TS Bendorf II
Juniorteam im Wurfpech
Verbandsliga Ost: HSG Römerwall - TSB II 28:19 (16:10)
Bendorf. Wenn jeder zweite Fehlwurf im Tor untergebracht worden wäre, hätte die TSB II am Wochenende einen eindeutigen Auswärtserfolg verbuchen können. Sage und schreibe 27 Fehlwürfe leistete sich das Bendorfer Juniorteam beim Gastspiel in Rheinbrohl und ließ damit sämtlichen Siegeswillen aus der Vorwoche vermissen. Bereits in den Anfangsminuten zeichnete sich der Werdegang des Spiels ab. Die Turnerschaftsreserve spielte lange und verkrampft ihre Angriffe, während die Herren des Hauses scheinbar mühelos durch die gegnerische Abwehr flogen. Wie ein heißes Messer durch die Butter führte die HSG schnell mit 6:3.
Dann wurden jedoch 2 Bälle der Gastgeber durch Lukas Schlicht und Christian Balthasar geblockt und Bendorf II schloss auf 6:5 auf. Doch das blieb vorerst die Ausnahme, sodass Römerwall kurze Zeit später, etwa nach 20 Minuten, die 10:7-Führung markierte. Bis zur Halbzeit setzte sich die HSG allerdings bis auf 16:10 ab. Hauptproblem: Die unzureichende Torausbeute. Der gegnerische Torhüter wurde regelrecht warm geworfen. Hinzukamen dann noch Unaufmerksamkeiten im Abwehrverband, die immer wieder zu Tormöglichkeiten einluden. Aber gut, 6 Tore Rückstand zur Halbzeit war noch kein Beinbruch. Viel mehr konnte man es der HSG Römerwall mit gleichen Mitteln wie im Hinspiel heimzahlen, als Römerwall eine recht deutliche TSB-Halbzeitführung in der 2. Hälfte komplett drehte und letztlich mit 23:24 gewann. Um sich gegen die drohende Niederlage zu stemmen, differenzierte Coach Oli Joost noch einmal deutlich zwischen der geforderten defensiven Abwehr und der gezeigten passiven Abwehr. Und bezogen auf die Defensive wirkte sich seine Gardinenpredigt auch positiv aus. Die Hintermannschaft stand, jedoch mangelte es weiterhin an der Chancenverwertung im Angriff. Das Juniorteam fing in den ersten acht Minuten der 2. Hälfte vier Bälle ab, bekam aber das Spielgerät einfach nicht zwischen die Pfosten, ohne dass der Keeper den Weg versperrte. So baute Römerwall, ob sie wollten oder nicht, ihre Führung über 17:11 bis auf 20:13 aus. Aufgrund der vielen Fehlwürfe auf der einen und zahlreicher Ballverluste auf der anderen Seite litt in der Folge die Ansehnlichkeit der Begegnung sehr. Bendorf fing sich um die 45. Minute noch einmal und verkürzte bis auf 21:17, mehr war letztlich jedoch nicht mehr drin. In der Schlussphase saß der Frust der „Zwoten“ bereits zu tief, um noch ein produktives Spiel zeigen zu können. So gewann die HSG Römerwall nach 60 Minuten völlig verdient mit 28:19. Allerdings zeigten sich die Gastgeber 40 Sekunden vor Schluss beim Zwischenstand von 27:19 wenig sportlich, als sie mit einer überflüssigen Auszeit das Spiel künstlich in die Länge zogen, um ihren Heimsieg zu zelebrieren. So etwas hat man grundsätzlich nicht nötig.
Grund für die deutliche Auswärtsschlappe war ganz klar die Torausbeute. Sicherlich war die Spielweise mit Harz ungewohnt für die „Zwote“, aber das kann nicht allein die 27 Fehlwürfe erklären. Wahrscheinlich ebenfalls von Bedeutung war auch die unzureichende Trainingsmotivation im Vorfeld der Partie, die nicht unbedingt den Siegeswillen bestärkt hat. So geht es mit einer Niederlage in die Osterpause, die bis zum Spiel am 18. April verdaut werden muss. Dann geht es zum Derby nach Andernach bei der HSV Rhein-Nette.
Es spielten für Bendorf II: Christian Balthasar, Pascal Brink (3), Markus Zwick (2), Nicolas Barreteau (4), Niklas Peltner (3), Dominik Pretz, Florian Schmitt (2), Philipp Hopfner (3/1), Felix Gutfrucht (1), Lukas Schlicht, Pascal Pretz (1/1), im Tor: Patrick Schneider, Nico Hemmerle.
