Allgemeine Berichte | 24.01.2015

Zweiter Akademietag in Vallendar beleuchtet die beiden „Naturen“ Christi

„Jesus Christus - Bruder der Menschen und Sohn Gottes?“

Moderator Guido Groß (v. l.), Prof. Paul Rheinbay (SAC), Prof. Margareta Gruber (OSF) und Prof. em. Alfred Schuchart (SAC). PTHV

Vallendar. Wie kann Jesus der Sohn Gottes und gleichzeitig Bruder der Menschen sein? Darüber referierten die beiden Professoren der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) Margareta Gruber (OSF) und Paul Rheinbay (SAC) auf dem zweiten Akademietag der Hochschule.

Gruber, Professorin für Neutestamentliche Exegese und Biblische Theologie, verdeutlichte in ihrem Referat, Jesus sei zugleich „Sohn Gottes“ und „Bruder der Menschen“. Das Neue Testament rede von Gott, indem es von Jesus erzähle. Jesus übersetze das Wesen Gottes in menschliche Haltungen und Verhaltensweisen. Ausgangspunkt sei dabei die Auferstehung an Ostern. Nach dem christlichen Verständnis habe Gott jedoch Jesus vom Tod befreit und mit neuem Leben beschenkt. Bei den Jüngern habe der Schock über den Verlust der Person Jesu tief gesessen. „Dieser Tod am Kreuz musste von den ersten Christen erst mal bewältigt werden“, betonte Gruber. Deshalb sei das Neue Testament nicht die Biografie des „irdischen Jesus von Nazareth“, sondern Glaubenszeugnis der ersten Christen, die von Ostern her zurück auf das Leben Jesu schauten. Der Tod am Kreuz und das Leiden zuvor machten klar, dass Jesus ganz Mensch war, „nicht nur zum Schein“. Jesus werde keineswegs nur auf einen „Propheten, Rabbi, Wunderheiler, Charismatiker oder Magier“ reduziert. Es werde klargestellt, dass Jesus mehr war, als die Propheten Moses oder Elia. Um die Jesusverehrung habe es jedoch von Anfang an Streit gegeben. In der Folge hätten sich Judentum und Christentum auseinanderentwickelt.

Im zweiten Teil knüpfte Rheinbay an Gruber an, stellte frühchristliche Positionen dar und beleuchtete die Frage, was Jesus in heutiger Zeit bedeuten könne. Über Jesus zu sprechen sei schwierig geworden, in einer Zeit, in der Begriffe wie „Gott, das Absolute, Erlöser, Messias, Heiland“ nicht mehr selbstverständlich über die Lippen gingen. Schon Euseb, der Hofgeschichtsschreiber des römischen Kaisers Konstantin, habe in einem Brief an seine Schwester im Jahr 330 n. Chr. Schwierigkeiten damit gehabt: „Jeglich Bild das ihr euch macht, stellt es wieder in Frage.“ Auch die ersten Konzilien hätten darum gerungen, wie von Jesus zu sprechen sei. Vom Konzil von Nicäa stamme die Formulierung „wesensgleich“ - also einer, der Gott und gleichzeitig Mensch ist. Das Konzil von Chalcedon (451) habe sich wieder damit beschäftigt und die Frage präzisiert: „Wie sind göttliche und menschliche Natur in Jesus Christus verbunden?“ Die Lösung der Konzilsväter: Das verbundene Geheimnis könne nicht aufgelöst werden, beide Naturen Jesu seien unvermischt und ungetrennt. Diese Ergebnisse der Konzilien seien bis ins heute geltende Glaubensbekenntnis übergegangen. „Jesus ist Mensch und Gott, unendlich und begrenzt, unsterblich und vergänglich - das sind keine Gegensätze, sondern zwei Seiten der einen Wirklichkeit“, sagte Rheinbay abschließend.

In der nachfolgenden Diskussionsrunde, die vom Leiter der Katholischen Hochschulgemeine Koblenz, Guido Groß, moderiert wurde, erörterten Teilnehmer und Referenten unter anderem Fragen zur Dreifaltigkeit im interreligiösen Dialog.

Moderator Guido Groß (v. l.), Prof. Paul Rheinbay (SAC), Prof. Margareta Gruber (OSF) und Prof. em. Alfred Schuchart (SAC). Foto: PTHV

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
Wir helfen im Trauerfall
Dauerauftrag Imageanzeige
Werbeplan 2026
Koblenzer Kneipengeschichten
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten- Modernisieren
Staplerfahrer (m/w/d)
Anzeige Tag der offenen Tür am Zeiberberg
Empfohlene Artikel
Symbolbild.  Foto: pixabay.com
38

Region. Auch in unserer Region gibt es sie: die stillen Stars des Alltags. Menschen, die anpacken, helfen, Verantwortung übernehmen oder einfach für andere da sind. Ob Feuerwehrmann, engagierte Ortsbürgermeisterin, unermüdliche Nachbarschaftshelfer oder die gute Seele im Sportverein – sie alle sind Heimathelden! BLICK aktuell möchte diesen Menschen eine Bühne geben und der Öffentlichkeit vorstellen – in einer neuen Serie in unserer Zeitung.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: pixabay.com
20

Region. Wir von BLICK aktuell möchten wissen, wo in eurer Heimatstadt oder Kommune der Schuh drückt! Aus diesem Grund haben wir die neue Serie „HeimatCheck“ ins Leben gerufen. Ob kleine Ärgernisse oder große Probleme: Schreibt uns, was euch bewegt, und wir berichten für euch! Handlungsbedarf gibt es eigentlich immer, sei es bei:

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
72

Insbesondere für Säuglinge, Kleinkinder, Senioren und Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem ist eine Salmonellen-Erkrankung gefährlich

10.04.: Lebensmittelrückruf: Salmonellen in beliebter Haselnuss-Nougat-Creme

Region. Die Sächsische und Dresdner Back- und Süßwaren GmbH & Co. KG ruft die Haselnuss-Nougat-Creme der Marke Nudossi auch aus dem rheinland-pfälzischen Handel zurück. Grund: Es wurden Salmonellen nachgewiesen.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: ROB
37

Zwei Polizisten aufgrund von Schwere der erlittenen Verletzungen bis auf Weiteres dienstunfähig

06.04.: Nach Angriff auf Polizisten in Leverkusener Shisha-Bar: Polizei ermittelt gegen 22 Tatverdächtige

Leverkusen. Nach dem Angriff auf Polizisten in einer Shisha-Bar in Leverkusen-Opladen in der Nacht zum Montag (6. April) hat die Polizei Köln eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Insgesamt wird nach jetzigem Stand gegen 22 Angehörige einer Großfamilie ermittelt. Um den Tatablauf zu rekonstruieren, wertet die Ermittlungsgruppe unter anderem Bodycam-Aufnahmen der eingesetzten Polizisten aus.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
24

Federspielgerät war fest im Boden einbetoniert und erst kürzlich installiert worden

10.04.: Koblenz: Unbekannte klauen brandneues Spielgerät von Spielplatz

Koblenz-Horchheim. Unbekannte Täter haben in der Zeit vom 09.04.2026 16:00 Uhr bis 10.04.2026 11:00 Uhr ein neu montiertes Federspielgerät vom Spielplatz hinter dem Gebäude der Sparkasse in Horchheim entwendet. Das Spielgerät war fest im Boden einbetoniert und erst vor kurzer Zeit installiert worden.

Weiterlesen

Imageanzeige
Dienstleistungen
Wir helfen im Trauerfall
Kleinanzeigen
Wohnträume
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Werksverkauf Anhausen
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Wohnträume
Wohnträume
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten -bitte beim Text vom Gartenmarkt
Titelanzeige Nissan  114/1407895/2454617/4746681
Blütenfest
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Anzeige Lagerverkauf
Stellenausschreibung: Betriebshof
10 Jahre Bella Vita Frauenfitness