Lokalsport | 30.07.2018

Erster Spieltag der Fußball-Rheinlandliga:

Vulkanstädter hatten im Derby wenig zu bestellen

TuS Mayen - SG Eintracht Mendig/Bell 3:2 (0:1)

Der Mendiger Trainer Cornel Hirt (rechts) hatte sich den Auftakt sicher anders vorgestellt. -SK-

Mayen. Den Auftakt der Saison 2018/2019 in der Fußball-Rheinlandliga hatte sich die SG Eintracht Mendig/Bell sicher anders vorgestellt: Das Team von der Brauerstraße verlor vor 501 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz im Nettetal das brisante Derby beim ewigen Rivalen TuS Mayen mit 2:3 (1:0). „Unser Gegner hat den Sieg ganz einfach mehr gewollt, das war von meiner Mannschaft über 90 Minuten nichts“, wollte ein total enttäuschter SG-Trainer Cornel Hirt nach der Partie bei schwülen Temperaturen nichts schönreden. „Manch einer mag unsere Leistung in der ersten Hälfte noch positiv beurteilen, aber schon in dieser Phase waren wir viel zu nervös und sehr hektisch.“

Dass die Gäste beim Halbzeitpfiff des souveränen Schiedsrichters Henning Reif aus Sankt Sebastian dennoch führten, hatten sie einem ungestümen Einsteigen von Kevin Michel zu verdanken. Der Mayener Schlussmann holte Marcel Berg fast an der Strafraumkante von den Beinen, der Mendiger Kapitän Florian Schlich verwandelte den fälligen Foulelfmeter gewohnt sicher zum 0:1 (28.). Sicherheit gab dieser Treffer der Eintracht nicht. Ohne Mittelfeldregisseur Niklas Heinemann - der Ex-Mayener weilte ebenso wie Malte Wedemeyer im Urlaub - wirkte das Spiel wenig strukturiert. Von den vier Neuzugängen lief nur Björn Gilles von Beginn an auf und spielte 90 Minuten durch. Neben Niklas Heinemann fehlte Joachim Akwapay verletzungsbedingt, Anh Tuan Pham schaffte es zumindest auf die Bank.

Da auch von den Gastgebern in der ersten Halbzeit wenig bis nichts zu sehen war, reagierte TuS-Trainer Sebastian Thielen bei seiner Pflichtspielpremiere an der Seitenlinie und brachte nach Wiederanpfiff Torjäger Pascal Steinmetz, den er zunächst wegen latenter Leistenbeschwerden draußen gelassen hatte. Ausgerechnet Steinmetz brachte seine Mannschaft mit einem Doppelpack auf die Siegerstraße: Zunächst konnte er sich am langen Pfosten die Ecke praktisch aussuchen und zum 1:1 ausgleichen (51.), nur vier Minuten später ließ SG-Torhüter Niklas Nett einen 18-Meter-Schuss von Steinmetz durch die Finger über die Linie flutschen. Als TuS-Mannschaftsführer Michael Daub weitere 240 Sekunden darauf einen Eckball per Kopf zum 3:1 verwertete, war die Messe endgültig gelesen.

Mendig wirkte kraftlos

Drei Treffer innerhalb von acht Minuten, von diesem Schock sollte sich die Eintracht nicht mehr erholen. Die Gäste wirkten saft- und kraftlos und nahmen kaum einmal einen Zweikampf an, lediglich Schlich stemmte sich mit Vehemenz gegen die Niederlage. Als der Kapitän einen Pass des eingewechselten Magomed Ibragimov aus acht Metern ins Tor drosch (81.), schien im Nettetal noch einmal Spannung aufzukommen. Die Gastgeber brachten den Erfolg aber vergleichsweise souverän über die Runden, ohne eine weitere größere Tormöglichkeit zuzulassen.

Natürlich sehr zur Freude ihres Trainers. „Wir waren in einem turbulenten Spiel der verdiente Sieger und die Mannschaft, die mehr Fußball spielen wollte. Mendig hat nur auf unsere Fehler gelauert, einer der wenigen davon hat zum 0:1 geführt. Nach dem 3:1 hätten wir sogar das 4:1 oder 5:1 nachlegen können“, analysierte Mayens Übungsleiter Thielen nach seinem Debüt. „Das Mendiger Team ist nicht mehr mit dem in den Jahren zuvor zu vergleichen, fünf oder sechs Spieler mit Oberliga-Erfahrung sorgen mittlerweile für richtige Qualität. Wir hatten heute drei Spieler des Jahrgangs 1998 auf dem Platz. Das stimmt einen zufrieden. Aber auch ein Sieg im Derby bringt nur drei Punkte“, konnte Thielen den Erfolg realistisch einschätzen. „Heute freuen wir uns, danach bereiten wir uns wieder auf die schwierigen Aufgaben in den nächsten Wochen vor.“

TuS Mayen: Kevin Michel, Sebastian Fischer, Tim Schneider, Michael Daub, Eike Mund, Raphael Roenspies (84. Jörg Jenke), Lukas Mey (89. Marcel Löhr), Philipp Ries (46. Pascal Steinmetz), Tim Krechel, Niklas Weis, Simon Berresheim.

SG Eintracht Mendig/Bell: Niklas Nett, Milan Rawert, Florian Schlich, Kodai Stalph, Björn Gilles, Manuel Oster, Matthias Strahl (65. Mustafa Madanoglu), Marcel Berg), John Rausch, Philipp Geisen (55. Magomed Ibragimov), Lars Bohm.

Schiedsrichter: Henning Reif (Sankt Sebastian).

Zuschauer: 501.

Torfolge: 0:1 Florian Schlich (28., Foulelfmeter), 1:1, 2:1 Pascal Steinmetz (51., 55.), 3:1 Michael Daub (59.), 3:2 Florian Schlich (81.).

Besonderheit: Der Mendiger Mustafa Madanoglu sah bereits bei seiner Einwechslung die Gelbe Karte, weil er das Spielfeld zu früh betreten hatte (65.).

Vorschau

Nächste Aufgaben für den TuS Mayen: am Mittwoch, 1. August, um 19 Uhr in der ersten Runde des Rheinlandpokals beim SV Masburg und am Samstag, 4. August, um 15.30 Uhr beim FSV Salmrohr.

Nächste Aufgabe für die SG Eintracht Mendig/Bell: am Sonntag, 5. August, um 15 Uhr gegen die Sportfreunde Eisbachtal.

SG-Torhüter Niklas Nett sah beim zweiten Gegentreffer nicht gut aus.

SG-Torhüter Niklas Nett sah beim zweiten Gegentreffer nicht gut aus.

Der Mendiger Trainer Cornel Hirt (rechts) hatte sich den Auftakt sicher anders vorgestellt. Fotos: -SK-

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