Kinderferienspiele der Ev. Jugend - seit Jahrzehnten ein Erfolgsrezept
Ferienerlebnisse der besonderen Art
Vallendar. Es gibt sie seit Mitte der 1980er Jahre – die Kinderferienspiele der Evangelischen Jugend. Seit dieser Zeit ist das Erfolgsrezept nahezu fast unverändert – wegen der großen Nachfrage gibt es heute allerdings nach Alter aufgeteilt zwei Gruppen. Man nehme eine Gruppe hochmotivierter junger Leute und bereite sie gewissenhaft auf ihre verantwortungsvolle Tätigkeit in Schulungen vor. Dann findet man ein Thema, das Kinder anspricht. Dieses Jahr in der Gruppe der Großen: „Welt der Wunder – das Beste aus 5.000 Jahren Menschheit“ – und die jüngeren Kinder beschäftigen sich mit dem Thema „Kindheitshelden – heldenhafte Abenteuer mit Asterix, Pocahontas und Co. “. Nichts läuft natürlich ohne Erfahrung und Koordination und ganz, ganz viel Motivation und dafür sorgt Jugendleiter Immo Meyer – er ist auch derjenige, der mit Kolleginnen und Kollegen die ehrenamtlichen Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter ausbildet, damit sie die JuLeiCa erwerben können. Die Jugendleiterkarte ist ein begehrter Ausbildungsnachweis, die bescheinigt, dass die Inhaberin und der Inhaber etwas von Jugendarbeit versteht.
In der vorletzten Sommerferienwoche sind Kinder im Alter von 9 bis 13 Jahren zum Mitmachen eingeladen. In der letzten Ferienwoche dann die jüngeren Kinder im Alter von 6 bis 9 Jahren. Jeweils von Montag bis Freitag ist ein erlebnisreiches Programm zusammengestellt. Montags begegnen die Kinder dem Thema, Dienstag gibt es einen themenbezogenen Ausflug. Mittwoch bis Freitag gibt es ein abenteuerliches Zeltlager auf der großen Wiese vor dem evangelischen Gemeindezentrum auf dem Mallendarer Berg mit unterschiedlichen Arbeitsgruppen. Freitagnachmittag sind dann Eltern und Geschwister zu einem Abschlussfest eingeladen. Die Kinderferienspielkinder präsentieren alles das, was sie in der Woche in einzelnen Arbeitsgruppen geschaffen haben.
132 Kinder machten mit
Insgesamt machten dieses Jahr 132 Kinder mit. Damit auch Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf, also diejenigen, die in irgendeiner Form gehandicapt sind, dieses Ferienerlebnis miterleben können, ist die Anzahl der ehrenamtlichen jungen Leute ausreichend groß. Insgesamt setzen sich rund 50 Jugendliche für die gute Sache ein. Und es macht ihnen richtig Freude.
Gemeinschaft erleben
Viele waren schon als Kinder dabei und sind nun Teamer – so zum Beispiel Michel. Der Siebzehnjährige machte seine ersten Kinderferienspielerfahrungen mit sechs Jahren und ist in diesem Jahr zum elften Mal dabei und das ist keine Ausnahme. Eltern, die als Kinder teilnahmen, bringen jetzt ihre Kinder zu den Spielen. Die 15-jährige Johanna ist zum ersten Mal im Leitungsteam. Sie findet die Kinderferienspiele einfach ideal. Man könne mit Freunden zusammen sein und dabei noch Kinder „bespaßen und belustigen“ - das mache einfach ganz große Freude. Dabei ist klar, dass es bei den Kinderferienspielen nicht nur um den Spaß bei der Sache geht. Gemeinschaft zu erleben, neue Erfahrungen in angstfreier Atmosphäre zu machen, Dinge in der Gruppe auszuprobieren und spielerisch zu lernen, das erleben die Kinder und auch die Ehrenamtlichen. Teresa ist 19 Jahre alt, hochmotiviert und bringt sich voll ein. „Die Kinder sind lieb, das Essen ist gut und das größte Problem für mich ist der Schlafmangel“, stellt sie mit einem ansteckenden Lachen fest. Teresa fühlt sich wohl in der Teamergruppe – denn dort akzeptiert man sich gegenseitig und man geht herzlich miteinander um. Nicht immer und überall eine gesellschaftliche Selbstverständlichkeit – Teresa lebt mit dem Downsyndrom.
Die Kinderferienspiele 2016 haben das Motto: Mitmachzirkus. Echte Zirkusleute unterstützen das Pädagogenteam von Haupt- und Ehrenamtlichen. Die Nachfrage ist erfahrungsgemäß groß und die Teilnehmerzahl begrenzt. Auch außerhalb der Sommerferien bietet die Evangelische Jugend Vallendar ein vielseitiges Angebot für Kinder und Jugendliche. Informationen dazu findet man unter kinderferienspiele.de
In Gruppenspielen waren Sportlichkeit, Geschicklichkeit, Teamfähigkeit und Kombinationsvermögen gefragt - Ziel war es, die Zutaten für den Zaubertrank zu finden.
Die Schnüre durften beim Durchklettern nicht berührt werden.
