Michael Jamieson kommt aus der höchsten College-Liga nach Neuwied
Von der College-Elite zum EHC
Neuwied. Es ist ein klassischer Handlungsablauf: Nach dem Bekanntwerden einer Spielerverpflichtung erst einmal einen Blick ins Internet werfen und in den Statistikdatenbanken die sportliche Bilanz genau studieren. Michael Jamieson heißt er im Falle des zweiten Imports beim EHC „Die Bären“ 2016. Und wer sich jetzt die Zahlen des US-Amerikaner anschaut, fragt sich vielleicht: Ist das Zählwerk stehen geblieben? Warum holt Neuwied ihn zur Regionalliga-Saison 2017/18 an den Rhein?
Jeweils einen Scorerpunkt verzeichnete der Angreifer in den vergangenen beiden Spielzeiten auf seinem Konto. Scorerpunkte sind und bleiben im Eishockey nur die halbe Wahrheit. Es gibt neben „höher, schneller, weiter“ in der Gier nach dem „Punktemonster“ schlechthin noch ganz andere und mindestens genauso wichtige Kriterien, die einen Spieler zum Leistungsträger machen. „Mike ist ein harter Arbeiter und starker Teamspieler, der prima Schlittschuh läuft und die Entschlossenheit besitzt, erfolgreich zu sein.“
Worte, die durch denjenigen, der sie spricht, noch einmal an Wert gewinnen. Kein Geringerer als John Stevens, amtierender Trainer der Los Angeles Kings in der NHL, lobt Jamieson mit diesem „Scoutingreport“. „Zuletzt war meine Rolle eher in der Checking-Line“, erklärt der 25-Jährige seine Aufgaben im Team der Northeastern University. Gegentore verhindern anstatt selbst zu produzieren, darin bestand die Aufgabe des Linksschützen, und die erfüllte er mit Bravour im Meisterteam der Hockey East Conference der NCAA I.
Die National Collegiate Athletic Association ist jenseits des großen Teiches die höchste College-Liga. „Die Jungs, die in dieser Liga spielen, sind alle top ausgebildet.
Dort ist das Beste unterwegs, was der Nachwuchs zu bieten hat. Mike wird bei uns mehr offensive Freiheiten bekommen. In früheren Jahren hat er schon bewiesen, dass er auch weiß, wo das Tor steht“, erklärt EHC-Manager Carsten Billigmann. Jamieson stammt aus David Imontis Portfolio, von dem die Bären in der Vergangenheit schon einige Male hervorragend beraten wurden.
Auch Brian Gibbons, Josh Myers und Andrew Love zählten zu den Schützlingen der renommierten Spieleragentur, die sich auch um zahlreiche NHL-, DEL- und DEL2-Cracks kümmert. „Davids Leute waren bislang immer hundertprozentige Volltreffer“, erinnert sich Billigmann.
