Lokalsport | 17.09.2018

Fußball-Rheinlandliga, achter Spieltag

Zustände fast wie im alten Rom

SG Eintracht Mendig/Bell - SG Malberg/Rosenheim 1:4 (0:1)

Die Offensivspieler der SG Eintracht Mendig/Bell (links Lars Bohm, rechts Mustafa Madanoglu) fanden gegen die Abwehr der Gäste (Zweiter von rechts Dennis Hombach) kein probates Mittel.SK

Mendig. Auch der vierte Versuch vor heimischem Publikum ging (am Ende sogar deutlich) daneben: Durch das 1:4 (0:1) gegen die SG Malberg/Rosenheim wartet die SG Eintracht Mendig/Bell nach dem achten Spieltag der Fußball-Rheinlandliga weiter auf den ersten Heimsieg und muss sich tabellarisch vorerst nach unten orientieren.

Schwierige Wochen

„Wir müssen mit dieser Niederlage leben und in den nächsten schwierigen Wochen Charakter beweisen. Ich möchte nicht alles schlecht machen, aber was wir in der vorderen Reihe angeboten haben, das war schlicht und einfach nicht Verbandsliga-reif. Vielleicht habe auch ich in der Woche Fehler gemacht“, fand Eintracht-Trainer Cornel Hirt klare Worte und sparte sich selbst bei der Kritik nicht aus. „Drei der vier Gegentore sind nach Standardsituationen gefallen, das sagt eigentlich alles aus. Wir waren viel zu lethargisch, kamen schlecht auf die zweiten Bälle und wirkten nicht frisch. Schon das 0:1 war unserer Fahrlässigkeit zuzuschreiben.“

Für diese Führung der Gäste sorgte nach 21 Minuten Markus Nickol mit einem herrlichen Drehschuss, Mendigs Kapitän Florian Schlich hatte eine Ecke zuvor nicht entscheidend klären können. Bereits in der Anfangsphase hatte Torhüter Jan Heinemann gegen Nickol (7.) und Steffen Gerhardus (9.) mit zwei großartigen Paraden einen Rückstand verhindern können. Die größte (und einzige nennenswerte) Möglichkeit der Gastgeber in Hälfte eins vergab nach 25 Minuten Milan Rawert, der allein vor dem Tor am Malberger Schlussmann und Kapitän Matthias Zeiler scheiterte. Rawert war von Matthias Strahl glänzend in Szene gesetzt worden. Bezeichnenderweise von einem Spieler, der im Normalfall (als defensiver Mittelfeldspieler oder in der Innenverteidigung) eher fürs Grobe zuständig ist.

Die beste Phase

Nach Wiederanpfiff sahen die 195 Zuschauer auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße die beste Phase der Gastgeber. Niklas Heinemann (51.) fand ebenso wie der agile Björn Gilles (59.) in Torhüter Zeiler seinen Meister, Lars Bohm hob den Ball überhastet weit über den Kasten (60.). Nachdem der sechs Minuten zuvor eingewechselte Dennis Penk eine Hereingabe von Rawert im Strafraum mit der Hand abgewehrt hatte, verwandelte der Mendiger Mannschaftsführer Florian Schlich den fälligen Elfmeter mithilfe des linken Innenpfostens zum 1:1-Ausgleich (62.).

Mustafa Madanoglu hätte die Partie komplett drehen können, doch sein Abschluss war zu schwach und stellte Zeiler nicht vor größere Probleme (64.). Praktisch im Gegenzug (65.) gelang Sven Heidrich mit einem Nachschuss aus der Distanz die erneute Malberger Führung, nachdem Mendigs Torhüter Jan Heinemann Gästestürmer Nickol zuvor geschickt abgedrängt hatte. „Dieser Treffer war der Knackpunkt des gesamten Spiels“, befand Gästetrainer Volker Heun, der Nachfolger von Übungsleiter Michael Boll. „Nach dem 1:1 hatte ich so meine Bedenken, weil wir vor allem auf Björn Gilles keinen Zugriff hatten. Ich habe es dann wie im alten Rom mit Manndeckung versucht, das hat geklappt. Und mit unserer erneuten Führung haben wir Mendig die Moral genommen. Das Ergebnis entspricht allerdings keineswegs dem Spielverlauf.“

Wiederum Nickol, der nach einem Freistoß von einer weiteren Mendiger Unaufmerksamkeit profitierte, erhöhte eine Viertelstunde vor Schluss auf 1:3. Drei Minuten später musste Florian Schlich nach einem absichtlichen Handspiel im Strafraum der Gäste mit der Gelb-Roten Karte vom Platz, nachdem er zuvor wegen Foulspiels an Nickol die Gelbe Karte gesehen hatte (68.).

Wegen der Verhinderung einer klaren Torchance musste Mendigs Torhüter Jan Heinemann sogar mit Rot vom Platz, obwohl er möglicherweise im Zweikampf mit Yanick Tsannang eher den Ball als die Beine des eingewechselten Stürmers erwischt hatte (83.). Es dauerte schließlich fast 120 Sekunden, ehe Tim Pfeiffer den Foulelfmeter zum 1:4-Endstand verwandeln durfte.

Statistik

SG Eintracht Mendig/Bell: Jan Heinemann, Matthias Strahl, Kodai Stalph, Björn Gilles, Mustafa Madanoglu (84. André Friedrich), Philipp Geisen, Lars Bohm (77. Norman Olck), Manuel Oster, Niklas Heinemann (81. Magomed Ibragimov), Florian Schlich, Milan Rawert.

SG Malberg/Rosenheim: Matthias Zeiler, Sven Heidrich, Steffen Gerhardus, Markus Nickol, Dennis Hombach, Tim Pfeiffer, Simon Weinlich, Jordi Frohn, Joshua Brenner (56. Dennis Penk), Albert Kudrenko (44. Bastian Bleeser), Nico Bähner (69. Yanick Tsannang).

Schiedsrichter: Lukas Heep (Neuwied).

Zuschauer: 195.

Torfolge: 0:1 Markus Nickol (21.), 1:1 Florian Schlich (62., Handelfmeter), 1:2 Sven Heidrich (65.), 1:3 Markus Nickol (75.), 1:4 Tim Pfeiffer (85., Foulelfmeter).

Besonderheiten: Gelb-Rote Karte gegen Florian Schlich (78.) wegen Foulspiels und absichtlichen Handspiels, Rote Karte gegen Torhüter Jan Heinemann (83., beide SG Eintracht Mendig/Bell) wegen einer Notbremse.

Die nächsten Aufgaben für die SG Eintracht Mendig/Bell: am Mittwoch, 19. September, um 19.30 Uhr in der dritten Runde des Rheinlandpokals bei der SG Dieblich/Niederfell und am Sonntag, 23. September, um 15.30 Uhr beim VfB Linz.

Nächste Aufgabe für die SG Malberg/Rosenheim: am Samstag, 22. September, um 16 Uhr gegen den FSV Salmrohr.

Kodai Stalph (links) und Matthias Strahl (Zweiter von links) hatten gegen die Malberger Simon Weinlich (am Ball) und Nico Bähner (rechts) alle Hände voll zu tun.

Kodai Stalph (links) und Matthias Strahl (Zweiter von links) hatten gegen die Malberger Simon Weinlich (am Ball) und Nico Bähner (rechts) alle Hände voll zu tun.

Zumindest dieses Laufduell gegen Tim Pfeiffer (links) konnte Mustafa Madanoglu für sich entscheiden.

Zumindest dieses Laufduell gegen Tim Pfeiffer (links) konnte Mustafa Madanoglu für sich entscheiden.

Die Offensivspieler der SG Eintracht Mendig/Bell (links Lars Bohm, rechts Mustafa Madanoglu) fanden gegen die Abwehr der Gäste (Zweiter von rechts Dennis Hombach) kein probates Mittel.Fotos: SK

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