Arbeitskreis sozialdemokratischer Frauen (AsF) Vallendar auf Tour
Fahrt ins Frauenmuseum Bonn
Die acht Teilnehmerinnen erhielten informative Einblicke in das Schicksal alleinerziehender Frauen
Bonn. Acht Teilnehmerinnen des Arbeitskreises sozialdemokratischer Frauen der Verbandsgemeinde Vallendar fuhren vor Kurzem nach Bonn zur Besichtigung des Frauenmuseums. Am frühen Nachmittag wurde die Gruppe dort von Frau Dr. Roschan-Samir empfangen. Mit ihr hatten wir eine exzellente, begeisternde Begleiterin durch die sich über drei Etagen befindliche Ausstellung „Single Moms“. Das Ausstellungsprojekt „Alleinerziehende Frauen“ zeigte uns drei große Teile: die Geschichte und Gegenwart der Alleinerziehenden, die internationale Situation und die Umsetzung des Themas in der Kunst. Frau Dr. Roschan-Samir verwies in dem historischen Teil auf die Stellung alleinerziehender Frauen. Durch Kriege und Naturkatastrophen verloren sie ihren Mann oder mussten als uneheliche Mütter ihre Kinder alleine großziehen und waren dadurch harter Bestrafung oder Vormundschaft ausgesetzt. Die staatliche Vormundschaft wurde zum Beispiel erst 1970 aufgehoben.
Heute ist zwar formal die rechtliche Gleichstellung erreicht, doch noch immer gibt es keine Chancengleichheit. Halber Lohn und doppelte Verantwortung kennzeichnen den Alltag vieler Alleinerziehenden. 39 Prozent der Alleinerziehenden beziehen staatliche Grundsicherung. Jedes zweite Kind im Hartz IV-Bezug wächst in einer „Einelternfamilie“ auf. Die Ausstellung richtet den Blick auch auf die Situation in anderen Ländern. Während etwa in der DDR alleinerziehende Mütter in die Gesellschaft integriert gewesen waren, durfte dagegen in Irland in den 60er Jahren nicht öffentlich über die Situation lediger Mütter diskutiert werden. Das Spektrum über die Kontinente reicht vom ersten Frauendorf in Afrika, über Flüchtlingsmütter aus Jordanien bis zum „Single Mother’s Day“ in Korea sowie spezielle Arbeitsplätze für „madres solteras“ in Lateinamerika und der US-amerikanische Lobby-Verband „Single Mothers by Choice“, der alleinstehende Frauen mit Kinderwunsch berät.
Im Kunstteil präsentierten mehr als 40 Künstlerinnen ihre unterschiedlichen Auffassungen über dieses Thema. Gegründet wurde das erste Frauenmuseum der Welt 1981 von der heutigen Direktorin Marianne Pitzen und einer Gruppe interdisziplinär arbeitender Frauen. Heute ist das Frauenmuseum Bonn Sitz des 2012 gegründeten Verbandes „International Association of Women’s Museums“. Es kann auf über 500 Ausstellungen zurückschauen und seit Bestehen wurden Arbeiten von 2500 Künstlerinnen gezeigt. Nach über zwei Stunden hatten die Teilnehmerinnen so viel Spannendes und Interessantes gehört und gesehen, dass sie gerne das Angebot von selbst gebackenem Kuchen und Kaffee im Museumscafé annahmen.
Ein großes Lob wurde Frau Dr. Roschan-Samir für diese tolle Führung ausgesprochen. Aber es wurde auch kritisch festgestellt, dass für Alleinerziehende trotz der formellen Gleichstellung in Deutschland noch viel geschehen muss. Lebenssituation, Unterhaltsrecht sowie Steuer- und Sozialrecht müssen für die Frauen noch viel gerechter und lebenswerter werden. Nach der Stärkung im Café durfte die Gruppe mit dem Künstler Curt Delander noch eine kleine Führung durch die Hauskapelle der heiligen Gertrudis im Frauenmuseum machen. Die Fundstücke hat der Künstler über viele Jahre zusammengetragen und am 16 . März 2013 wurde die Kapelle eingesegnet. Die Ausstellungsstücke erinnern an die heilige Gertrud und die historische Altstadt Bonn.
Die Teilnehmerinnen waren begeistert von dem interessanten Nachmittag. Am frühen Abend fuhren alle wieder zurück nach Vallendar und waren sich einig, das Frauenmuseum und seine Ausstellung weiter zu empfehlen. Pressemitteilung
Arbeitskreis sozialdemokratischer Frauen Vallendar
