnten in ihren Kämpfen mit Leistung überzeugen. Im ersten Kampf trat Grishev gegen den Luxemburger Mohammed Bouzouad an. Im Vorfeld sollte es eigentlich zu einer Neuauflage des Rheinlandmeister-Finale gegen Cen Cilga kommen, jedoch weigerte sich der Trainer aus Bad Kreuznach zu dieser Paarung, da Grishev im April ziemlich deutlich in der ersten Runde seinen Gegner besiegte. So musste man sich kurzfristig mit den Sportfreunden aus St. Avold auf das Duell der beiden jungen Boxer einigen. Der 13jährige Grishev begann energisch und landete direkt zwei Treffer seiner ersten Dreier-Führhand. In dem großen Ring spielte er schnell seine Beweglichkeit und starke Beinarbeit aus und konnte sich somit den Angriffen des Gegners geschickt entziehen. Selber punktete er erneut mehrmals mit der Führhand.
In der zweiten Runde das gleiche Bild. Der BSC-Boxer mit dem Überblick und der absoluten Kontrolle im Kampf. Nun konnte er auch seine Schlaghand öfters ins Ziel bringen. Jedoch konzentrierte sich der in Sinzig wohnende Grishev mehr auf seine Defensive, anstatt weiter nach vorne zu arbeiten, um Druck aufzubauen. Bouzouad versuchte sein Glück mit wilden Schwingern, die aber allesamt ins Leere gingen, da Grishev sich schnell auf den Beinen jedem Angriff entzog. Die dritte Runde ging ebenfalls klar an Toncho Grishev, der nur das Nötigste machte und einen nie gefährdeten Punktsieg einfuhr. Sein Trainer Walter Knieps, der in der Ecke von Vater Krasimir Grishev unterstützt wurde, fand klare Worte: „Toni ist ein Riesentalent, er macht aber noch viele Fehler und heute muss er den Sack früher zumachen. Das war zwar ein klarer Sieg, aber das war mehr eine Art Verwaltung. Er muss seine Dominanz noch mehr ausspielen, um dann auch vielleicht frühzeitig zu gewinnen. Im Großen und Ganzen bin ich aber zufrieden. Sein Gegner war zwei Jahre älter, das ist bei den jungen Kerlen ja auch ein großer Unterschied, aber wir wissen, dass er sich auch gegen Ältere durchsetzen kann und haben uns deshalb entschieden diesen Kampf zu machen.“
Starker Gegner für Schreiner
Oscar Schreiner bekam wie so oft in der Vergangenheit einen echten Brocken vor die Fäuste. Micau Tavares, 30 Jahre, vom Boxteam aus Rumelange (ebenfalls Luxemburg). Der 19-jährige Leichtgewichtler aus Bad Neuenahr hatte erneut einen Gegner, der große Reichweitenvorteile hatte. So war es logisch, dass sich Schreiner vorerst auf die Defensive beschränkte. Tavares hatte eine hohe Workrate, doch Schreiner bewegte sich gut und konnte die meisten Angriffe hervorragend vermeiden. Technisch war es ein herausragender Kampf beider Boxer, in dem der Luxemburger die erste Runde für sich entscheiden konnte. Zum Start des zweiten Durchgangs konnte Tavares bereits schnell mit mehreren Treffern Punkte sammeln. Schreiner wehrte sich nun mehr und konnte zwei gute Konter ansetzen, verlor aber kurzzeitig seine Beweglichkeit und das wurde durch harte Treffer bestraft. Der Neuenahrer Boxer steckte diese aber gut weg und versuchte weiterhin seinem Gegenüber Stand zu halten. In der letzten Runde des Kampfes nahm sich Schreiner ein Herz und griff nun mehr an. Dadurch wurde Tavares etwas zurückhaltender und bekam Probleme. Beide waren am Ende ihrer Kräfte und Schreiner witterte seine Chance. Kurz vor Ende der Runde konnte der Luxemburger aber noch einen starken Konter setzen, den Schreiner kurz zu Boden schickte. Da Schreiner punktemäßig zwar aufholen konnte, aber nur noch durch Knockout hätte gewinnen können, ergriff der Trainer die sinnvolle Entscheidung den Kampf zu beenden, um den schlagstarken Luxemburger zuvor zu kommen.
"Er kämpfte wie ein Löwe"
Trotzdem war man im Team der Kreisstadtboxer zufrieden: „Wieder war es eine gute Leistung von Oscar, wieder hat er einen Gegner gehabt der ihm in der Reichweite im Vorteil war. Irgendwie hat der Junge immer Pech, aber er hat heute seinen Mann gestanden. Viele anderen hätten früh aufgegeben, aber er hat gekämpft wie ein Löwe!“ Diese Einschätzung hatte auch sein Kontrahent Micau Tavares: „Der Junge war super. Ich bin jetzt 30 Jahre alt, wenn er in meinem Alter ist, wird er mindestens dreimal besser sein als ich es jetzt bin. Es war ein super Kampf, ich wünsche ihm viel Erfolg für die Zukunft!“ Viel Lob also für den BSC-Boxer, der trotz Niederlage für den besten Kampf der Veranstaltung mitverantwortlich war.
