Amicale Freundschaftskreis Vallendar - Cercy-La-Tour
Exkursion ins Périgord
Vallendar. Seit 1977 steht alljährlich eine Exkursion nach Frankreich auf dem Jahresprogramm. In diesem Jahr war das Ziel das Schlemmerparadieses Périgord mit den zahlreichen, bis zu 40.000 Jahren alten Höhlenmalereien. Mittelalterliche Städtchen sowie mehr als 1000 Burgen belegen die einst wichtige Bedeutung der Region im Bereich der Dordogne.
Die Anreise begann mit einer Zwischenübernachtung in Bourges, einer ehemals bedeutenden Handelsstadt der Römer.
Schon im 3. Jahrhundert entstand hier, von den Römern geduldet, die erste christliche Gemeinde. An der Stelle der ersten Kirche steht heute eine beeindruckende Kathedrale (12. bis 16. Jh.). Die breiteste (und eine der größten) gotische Kirche Frankreichs ist seit 1992 Weltkulturerbe. Zahlreiche Adelspaläste, vornehme Bürgerhäuser und Sakralbauten erinnern an die Glanzzeiten der Stadt bis ins 16. Jahrhundert.
Auf der Weiterfahrt ins Périgord stoppte die Reisegruppe in dem Ort Oradour-sur-Glane (Village Martyr). Am 10. Juni 1944 überfielen 120 Soldaten der 3. Kompanie des SS-Panzergrenadier-Regimentes „Der Führer“ grundlos den Ort.
Die Einwohner wurden ermordet, die Soldaten erschossen in einer Scheune 190 Männer, 245 Frauen und 207 Kinder sperrte man in die Dorfkirche und zündete diese an. Insgesamt starben 642 Menschen, nur sechs Bürger überlebten das zahlenmäßig größte Massaker in Westeuropa.
Alle Gebäude wurden durch die Brände vernichtet. Neben der brutal zerstörten Stadt entstand ein neuer Ort. Viele Jahre lehnten die neuen Bewohner jeden offiziellen Besuch ab. Erst 1999 weihte Chirac neben den Ruinen ein Mahnmal ein und der erste deutsche Staatsmann, der Oradour besuchte, war 2013 Bundespräsident Gauck.
Das Ziel des zweiten Tages war Périgueux, die Hauptstadt des Départements Dordogne. Schon die Gallier siedelten hier, dann kamen die Römer, Sie schufen eine der schönsten Städte in der Provinz Aquitanien.
Das belegen noch heute die Ruinen eines Amphitheaters, mehrerer Tempel und des Aquäduktes. Im Mittelalter entwickelte sich neben der römischen Siedlung Vesunna ein bedeutender Wallfahrtsort mit Wehrtürmen und Bauten der Renaissance sowie des Barocks. Beide Städte bilden seit 1240 eine Einheit und Périgueux steht heute unter Denkmalschutz und ist Teil des UNESCO-Kulturerbe. Für sechs Tage war die Stadt Ausgangspunkt für Tagesexkursionen ins Umland.
Das zerstörte Oradour-sur-Glane.
