Vierfacher Porsche-Erfolg beim NLS-Saisonauftakt auf dem Nürburgring
Nürburg. Mit dem ersten Lauf zur Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS) eröffneten am vergangenen Samstag Fahrer und Teams mit insgesamt 116 Fahrzeugen die motorsportliche Nordschleifen-Saison 2025. In Vorbereitung auf das 24-Stunden-Rennen im Juni bildeten dabei die Boliden aus der GT3-Klasse mit insgesamt 19 Autos das Gros des Starterfeldes.
Dabei konnten sich die zahlreichen Fans, welche sich zum Saisonauftakt eingefunden hatten, über neun unterschiedliche Marken bei den leistungsstärksten GT3-Fahrzeugen freuen. Neben den deutschen Premiumsportwagen Herstellern von Audi, BMW, Mercedes-AMG und Porsche drückten zudem Lamborghini, Ferrari, Aston Martin, McLaren und Ford der Veranstaltung bei den GT3-Boliden ihren internationalen Stempel auf. Zudem waren mit Black Falcon, GetSpeed, HRT, Manthey-EMA und Scherer Sport PHX gleich fünf am Nürburgring beheimatete Teams mit siegfähigen Fahrzeugen in der Starterliste zu finden. Ergänzt wurden die Teams der Lokalmatadore durch Rinaldi Racing aus Mendig, die in Zusammenarbeit mit Kondo aus Japan einen Ferrari an den Start brachten. Um es vorwegzunehmen, mit dem 11. Rang verpasste das Team aus Mendig nur knapp eine Position unter den Top 10. Am Ende des mit Spannung erwarteten Renndebüts des Ford Mustang GT3 auf der Nordschleife rollte der US-Sportwagen auf Rang 12 ins Ziel. Nach dem Wechsel von Mercedes zur Ford wollte sich HRT als neues Werksteam des US-Autobauers bei diesem Rennen erst mal auf das Sammeln von Erfahrungswerten mit den neuen Autos konzentrieren. Umso bitterer für das HRT-Team das unfallbedingte Aus von einem der beiden Autos bereits im Qualifying. Mit der Verpflichtung des dreifachen Siegers des 24H-Rennens Frank Stippler konnte HRT zudem nicht nur seine Fans überraschen. „Stippi“ blieben aber als neuer Ford-Werksfahrer durch den Unfall seines Teamkollegen die ersten Rennkilometer im Mustang verwehrt.
Im Vorfeld zum ersten Rennen sagte Ulrich Fritz, Geschäftsführer Haupt Racing: „Das gesamte Team freut sich sehr auf unser erstes Rennwochenende mit dem Ford Mustang GT3. Einen besseren Ort als unsere Heimstrecke hätten wir uns für das Debüt nicht aussuchen können. Vorrangig wird es darum gehen, Daten und Erfahrungen zu sammeln, um uns optimal auf das 24-Stunden-Rennen im Juni vorzubereiten.“
Beim Rennen selbst dominierte am Ende trotz der starken Konkurrenz einmal mehr die Porsche-Fraktion.
Zum Auftakt bescherten Sven Müller (Ockenheim) und Morris Schuring (Niederlande) im Porsche 911 GT3 R vor ihren Teamgefährten Dorian Boccolacci (Frankreich) und Lokalmatador Nico Menzel (Kelberg) im Schwesterauto Falken Motorsport einen Doppelsieg. Auf Rang drei folgten Ayhancan Güven (Stuttgart) und Thomas Preining (Österreich) im ‚Grello‘ von Manthey-Racing sowie Matteo Cairoli (Italien) und Bastian Buus (Kolding) im Dinamic GT-Porsche.
Als bestes Fahrzeug, welches nicht aus der Sportwagenschmiede in Zuffenhausen stammte, pilotierten Augusto Farfus (Monaco), Jesse Krohn (Finnland), Raffaele Marciello (Schweiz) und Kelvin van der Linde (Österreich) einen BMW M4 GT3 EVO von ROWE Racing auf Platz fünf.
Hinter den Top 5 belegten der GetSpeed-Mercedes AMG, der McLaren von Dörr und der Abt-Lambo die Plätze sechs bis acht. Auf Rang neun kreuzte als bester Audi der R8 LMS GT3 EVO 2 von Scherer Sport PHX die Ziellinie. Den Sieg in der GT3 Profi-Amateur-Wertung (Pro-Am-Klasse) sicherte sich das Team von Black-Falcon mit Daan Arrow (Niederlande), Gabriele Piana (Schweiz), Ben Bünnagel (Bonn) und Mike Stursberg (Wermelskirchen) auf dem zehnten Gesamtrang.
Neben den lokalen Teams, die um eine Topplatzierung im Gesamtklassement kämpften, nahmen auch zahlreiche Fahrer und Teams aus der Region bei der 70. ADAC-Westfalenfahrt in den Klassenwertungen den Nordschleifen-Asphalt unter die Räder.
Neben dem Sieg in der Pro-Am-Wertung konnte Black Falcon zudem noch mit dem zweiten Rang in der Porsche 911 GT3 Cup2-Klasse eine weitere Podiumsplatzierung verbuchen. Zudem verfehlte ein weiteres Fahrzeug des Teams, das unter anderem von Alexander Hardt (Nürburg) pilotiert wurde, mit Rang 4 nur knapp das Podium in dieser Klasse.
In der SP3T triumphierte Maike Rönnefahrt (Kalenborn) mit dem von Schmickler Performance betreuten Porsche 982 Turbo gemeinsam mit Claudius Karch (Iffezheim) und Achim Wawer (Stuttgart).
Das Bruderduo Markus und Stefan Schmickler (beide Bad-Neuenahr Ahrweiler) waren selbst gemeinsam mit Horst Baumann (Bonn) in der Porsche Cayman Trophy mit einem dritten Rang erfolgreich in die neue Saison gestartet. Thorsten Jung (Niederzissen) und Janis Waldow (Rheinbach) sahen in dieser mit 16 Fahrzeugen starken Klasse auf Rang 10 die Zielflagge. In der Klasse SP10 konnte sich Tobias Wahl (Remagen) gemeinsam mit seinen beiden Teamkollegen den Sieg mit einem BMW GT4 vor der Besatzung des Asten Martin von Prosport Performance aus Wiesemscheid sichern. Ebenfalls auf der 1 des Podiums standen in der SP-Pro Marc Hennerici (Mayen) und Andreas Gülden (Reifferscheid), die gemeinsam mit Tim Sandtler bei ihrem Erfolg einen Porsche 911 GT steuerten.
Nachdem Daniel Mertens (Müllenbach) und seine Fahrerkollegen mit dem Hyundai i 30 N schon im ersten Rennen in der Klasse VT2F durch einen Ausfall einen Rückschlag im Kampf um die NLS-Meisterschaft hinnehmen mussten, dürfte die erfolgreiche Zieldurchfahrt der beiden Schwesterfahrzeuge auf den Plätzen drei und vier für den Teamchef nur ein kleiner Trost gewesen sein. Ein Happy End in derselben Klasse gab es ebenfalls nicht für Joachim und Jürgen Nett (Mendig/Mayen), die gemeinsam mit Christoph Dupre` einen Audi RS3 pilotierten. Trotz der zweitbesten Rundenzeit im Feld der insgesamt zwölf gestarteten Fahrzeuge reichte es bedingt durch technische Störungen am Ende nur für den achten Klassenrang.
Der zweite Lauf der ADAC Nürburgring Langstrecken-Serie startet am 26. April in das nächstes 4h-Rennen.
BURG
Renndebüt für den von HRT eingesetzten Ford Mustang GT3 auf der Nordschleife.
Gemeinsam in einem Audi absolvierten Joachim und Jürgen Nett das erste Rennen in der 49. Saison der Nürburgring Langstrecken-Serie.
In der SP3T triumphierte Maike Rönnefahrt (r.) mit dem von Schmickler Performance betreuten Porsche 982 Turbo gemeinsam mit Claudius Karch (l.) und Achim Wawer.
