Lokalsport | 05.04.2023

Ende der zweiten Bundesligasaison für die Deichstadtvolleys

VC Neuwied verabschiedet sich respektabel beim Meisterschaftsaspiranten SSC Palmberg Schwerin

Neuwied mit komplettem 13er-Kader und Natalie Crews (#18) sowie Alice Turmovich (#15) in Schwerin. Copyright: Eckhard Mai

Schwerin/Neuwied. Ihre zweite Bundesligasaison endete für die Deichstadtvolleys des VC Neuwied mit einer 0:3 (18:25, 21:25, 17:25)-Niederlage beim deutschen Serienmeister SSC Palmberg Schwerin. Wie bereits häufig zuvor in der Spielzeit 2022/2023 hatte das Spiel des Teams vom Mittelrhein Höhen und Tiefen in schnellem Wechsel zugleich - was jugendlicher Unbekümmertheit und fehlender Erfahrung im Neuwieder Projekt U23Plus geschuldet sein mag.

1625 Zuschauer sahen in der Schweriner Palmberg Arena eine Begegnung, die der SSC-Trainer Felix Koslowski dazu nutzte, vor dem Beginn der Play-Off-Serie seiner zweiten Garde Einsatzzeiten zu verschaffen. So stand unter anderem die Mittelblockerin Laura Broekstra von Beginn an für den SSC auf dem Feld. Die 26-Jährige war im vergangenen Sommer vom Zweitligisten TSV Bayer Leverkusen nach Neuwied gewechselt und im Januar dieses Jahres von dort auf Leihbasis nach Schwerin transferiert worden. In der kommenden Spielzeit wird sie wieder das Trikot der Deichstadtvolleys tragen.

Koslowskis Marschroute, trotz seiner Umbesetzungen den Rhythmus zu wahren, ging im ersten Satz auf. Schnell führten die Gastgeberinnen mit 7:1, ließen Neuwied auf 6:9 herankommen um sich dann jedoch über 14:6 und 16:7 auf 20:12 zielstrebig abzusetzen. Dabei punktete die niederländische Diagonalangreiferin Elles Dambrink fast nach Belieben. Nachdem Laura Berger für die Gäste auf 13:20 verkürzt hatte, die 20-Jährige hatte den Schweriner Block geschickt angeschlagen, von dort sprang der Ball ins Aus, schlichen sich die Deichstadtvolleys noch mal auf 16:20 heran. Doch dann erlahmte der Neuwieder Widerstand, es hieß 1:0 (25:18) nach Sätzen, gespielt waren nach einem kurzweiligen Auftakt 23 Minuten.

Was die Mannschaft von Neuwieds Trainer Tigin Yaglioglu im zweiten Satz zeigte, nötigte auch den Schweriner Volleyballfans Respekt ab. Die rieben sich verwundert die Augen, als das Gästeteam zur ersten technischen Auszeit mit 8:2 (!) vorne lag. Kristin vom Schemm hatte für die erste Neuwieder Führung des Spiels gesorgt, Elisabeth Kettenbach ein Ass folgen lassen. Yasmine Madsen veredelte eine Rettungsaktion zum 4:1 für den VCN, Maya Sendner blockte das 5:1, Berger schlug einen Servicewinner auf Frauke Neuhaus zum 6:2, vom Schemms Angriff sprang vom Block ins Aus zum 7:2, und als Yasmine Madsen ihren Diagonalangriff zum 8:2 für Neuwied im Schweriner Feld unterbrachte, hüpften die in roten Trikots spielenden Deichstadtvolleys jubelnd übers Feld.

Bis zum 13:9 für Neuwied hechelte Schwerin auch danach hinterher. Auch den 13:13-Ausgleich konterte der VCN durch vom Schemm, doch dann leitete ein Block von Dambrink eine SSC-Rallye bis zum 22:14 für die Heimmannschaft ein. Annegret Hölzig hatte neun Aufschläge der Güteklasse A ins Neuwieder Feld geschlagen. War’s das schon für Yaglioglus Team im zweiten Durchgang? Nein, die Gäste packten ihr Kämpferherz aus. Ein Ass von Broekstra hatte Schwerin wenig später sieben Satzbälle beschert, doch Koslowski musste trotzdem noch eine Auszeit nehmen, um Neuwieds folgenden Run zu durchbrechen. Fünf Satzbälle wehrten die Gäste mit Kapitänin Sina Fuchs am Aufschlag ab, ehe sie sich mit 21:25 doch beugen mussten. „Die Neuwiederinnen deuten immer wieder an, dass auch sie verdammt gut Volleyball spielen können“, stellte der Schweriner Moderator im Sport1-Livestream anerkennend fest.

Dieser starke Neuwieder Satz war so etwas wie ein Spiegelbild der gesamten Saison. Auch im dritten Abschnitt wechselten sich Licht und Schatten in kurzen Abständen ab. Ausgeglichen verlief die Partie bis zum 13:11 für den SSC ausgeglichen. Die Einschätzung des Moderators untermauerte dies: „Neuwied beweist großen Kampfgeist, daran mangelt es dieser Mannschaft nicht.“ Ein Zwischenspurt zum 18:11. Bis zum Schluss bleib der Vorsprung für die Gastgeberinnen bei sieben Punkten. Nach 72 Spielminuten verwandelte ausgerechnet Laura Broekstra den ersten Matchball für ihr Team zum 3:0-Sieg.

Für Neuwied ist die Saison damit beendet. Nach dem vorzeitigen Aus von NawaRo Straubing beenden die Deichstadtvolleys ihre zweite Spielzeit im Oberhaus als Tabellenelfter von ursprünglich gestarteten zwölf Mannschaften. Für die zweitplatzierten Schwerinerinnen und Neuwieds Leihgabe Laura Broektra geht es bereits am kommenden Samstag in eigener Halle im Play-off-Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft gegen den Tabellensiebten USC Münster (mit der Ex-Neuwieder Libera Anna Marie Church) weiter. Zur neuen Saison wird Broekstra dann in die Deichstadt und damit ins Projekt U23Plus zurückkehren. Sie bringt von dort die Erfahrung aus einem Spitzenteam mit, von der vor allem die ganz jungen Spielerinnen der Deichstadtvolleys in der Saison 2023/2024 profitieren werden.

Die Deichstadtvolleys: Carla Fuchs, Yasmine Madsen, Linda Andersson, Pia Fuchs, Sina Fuchs, Kristin vom Schemm, Sina Stöckmann, Elisabeth Kettenbach, Laura Berger, Klara Single, Alice Turmovich, Maya Sendner, Natalie Crews.

Tigin Yaglioglu (Headcoach), Ralf Monschauer (Cotrainer), Michel Beautier (Cotrainer/Scout), Nino Herrscher (Athletiktrainer), Esther Krause (Physiotherapeutin), Jan Ruetz (Cotrainer/Arzt), Axel Ruetz (Mannschaft-Arzt).

Neuwied mit komplettem 13er-Kader und Natalie Crews (#18) sowie Alice Turmovich (#15) in Schwerin. Copyright: Eckhard Mai

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