Aufführung der Hamletmaschine in der Schauspielschule Koblenz
Das umstrittene Stück von Heiner Müller
Premiere am Freitag, 24. Januar
Koblenz. Hamletmaschine, das umstrittene Stück oder Anti-Stück von Heiner Müller, wird das erste Mal in der Schauspielschule Koblenz aufgeführt. Der Prosa Text, der schon seit Jahren weltweit inszeniert wird, bietet viel Raum für Interpretation. Charakteristisch für das Stück sind die harsche und brutale Wortwahl, das nihilistisch, apokalyptische Weltbild und die schmerzhafte, aber unausweichliche Ehrlichkeit. Dieser Eigenschaften zum Trotz, oder gerade eben aufgrund dessen, haben sich Viktor Lee Horre, als noch in der Ausbildung befindlicher Schauspieler, und Timo Maar, der für einige Zuschauer vielleicht schon in Stücken wie „Der Glöckner von Notré Dame“ oder „ Drei Mal Leben“ zu sehen war, vorgenommen, die Hamletmaschine zu ihrer Hamletmaschine zu machen. „Gegen den Wind pissen“ ist die Devise für dieses Regiedebüt, mit der sich die beiden aufmachen, die Hamletmaschine in diesem Zeitgeist zu ertränken. Das Ziel ist es, Theater für die Demographie ab 50 zu schaffen - für Mitbürgerinnen und Mitbürger, die es verdient haben, gute Unterhaltung und anspruchsvolle Kunst zu genießen. Besucher öffnen mit ihnen die Gräben der Generationen und beteiligen sich am letzten Erdwurf für die Menschheit. Denn das 21. Jahrhundert ist auf der digitalen Überholspur, und die Menschheit, mit all ihren utopischen Träumen, wird nicht mehr gebraucht. Besucher sollten ihr Gehirn mal wieder einschalten und sich empören, wütend sein, traurig sein, mitfühlend sein.
Man kann sich ruhig mal etwas gönnen, anstatt vor der Glotze zu vergammeln!
Die Premiere ist am Freitag, 24. Januar, weitere Termine am 8. und 14. Februar.
