Sechs Neuwieder Ruderer bei den Deutschen Sprintmeisterschaften
Zerrissen zwischen Himmel und Hölle
Gute Leistungen, aber keine Medaillen
Neuwied. Mit großer Euphorie reiste der Tross des GTRV Neuwied zur Deutschen Sprintmeisterschaft nach Essen-Kettwig: Sechs Athleten vom Rhein stellten sich der Creme de la Creme des deutschen Rudersports auf der Ruhr. Die jüngsten Sportler traten im Junior-Doppelzweier der 15/16-jährigen an. Gerrit Schäfer und Linus David, gecoacht von Jonas Effert, genossen an diesem Wochenende die Außenseiterrolle.
Die Junioren aus der Neuwieder Talentschmiede starteten motiviert in ihren Vorlauf, kamen jedoch nicht über einen vierten Platz hinaus. Dies bedeutete den Umweg über den Hoffnungslauf, um sich für das Halbfinale zu qualifizieren. Die frisch zusammengesetzte Crew ging optimistisch in das zweite Rennen. Hier mussten sie jedoch dem hohen Druck und der Aufregung bei ihrem ersten Auftritt auf einer deutschen Meisterschaft Tribut zollen. Somit verabschiedeten sich die Athleten mit einem vierten Platz aus dem Wettbewerb. „Meine Jungs haben bis zum Ende gekämpft und gezeigt, dass sie Potenzial haben. Darauf können wir stolz sein. Nun steht das Wintertraining an, in dem wir die Grundlagen für die nächste Saison schaffen“, resümiert Trainer Jonas Effert nach dem Rennen. Etwas besser starteten die Athleten Ruben Falkenburg, Fabian Schönhütte, Melvin Hauschild und Lukas Effert in ihrem Wettbewerb. Mit einem überlegenen Vorlaufsieg im Männer-Doppelvierer sicherte sich die Crew den direkten Einzug ins Finale am Sonntag. Nach einem kurzen Training um 7 Uhr in der früh legte sich das Boot der Neuwieder Crew an die Startbrücke. Mit kurzen, schnellen Schlägen preschte die Mannschaft aus dem Startblock und legte sich zusammen mit einem Boot aus Köln an die Spitze des Feldes. Mit ca. 50 Schlägen pro Minute peitschte Schlagmann Lukas Effert seine Crew über die Strecke. Vor den Augen hunderter Fans, darunter auch der mitgereiste Sportvorsitzende Stefan Kunz, berührte die Crew 100 m vor dem Ziel eine Boje, verlor ein Ruder und fiel von der aussichtsreichen Medaillenposition ans Ende des Feldes. Die Athleten konnten zwar weiterfahren, jedoch die verlorene Zeit so kurz vor dem Ziel nicht mehr aufholen. Sichtlich enttäuscht legten die Sportler kurze Zeit später am Steg an. „Sowas ist reines Pech, eine Windböe, eine minimal falsche Bewegung – dann bleibt ein solches Szenario nicht aus. Hier kann man aber niemandem aus dem Team einen Vorwurf machen. Wir haben nun ein Jahr Zeit um neue Kraft zu tanken und wieder voll anzugreifen. Dass wir das Potenzial besitzen, haben wir gezeigt – und nächstes Jahr kämpfen wir wieder um eine Medaille“, ist sich der 28-jährige Schönhütte sicher, für den es 2020 bereits die zehnte deutsche Sprintmeisterschaft seiner Karriere werden dürfte.
