Karnevalsverein 1948 Niederwerth e.V. „Mir were nimmi goot“
Karnevalistischer Frühschoppen zum 70. Geburtstag des KVN
Vallendar. Nachdem am 23. Juni der karnevalistische Jubiläumsgottesdienst des KVN in der Kirche zu Niederwerth stattgefunden hatte, fanden sich die Werther Narren am darauffolgenden Sonntagmorgen um 11.11.Uhr in ihrem Vereinslokal „Zur Rheinschanz“ bei Trudel und Vinzenz Schemmer zum karnevalistischen Frühschoppen ein.
Auch dieser Tag hielt viele wunderschöne Überraschungen für die Karnevalisten von der Insel bereit und wird allen noch lange in guter Erinnerung bleiben. So konnte Karl-Josef Mettler neben den zahlreichen Aktiven des KVN auch einige Ehrengäste im wunderschön dekorierten „Schänzjens Saal“ begrüßen. Der Landrat Dr. Alexander Saftig und Verbandsbürgermeister Fred Pretz hatten es sich natürlich nicht nehmen lassen, ihre Glückwünsche zu überbringen, und auch der Erste Ortsbeigeordnete Helmut Klöckner war gekommen, um auf das Herzlichste zu gratulieren und um einen verdienten Karnevalisten, Manfred Hause, mit dem Wappen der Gemeinde Niederwerth auszuzeichnen.
Verdienter Karnevalist geehrt
Manfred Hause, oder „Dicki“, wie er von vielen genannt wird, ist seit 1979 Mitglied des Karnevalsvereins Niederwerth. Er gehört seit 1993 als Zweiter Vorsitzender dem Vorstand des KVN an, und zusammen mit dem Ersten Vorsitzenden Karl-Josef Mettler lenkt er seit nunmehr 25 Jahren die Geschicke des Vereins. Seit 1993 ist er auch als Vizepräsident stets zur Stelle, wenn er gebraucht wird, und im Jahr 2013 wurde er seitens des RKK mit der Verdienstmedaille in Silber am Bande ausgezeichnet. „Dicki“ ist seit nunmehr 39 Jahren als Aktiver auf der Bühne des KVN zu bewundern. Seine Mimik, sein Ausdruck, seine Art für das Spontane und Außergewöhnliche und seine Sprachbegabung für verschiedene Dialekte sind sein Markenzeichen.
Seine Fans lieben Manfred Hause in jeder Rolle
Ob im Einzelvortrag oder auch im Zwiegespräch – seine Fans lieben „Dicki“ in jeder Rolle, die er auf der Bühne verkörpert. Beim Herrenballett sorgt er nicht nur für die Musik, nein, hier begeistert er auch als Tänzer, Taktgeber und Akrobat. Im Jahr 1998 erfolgte die Gründung der Kulturgruppe Hause. Hier glänzte er mit Tanzpartner Achim Klöckner bei einer delikaten Tanzrevue, die mit einem erotischen Höhepunkt beim Gin-Gin-Tanz von Tutti Frutti endete. Ob als Pianisten, fliegende Eunuchen, Rasierschaumexperten oder als Theatergruppe, diese Truppe ist immer ein Höhepunkt im alljährlichen Sitzungsablauf.
Es versteht sich von selbst, dass „Dicki“ auch als Nikolaus mit seinem Knecht, Thomas Stein, seinen Mitstreitern im Verein alljährlich die Leviten liest und dabei meist den Ersten Vorsitzeden Karl-Josef Mettler im Fokus hat. Dies stellte er an diesem karnevalistischen Frühschoppen auch wieder eindrucksvoll unter Beweis, denn er massierte die Lachmuskeln der anwesenden Zuschauer mit seiner Show „Best of Nikolaus“!
Man kann also sagen, ob als Aktiver, als Vorstandsmitglied, Sitzungspräsident, beim Wagenbau, im Straßenkarneval oder auch als DJ, „Dickis“ Talente sind überall gefragt. Und so sagte nicht nur der KVN ein herzliches „Dankeschön“ für die vielen Jahre eines tollen Miteinanders, sondern auch die Gemeinde Niederwerth, vertreten durch den Ersten Ortsbeigeordneten Helmut Klöckner, dankte Manfred Hause für sein tolles und langjähriges Engagement und überreichte ihm das Wappen der Gemeinde.
Zeitreise durch die letzten 70 Jahre
Doch ein Highlight jagte das nächste, und so betraten die Poptitanen von Niederwerth, unsere Schängelsänger, die Bühne der Rheinschanz und heizten den Aktiven stimmgewaltig ein, bevor die drei Schlawiner Norbert Weber, Jürgen Portugall und Toni-Peter Pütz das vor Lachen nach Luft schnappende Publikum begeisterte.
Doch auch einer unserer jüngeren Aktiven sollte an diesem Tag den gesamten KVN begeistern, indem er in feinstem Werther Platt und ganz nach „Hausens Art“ einen Vortrag zum Geschehen der letzten 70 Jahre zum Besten gab. Felix Hause sprach allen Anwesenden aus dem Herzen. Daher hier ein kleiner Auszug aus seiner grandiosen Zeitreise...
„70 Jioahr, un se geewe immer noch kein Rooh‘,
ihr Werther Narre, su ahl weerd kein Kooh!
70 Jioahr alsu…is et nau her,
do wor hey in der Rheinschanz vill Verkehr.
16 Männer machten sich nit grad en Lenz,
denn dat woore die 16 Gründer unseres KVN’s!
Ob Kesselheim, Klöckner oder Bähner,
su Asse, wie mir um Werth, die hatte sunst kääner.
Un weil mer bei uns jo Platt rede doot,
gow ma sich de Name „Mir weere nimmi goot!“
Dat mit su ner Gründung,
wor ower domols nit einfach mo gemacht…
Problem… denn 48 hatte der Franzuus ja noch die Besatzungsmacht.
Jeder Narr musst et alsu schwöre, un zwar komplett,
dat e mit dämm wat die Jioahr vorher wor, nix ze kreije hätt.
Un su han die Werther uff ihrer irschte Sitzung gesunge,
dat wor echt zum Scheeße:
„Mir warn et nit, mir warn et nit, mir warn et nit gewese!“
Doch do wor noch en zwitte Bedingung,
dat et die Genehmigung vun denne Franzuse dann goof
un zwar die Übersetzung der Vereinsstatuten in denne ihre Landessprooch.
Ower mit em „Insel – französische“ Grundwortschatz
von Truttewa, Bagaasch un aus der Lamäng,
kamma sich denke, dat dat schun irjendwie gäng.
Su is alsu die Gründung unseres Vereins gelunge
un in meine Recherche han ich dann einige Kuriositäte gefunne!
Gegründ‘ wor simma alsu Achtunverzich
un wer dat nit glaavt, ja der irrt sich!
Bis in die 70er Jioahr sullt et alsu dann su giehn,
dat de Elferrat in kohlraawer schwatzer Kleidung
un weiße Händschooh tat hinner de Künstler dann stiehn.
Wenn ich mir vorstell, ich stieh uff der Bühn, de Jens Brink stieht hinner mir,
in genau dämm Outfit parat,
künnt ich bissje Ängst kreije, ob nit schun et Krematorium uff mich waart‘!
Dann han ich geles‘, dat 1969 su vill Schnie hätt geleje,
dat die Narre ihrem Prinz Rolf dämm I. ze Fooß hinnerher musste kreeje.
Heut künnt ma suwat umgiehn, mit unserm neue Charmebolze,
denn beim Anblick vom Christoph, dämm Tiger,
wär dä Schniee vor Erotik direkt fottgeschmolze!
Mein Gedicht hat natürlich noch kein Ende gefunden,
denn jetzt kommt erst der Part für’n Steiner und für Aida’s treu’sten Kunden.
Dem Karl-Josef sei als Neu-Rentner uch mo bissje Ruhe gegönnt,
ower et git scheinbar nix, worüwwer ma sich nit irjendwie noch uffräje könnt.
Ower ich sag klipp un klar, wie et su schön heißt,
der KJ is einer, der sich jeden Daach für de KVN dä Ar… uffreißt,
deshalb betrachtet mit nem Auezwinkere die Worte von ewe,
denn en bessere 1. Vorsitzende künnt et gar nit geewe!
Nun zum Mann, den uch jeder Narr hier kennt, zu unserm Mr. President!
Ich bin jo och su schun ger noh der Sunndaachssitzung in die goode Stuff‘ hey gange,
ower wat dä Steiner mit seinem Vortraach dann do mischt,
do künntste Intritt für verlange!
Grade die Gesangseinlagen sin der pure Genuss,
goot, manch einer hätt vun der Raawestimm‘ dann doch en kleine Tinnitus,
ower negative Zeile üwer dich gibt et kein, un wenn, hätt ich se nau einfach üwwerflooch,
denn Lack kreijste an der Sitzung vom Poddu weerklich schun genooch.
Jetzt kimmt en moralische Schluss, Achtung!
Sulang der Zweck noch seine Handständ‘ mischt,
de Knuppes die Bowle aus em Eimer säuft, und doch nicht bricht,
sulang der Tiger noh em Ufftritt noch kein Sauerstoffzelt braucht,
de Lothar en Schachtel Marlboro am Stück wegraucht,
sulang et Klötzje mit der Gitarr‘ noch ankimmt bei de Fraue,
sulang de Toni-Peter die Bütt kabott kann haue,
sulang de Nitsch sich zum Penne in et Funkeräumche läächt,
de Hoffi sich beim Bass spille nit eine Meder ze vill bewäächt,
sulang de Stitz mit der Rassel is dabei,
sulang de Harald säät, et is „einwandfrei“,
sulang die Kulturgrupp erst zwische de Jioahre mit de Prowe losleecht,
de Puschel sich in hautenge Kostümme rinscheeßt,
ja sulang de Poddu noch su schön grantisch ist,
de Schorsch in der Bauernstuff 5 Pond Kekse vor’m Ufftritt frisst,
un sulang mer uch noch ehrlich mit uns sellwa sin,
uns soon, wat Sach is, ohne büs ze sin.
Sulang ma weiterhin su schön miteinanner könne lache,
weiter Gas geewe un dä Lade hey 9 mol gerammelt vull doon mache,
mir die Fassenaacht als Team- un net als Einzelsport sehn,
ja dann doot uch de nächste 70 Joahr nix im Wege stehn!“
ie Werther Schängelsänger in Aktion.Foto: Sebastian Kogge
Der Verbandsbürgermeister Fred Pretz bei seiner Gratulation zum 70.Geburtstag.Foto: Sabine Reichert
