Deutscher Hausfrauen-Bund OV Vallendar e.V.
Auf den Spuren Goethes in Frankfurt am Main
Vallendar/Frankfurt. Bestens vorbereitet durch den Vortrag „Goethe und das Geheimnis der Deutschen Sappho“ trat kürzlich die DHB-Gruppe unter sachkundiger Leitung von Herrn Meyer-Sommer die Busfahrt nach Frankfurt an. Die erste Station war das Goethehaus am „Großen Hirschgraben“, eine der wichtigsten Goethe-Gedenkstätten in Deutschland. Hier wurde Johann Wolfgang von Goethe am 28. August 1749 geboren. Das Haus hatte seine Großmutter bereits 1733 erworben. Aber erst durch den vom Vater veranlassten Umbau in den Jahren 1755/56 entstand das noble Goethehaus, wie es noch heute zu besichtigen ist. Goethe verließ Frankfurt 1775 und lebte bis zu seinem Lebensende in Weimar. Seine Mutter verkaufte das Haus im Jahre 1795. Die Stadt Frankfurt zeigte keinerlei Interesse an der Immobilie. Das „Freie Deutsche Hochstift für Künste und allgemeine Bildung“, eine Bürgerstiftung, erwarb im Jahre 1863 das Haus und versetzte es in den Zustand nach dem Umbau 1755/56 zurück. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg begann man bereits 1947 mit dem Wiederaufbau. Zum „Hochstift“ gehören heute neben dem Goethe-Haus ein Handschriftenarchiv und das Goethe-Museum. Die am Mainufer gelegene Gerbermühle, heute ein Hotel- und Restaurantbetrieb, war die zweite Station. Johann Jakob Willemer, ein Frankfurter Bankier, hatte 1785 die Mühle als Sommersitz umbauen lassen. Nach dem Tod seiner ersten und zweiten Ehefrau hatte er im Jahr 1800 Marianne als Ziehtochter aufgenommen.
Zwei Jahre später wurden die 18-Jährige und der 42-Jährige ein Paar. Erstmals besuchte Goethe, der mit Johann Jakob Willemer befreundet war, am 15. September 1814 die Gerbermühle. Weitere Besuche folgten. Zwischen Goethe, mittlerweile 65 Jahre alt, und der 35 Jahre jüngeren Marianne entwickelte sich eine innige und auch kreative Beziehung. Zum ersten Mal tritt Goethe mit einer Frau auch in einen lyrischen Dialog. Es entsteht eine stark emotionale Bindung, aus der Goethe am 27. September 1815 ausbricht. Danach sehen sich Marianne und Goethe nicht mehr wieder. In seinem Werk „West-östlicher Diwan“ finden sich drei Gedichte aus der Feder von Marianne Willemer. Goethe verschweigt die Urheberschaft der Texte. Erst posthum wurde sie durch den Germanisten Hermann Grimm, Sohn Wilhelm Grimms, bekannt gemacht. Ihm hatte sich Marianne kurz vor ihrem Tod anvertraut.
Die dritte und letzte Station war das auf dem Sachsenhäuser Mühlberg ehemals in einem Weinberg gelegene „Willemer-Häuschen“. Das Gartenhaus ließ Johann Jakob Willemer 1809 in einen Sommerwohnsitz umbauen. Am 18. Oktober 1814 trafen sich das Ehepaar und Goethe im Gartenhaus, um die Freudenfeuer anlässlich des ersten Jahrestages der Völkerschlacht zu Leipzig zu beobachten. Noch stehen Marianne und Goethe in engem Kontakt. Oft hält sich Goethe auch hier auf und schreibt weiter am „West-östlichen Diwan“. 1902 wurde das Gartenhaus von der Stadt Frankfurt saniert. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde es bis auf die Grundmauern zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte von 1962 bis 1964 durch die Stadt Frankfurt und das „Hochstift“. Ein besonderes Ausstellungsstück in dieser Goethe-Gedenkstätte ist ein Faksimile des Papierbogens mit dem handschriftlich aufgezeichneten Gedicht „Gingo biloba“, das Goethe im Jahr 1815 mit zwei Ginkgo-Blättern verziert Marianne von Willemer gewidmet hatte.
Zum Abschluss dieser gelungenen Exkursion nach Frankfurt gab es im Garten am „Willemer-Häuschen“ für alle Teilnehmer ein Glas Wein. Bei dieser Gelegenheit bedankte sich die Vorsitzende Frau Pfahl bei Herrn Meyer-Sommer mit einem Präsent für die exzellente Vorbereitung und Durchführung dieser bereits dritten Fahrt „auf Goethes Spuren“.
Vorschau
Mittwoch, 11. Juni
Dem Kaiser auf der Spur - 1200 Jahre Karl der Große und Ingelheim. Wir fahren mit dem Bus 12 Uhr ab Vall.Bhf. /12.10 Uhr ab Mall.Berg Aussichtsturm/ ab 12.20 Uhr ab Urbar Mitte/ ab 12.30 Uhr Koblenz Busbhf..
Donnerstag, 24. Juli
„Ein Sommernachtstraum“. Die gemeldeten Teilnehmer überweisen bitte 34 Euro p.P. auf das Reisekonto.
